| Klatovy | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Plzeňský kraj | |||
| Bezirk: | Klatovy | |||
| Fläche: | 8085 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 24′ N, 13° 17′ O | |||
| Höhe: | 405 m n.m. | |||
| Einwohner: | 22.496 (1. Jan. 2023) | |||
| Postleitzahl: | 339 01 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | P | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Pilsen–Železná Ruda Domažlice–Horažďovice | |||
| Bahnanschluss: | 183 Plzeň–Železná Ruda 185 Horažďovice předm.–Domažlice | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 30 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Rudolf Salvetr (Stand: 2018) | |||
| Adresse: | Náměstí Míru 62 339 01 Klatovy | |||
| Gemeindenummer: | 555771 | |||
| Website: | www.klatovy.cz | |||
Klatovy (deutsch Klattau) ist eine Stadt im Okres Klatovy in Tschechien. Sie liegt 43 Kilometer südlich von Pilsen.
Klatovy liegt rechtsseitig der Úhlava (Angel) in der Klatovská kotlina (Klattauer Kessel) und wird vom Bach Drnový potok durchflossen. Nördlich erhebt sich der Smrčí (568 m) und am westlichen Stadtrand die Klatovská hůrka (Klattauer Berg, 498 m). In Klatovy kreuzen sich zwei Straßen der I. Klasse: die Straße Nr. I/22 von Domažlice nach Horažďovice–Strakonice–Vodňany und die Straße Nr. I/27/E 53 von Dubí–Most–Pilsen nach Železná Ruda bzw. München. Klatovy liegt an der Bahnstrecke Plzeň–Železná Ruda, welche bis Bayerisch Eisenstein und Plattling eingleisig ist. Im Sommer werden über diese Strecke Bahnfahrten des Tourismusverbandes Ostbayern e. V. in Straubing mit dem Böhmerwaldcourier Führungen durch die Stadt veranstaltet. Die Strecke Nr. 185 von Domažlice führt über Klatovy weiter nach Horažďovice.
Die Stadt Klatovy besteht aus den Ortsteilen Beňovy (Benhof), Chaloupky, Čínov (Wiederkomm), Dehtín (Dechtin), Dobrá Voda (Gutwasser), Drslavice (Derslawitz), Habartice (Habartitz), Kal (Gall), Klatovy I, Klatovy II, Klatovy III, Klatovy IV, Klatovy V, Kosmáčov (Kosmatschow), Křištín (Krischtin), Kvaslice (Kwaslitz), Kydliny (Kidlin), Lažánky (Laschanek), Luby (Lub), Otín (Wottin), Pihovice (Pihowitz), Sobětice (Sobietitz), Štěpánovice (Stiepanowitz), Střeziměř (Stresmersch), Tajanov (Tajanow), Točník (Totschnik), Tupadly (Tupadl), Věckovice (Wetzkowitz), Vícenice (Witzenitz) und Vítkovice (Witkowitz). Grundsiedlungseinheiten sind Beňovy, Bor, Chaloupky, Čínov, Dehtín, Dobrá Voda, Domažlické předměstí, Drslavice, Habartice, Husovo náměstí, K Čertovce, K Čínovu, K Točníku, K Zaječímu vrchu, Kal, Klatovy-historické jádro I, Klatovy-historické jádro II, Kosmáčov, Křištín, Kvaslice, Kydliny, Lažánky, Luby, Na Harfě, Na Klášterce, Na rozvoji, Nad nádražím, Nad rybníčky, Obchodní zóna, Otín, Pátá čtvrť, Pihovice, Pod Borem, Pod Borem-U spravedlnosti, Pod Černou věží, Pod Hůrkou, Pod muzeem, Pod parkánem, Pod vodojemem, Sídliště Plánická, Sobětice, Štěpánovice, Střeziměř, Tajanov, Točník, Tupadly, U hřbitova, U nemocnice, U soudu, U vodojemu, Věckovice, Vícenice, Vítkovice, Wolkerova und Zastávka.
Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Dehtín, Drslavice u Tupadel, Habartice u Obytců, Kal u Klatov, Klatovy, Kosmáčov, Křištín, Kvaslice, Kydliny, Luby, Otín u Točníku, Sobětice u Klatov, Střeziměř, Štěpánovice u Klatov, Tajanov u Tupadel, Točník u Klatov, Tupadly u Klatov, Věckovice u Janovic nad Úhlavou und Vícenice u Klatov.
