
Josef Baxa (* 31. Dezember 1959 in Klatovy) ist ein tschechischer Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Verfassungsrichter. Seit 2023 ist er Präsident des Verfassungsgerichtes der Tschechischen Republik. Zuvor war er von 2003 bis 2018 Präsident des Obersten Verwaltungsgerichts.
Baxa schloss sein Studium an der Juristischen Fakultät der Karlsuniversität mit einer Arbeit über die historische Entwicklung des Zivilrechts in der Tschechoslowakei ab. Nach seinem Abschluss trat er in den Dienst des Bezirksgerichts in Pilsen ein. Im Jahr 1983 legte er die Promotion ab.
Nach der Samtenen Revolution widmete er sich als Richter der Rehabilitierung von Bürgern, die in den stalinistisch geprägten 1950er-Jahren verurteilt worden waren. Er war an der Gründung der Juristischen Fakultät der Westböhmischen Universität in Pilsen 1993 beteiligt, wo er Strafrecht lehrt.
Von 1998 bis 2003 arbeitete er als stellvertretender Justizminister. Er war an der Vorbereitung einer umfassenden Novelle der Strafprozessordnung sowie der Reform der tschechischen Verwaltungsgerichtsbarkeit beteiligt. Im Januar 2003 ernannte ihn Präsident Václav Havel zum Präsidenten des Obersten Verwaltungsgerichts. Dieses Amt übte er bis 2018 aus.
Der Senat des Parlaments bestätigte Baxa am 31. Mai 2023 mit 63 von 79 Stimmen der anwesenden Senatoren als Richter am Verfassungsgericht und am 5. Juni 2023 wurde er von Präsident Petr Pavel vereidigt. Am 4. August 2023 ernannte Pavel ihn zum Präsidenten des Verfassungsgerichts. Baxa trat somit am 8. August 2023 die Nachfolge von Pavel Rychetský an.