Jorge Prat

Jorge Prat

Jorge Arturo Prat Echaurren (* 24. April 1918 in Santiago; † 20. Dezember 1971 in Curacaví) war ein chilenischer Rechtsanwalt und Politiker nationalistischer Ausrichtung. Von Juni 1954 bis Januar 1955 war er während der zweiten Regierung von Präsident Carlos Ibáñez del Campo Finanzminister Chiles.

Leben

Familie und Ausbildung

Prat war ein Sohn von Arturo Prat Carvajal und Blanca Echaurren Clark. Sein Großvater väterlicherseits war der Marineoffizier Arturo Prat. Er besuchte das Colegio de los Sagrados Corazones in Santiago und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile (PUC).

Politische Laufbahn

Denkmal für Jorge Prat in Providencia.

In seiner Jugend gehörte Prat der Asociación Nacional de Estudiantes Católicos an. Später engagierte er sich aktiv in der Konservativen Partei. 1939 wurde er Vorsitzender der Parteijugend und vertrat in dieser Funktion seine portalianischen und korporatistischen Vorstellungen. Später distanzierte er sich von der politischen Linie der Partei und trat aus ihr aus.

1946 gründete Prat die Zeitschrift Estanquero, deren Miteigentümer er war. 1953 war er Organisator und erster Präsident der Banco del Estado de Chile. Während der zweiten Regierung von Carlos Ibáñez del Campo wurde er 1954 zum Finanzminister ernannt. Im selben Jahr schlug er bei einem Treffen mit Amtskollegen aus anderen amerikanischen Staaten in Brasilien die Gründung einer Institution vor, aus der später die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) hervorging.

Im Auftrag von Präsident Jorge Alessandri untersuchte Prat 1959 das chilenische Sozialversicherungssystem und schlug dessen Reform vor. 1963 gründete er die Acción Nacional (AN), die ihn als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in Chile 1964 aufstellte. Seine Kandidatur wurde vom Movimiento Revolucionario Nacional Sindicalista (MRNS) unterstützt, jedoch noch vor der Wahl zurückgezogen.

1966 beteiligte sich Prat gemeinsam mit der Acción Nacional, der Liberalen Partei und der Vereinigten Konservativen Partei an der Gründung der Nationalpartei (PN).

Prat starb 1971 in Curacaví nahe Santiago an einem Herzinfarkt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Luis Valencia Avaria: Anales de la República: registros de los ciudadanos que han integrado los Poderes Ejecutivo y Legislativo. 2. Auflage. Editorial Andrés Bello, Santiago 1986 (spanisch, google.cl).
  2. 1 2 3 4 Jorge Prat. In: Memoria Chilena. Biblioteca Nacional de Chile, abgerufen am 22. August 2026 (spanisch).
  3. ↑ José Díaz Nieva: Jorge Prat, el último estanquero: nacionalismo y anticomunismo. Centro de Estudios Bicentenario, 2026, ISBN 978-956-99975-8-7, Capítulo II, S. 29 (spanisch, bcn.cl [abgerufen am 1. August 2026]).
  4. ↑ José Díaz Nieva, Mario Valdés Urrutia: Jorge Prat y Acción Nacional (1963–1966). La antesala del Partido Nacional. In: Cuadernos de Historia, Nr. 43, 2015.
  5. ↑ Un vecino de Curacaví que hoy recordamos, a los 54 años de su fallecimiento. In: Buenos Días Curacaví. 18. Dezember 2025, abgerufen am 22. August 2026 (spanisch).
Personendaten
NAME Prat, Jorge
ALTERNATIVNAMEN Prat Echaurren, Jorge Arturo (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG chilenischer Rechtsanwalt und Politiker
GEBURTSDATUM 24. April 1918
GEBURTSORT Santiago de Chile
STERBEDATUM 20. Dezember 1971
STERBEORT Curacaví