Nachbarorte sind Malá Strana, Sekrýt, Třešňovka, Štěpánovice, Markyta und Točník im Norden, Chaloupky, Čertovka, Ostřetice und Pihovice im Nordosten, Slavošovice, Cinovec, Čínov und Kydliny im Osten, Hoštičky, Lažánky, Mírovka, Sobětice und U Mlýna im Südosten, Luby im Süden, Lomec, Lomecká hospoda, Novákovice, Na Hrázi, Volenov, Drážský Mlýn und Bezděkov im Südwesten, Beňovy, Kal und Tajanov im Westen sowie Dupanda, Andělice und Svrčovec im Nordwesten.

Klatovy war eine Gründung des späten 13. Jahrhunderts an einem wichtigen Straßenkreuz, das parallel zum Böhmerwaldkamm Westböhmen und Südböhmen von Eger durch das Gebiet der Choden nach České Budějovice führte und Deggendorf mit Pilsen verbunden hat.
Klatovy wurde in der Nachfolge einer älteren Siedlung an diesem Handelsweg zwischen Böhmen und Bayern mit schachbrettartigem Grundriss angelegt und mit einem ovalen Befestigungsgürtel umschlossen, von dem noch heute Teile erhalten sind. Zwischen 1260 und 1263 wurde der Ort unter Ottokar II. Přemysl zur Königsstadt erhoben. Seit 1419 war Klatovy ein bedeutender Sitz der Hussiten, unter denen sich – trotz eines Stadtbrandes von 1464 – die wirtschaftliche Entwicklung der mit Privilegien ausgestatteten Stadt fortsetzte. Eine rege Bautätigkeit brachte unter italienischen Architekten die Renaissance nach Klatovy.
Im Jahr 1620 wurde die Stadt von der Kaiserlichen Armee besetzt. Der Dreißigjährige Krieg führte zu Stadtbränden, Plünderungen, Vergewaltigungen und kulturellem Niedergang. 1636 zur Zeit der Rekatholisierung Böhmens ließ sich der Konvent der Jesuiten in Klatovy nieder. Diese trugen zum Wiederaufbau und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt in folgenden Jahren maßgeblich bei. Die Bauwerke der Stadt im Stil des Barock gehen auf diese Zeit zurück. Während des Aufenthaltes im Klattauer Jesuitenkonvent schrieb der Historiker Bohuslav Balbín seine berühmte Verteidigungsschrift der Tschechischen Sprache.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt eine Kreisstadt im Königreich Böhmen innerhalb der Habsburgermonarchie, seit 1804 dem Kaisertum Österreich. Es entstanden neue Wirtschaftszweige; beispielsweise wurde 1813 mit Nelkensamen aus Nancy eine Nelkenzucht in Klatovy gegründet. Im 19. Jahrhundert veränderte sich abermals das Stadtbild; einige Gebäude wurden unter dem Einfluss des Kaiserhofes in Wien im Stil des Klassizismus verändert, die Stadtbefestigung teilweise abgetragen und die Gräben zugeschüttet. Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Klatovy/Klattau ab 1850 eine Stadtgemeinde im Gerichtsbezirk Klattau und wurde zum Sitz eines Bezirksgerichts. Ab 1868 war die Stadt Sitz des Bezirkes Klattau. Im Jahr 1876 wurde die Eisenbahnstrecke nach Pilsen eröffnet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand im Zuge der Nationalen Wiedergeburt der Tschechen der tschechische Unterricht am Gymnasium Klatovy und löste den Unterricht in lateinischer Sprache ab.
Die Stadt gehörte während des Nationalsozialismus zum Protektorat Böhmen und Mähren. Zu dieser Zeit wurde auch die aus dem Jahr 1876 stammende Synagoge verwüstet. Am 5. Mai 1945, einem der letzten Tages des Zweiten Weltkriegs, wurde die Stadt durch die Third United States Army unter General George S. Patton über Cham (Oberpfalz), von Regensburg kommend, kurzfristig besetzt. Dieser Vorstoß bis zur Linie Karlsbad-Pilsen-Budweis war der östlichste Vorstoß der US-Truppen in der Tschechoslowakei. Russisch-sowjetische und tschechische Truppen übernahmen das Gebiet, welches bis 1993 im Bereich der Grenzbefestigungen der Tschechoslowakei im Kalten Krieg lag. Deutschsprachige Bürger der Stadt und deren Umgebung versuchten während der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei das Auffanglager in Furth im Wald zu erreichen.
