Josef Holik

Josef Holik (* 20. April 1931 in Tetschen, Tschechoslowakei; † 27. Februar 2021) war ein deutscher Diplomat.

Familie

Sein Großvater war der Landwirt Josef Luksch (1866–1936), Abgeordneter im mährischen Landtag (1894), im Reichsrat (1900) und Senator in Prag (1920–1935). Sein Vater war der 1973 verstorbene Josef Holik, ein promovierter Landwirt. 1945 wurde die Familie Holik aus Südmähren vertrieben. Josef Holik senior war in Süddeutschland in der Zuckerindustrie tätig.

Er lebte in Wachtberg-Pech.

Leben

Josef Holik machte 1950 in Uffenheim sein Abitur. Er studierte Rechtswissenschaft, Verwaltungsrecht und Politikwissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie – mit einem Stipendium des US-Außenministeriums – drei Semester an der Colgate University. Er war seit 1954 Mitglied der musischen Studentenverbindung AMV Würzburg im SV. 1960 wurde Holik an der Universität Würzburg mit dem Thema Der Einfluß politischer Kräfte auf die Entwicklung der amerikanischen Verfassungsgerichtsbarkeit zum Dr. jur. promoviert.

1961 trat Holik in den auswärtigen Dienst ein. Er war Attaché an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau. 1963 war Holik Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Madras und lernte seine Kollegin und spätere Ehefrau Wiltrud Holik kennen. Im Weiteren war er an der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO in Brüssel tätig und von 1971 bis 1974 Botschafter in Somalia. Nach einer Tätigkeit im Auswärtigen Amt leitete er 1984 bis 1987 die deutsche Delegation, welche über Truppenreduzierungen in Europa (MBFR) verhandelte.

Von 1987 bis 1995 war Holik im Rang eines Botschafters Leiter der Unterabteilung 2 A und Beauftragter der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle.

Im Ruhestand engagierte er sich in einer Reihe von Gremien, darunter als Mitglied im Abrüstungsbeirat des VN-Generalsekretärs, und bis 2003 im Bonn International Center for Conversion. Von 1996 bis 2001 saß er der Saint Barbara Foundation zur Landminenräumung vor.

Veröffentlichungen

Ehrungen und Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige Josef Holik auf lebenswege.faz.net vom 6. März 2021
  2. ↑ Barbara Genscher wohnt seit 40 Jahren in Wachtberg-Pech, General-Anzeiger Bonn vom 15. März 2018, abgerufen am 8. März 2021.
  3. ↑ Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch Frühjahr 2012. Aachen 2012, S. 72.
  4. ↑ Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
VorgängerAmtNachfolger
Rolf NagelBotschafter der Bundesrepublik Deutschland in Somalia
1971–1974
Horst Becker
Personendaten
NAME Holik, Josef
ALTERNATIVNAMEN Holik junior, Josef
KURZBESCHREIBUNG deutscher Diplomat und Autor
GEBURTSDATUM 20. April 1931
GEBURTSORT Děčín
STERBEDATUM 27. Februar 2021