John Klemmer

John Klemmer (* 3. Juli 1946 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Jazz- und Fusionsaxophonist.

Leben und Wirken

Klemmer begann mit sechs Jahren Gitarre zu spielen, mit elf Jahren Altsaxophon. An der High School wechselte er zum Tenorsaxophon. Seine Ausbildung am Interlochen Music Camp ergänzte er durch Privatunterricht bei Joe Daly und durch „Clinics“ bei Stan Kenton. Zunächst spielte er in Studentenbands und Tanzorchestern. Erste professionelle Erfahrungen sammelte er unter anderem in den Big Bands von Les Elgart und Billy May. 1967 legte er bei Cadet sein Debütalbum Involvement vor, mit dem er bereits Aufsehen erregte. Bis 1970 folgten vier weitere, von Rockmusik beeinflusste und gut verkaufte Platten bei Cadet, danach wechselte er zu Impulse!. Bekannt wurde er aber zunächst im Orchester von Don Ellis, in dem er zwischen 1968 und 1970 der hervorstechende Tenorsaxophonist war, mit dem er drei Platten aufnahm und auch auf europäischen Festivals auftrat. Ellis nannte ihn „einen der erstaunlichsten Tenorsaxophonisten, die ich jemals gehört habe“. In der gleichen Zeit war er Mitglied der Big Band von Oliver Nelson. Abgesehen davon leitete Klemmer seit seinem 21. Lebensjahr eigene Bands. Mit seiner Fusion-Band, zu der zunächst Tom Canning gehörte, trat er auch auf dem Montreux Jazz Festival 1973 auf. Er arbeitete aber auch mit Alice Coltrane und den Crusaders zusammen, sowie mit Steely Dan, John Lee Hooker, Roy Haynes, Tim Buckley oder Nancy Wilson.

Klemmers frühes Spiel war von schnellen Tempi und einem harten, aggressiven Ton geprägt, wie er für die Tenorsaxophonisten aus Chicago mit ihrem bekanntesten Vertreter Johnny Griffin typisch ist. Von Anfang an versuchte er, Rockelemente in seine Musik einzubringen, und gehörte damit zu den Vorläufern des Jazzrock. Ein ineinander verzahntes Gruppenspiel, wie es den Jazzrock später erfolgreich machte, praktizierte er bereits im August 1970, beeinflusst von Miles Davis’ Album Bitches Brew. Schon früh verstärkte er sein Saxophon elektrisch und spielte es über elektronische Effektgeräte wie Wahwah, Echoplex oder einen Ringmodulator. Leonard Feather zählte ihn in der Zeitschrift Down Beat zu den „überaus wenigen Musikern, die die Brücke zwischen Jazz und Rock mit einem erheblichen Maß an Erfolg gemeistert haben“. Die meisten Stücke für seine Alben schreibt er selbst. Außerdem arbeitet er als Arrangeur und Komponist für die Plattenindustrie, für Film und Fernsehen.

Klemmers Song „Free Soul“ (1969) war in der Breakbeat-Kompilation Strictly Breaks enthalten und wurde auch von Akinyele, Circle of Power, Ed OG, Kurious und MC Lyte gesampelt. Auch die Beastie Boys, Abstract Rude oder Black Moon haben seine Musik in eigene Titel eingebaut.

Auswahldiskographie

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Achim Hebgen: John Klemmer: Celebration Of Music. In: Sounds. Nr. 1, Januar 1974, S. 10–11.
Personendaten
NAME Klemmer, John
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Jazzmusiker
GEBURTSDATUM 3. Juli 1946
GEBURTSORT Chicago, Illinois