Mit der beginnenden Zeit des Tourismus und der Grenzöffnung nach dem Ende des Kommunismus wurde 1992 die Altstadt von Klatovy unter Denkmalschutz gestellt, zahlreiche Gebäude wurden restauriert, es entstanden neue Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe, Cafés und Restaurants sowie kulturelle Einrichtungen.
Erste Hinweise auf jüdisches Leben in Klattau reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück; eine kleine Gemeinde soll zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestanden haben. Jahrhundertelang beschränkte sich jüdische Ansässigkeit in Klattau auf nur sehr wenige geduldete Familien. Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich aus zugewanderten Familien eine neuzeitliche israelitische Gemeinde heraus, die innerhalb weniger Jahrzehnte sehr stark anwuchs.
1876 wurde ein neues Synagogengebäude eingeweiht. Der Gebetsraum für Männer besaß mehr als 200 Sitzplätze; für die Frauen stand eine Empore zur Verfügung, die über eine Außentreppe zu erreichen war. Einige Jahre zuvor hatte man auch ein jüdischer Friedhof in unmittelbarer Nähe des städtischen Friedhofs angelegt; vorher waren jüdische Begräbnisstätten im Umland genutzt worden.
Während der sog. „Sudetenkrise“ diente Klattau als Zufluchtsort von Juden aus Südwest-Böhmen. Im Sommer 1941 wurde die Synagoge verwüstet, doch blieb das Gebäude erhalten. Die Inneneinrichtung wurde aber in den Kriegsjahren fast völlig zerstört.
Nach dem Krieg wurde das Synagogengebäude wieder genutzt; hier war nun das Bezirksarchiv untergebracht. Nach 1989 ging das Gebäude dann in den Besitz der Jüdischen Gemeinde Pilsen über, die es Jahre später verpachtete. Pläne für eine Restaurierung und gottesdienstliche Nutzung des Gebäudes zerschlugen sich, so dass man es schließlich an eine Privatperson veräußerte.
Unmittelbar neben der ehemaligen Synagoge erinnert seit 1989 ein Denkmal an die Opfer des Holocaust. Der jüdische Friedhof hat die NS-Zeit und die Jahrzehnte des Kommunismus fast unbeschadet überstanden. Auf dem Gelände befinden sich mehr als 400 Grabsteine, darunter auch ein gesondertes Gräberfeld für verstorbenen Kinder. Eine ehemals hier vorhandene Trauerhalle wurde in den 1980er Jahren abgerissen. Auf dem Gelände des Friedhofs wurde 1989 ein Denkmal errichtet, das an die deportierten und ermordeten Juden aus Klattau erinnert.

Klatovy hat viele Sporthallen und andere Sportanlagen und Sporthotels. Regelmäßig finden in Klatovy daher internationale Sportwettkämpfe und Turniere statt. So ist Klatovy Start und Ziel des seit 1993 jährlich ausgetragenen Mountainbike-Marathons Král Šumavy. Darüber hinaus finden in Klatovy regelmäßig internationale Basketballcamps statt. Das Eisstadion in Klatovy heißt Zimny Stadion.
Klatovy verfügt über eine Reihe von Parks und Grünanlagen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadtmauern.
Das internationale Folklore-Festival wird seit 1994 jährlich am zweiten Juli-Wochenende in der Stadt veranstaltet.

Die Stadt liegt am Kreuzungspunkt der Eisenbahnlinie (Praha –) Plzeň – Železná Ruda-Alžbětín mit den Nebenstrecken Domažlice – Klatovy – Horažďovice předměstí. An diesem befindet sich der nordwestlich des Zentrums gelegene Bahnhof. Ein weiterer Haltepunkt besteht mit Klatovy-město südlich des Zentrums auf der Strecke in Richtung Horažďovice.
Im Stadtgebiet verkehren drei von der Gesellschaft ČSAD-Plzeň betriebene Buslinien (1, 2 und 4). Seit Juli 2026 sind die Busse kostenlos nutzbar.
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