Josef Keusch (* 10. April 1864 im Elsass; † 10. Februar 1945 in Godesberg) war ein deutscher Gartenbaudirektor, der vom 1. Mai 1900 bis zum 14. September 1934 der erste Direktor des Wuppertaler Zoos war.
Josef Keusch stammte aus dem Elsass. Er ging zunächst als Garde-Jäger im militärischen Dienst nach Potsdam und verbrachte in der Folge zwei Jahre in der Schweiz und in Paris. Josef Keusch fand schließlich Anstellung bei der königlichen Hofgartenverwaltung von Schloss Babelsberg, wo er als Gartenarchitekt und königlicher Obergärtner tätig wurde und in dieser Funktion im Neuen Garten des Marmorpalais arbeitete. Unter dem deutschen Architekten Wilhelm Böckmann war Josef Keusch ab 1891 in den Parkanlagen von dessen Villa „Böckmannshof“ in Neubabelsberg als Obergärtner tätig. Im Jahre 1900 wechselte er als Obergärtner zum Zoologischen Garten in Elberfeld, wo er am 1. Mai zum Direktor ernannt wurde. Zuvor war die Anlage nur durch die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Wuppertal geführt worden.

Aufgrund seines beruflichen Hintergrundes begann unter Josef Keusch der planmäßige Ausbau der Gartenanlagen sowie der Aufbau der sogenannten Tierpanoramen im Zoologischen Garten. Hierbei handelte es sich um Anlagen, welche die Tiere in bühnenartigen, gitterlosen Gehegestrukturen wie Grotten und Felsenanlagen den Besuchern präsentierten. Diese gingen auf Ideen Carl Hagenbecks zurück, weshalb sie auch „Hagenbeck-Anlagen“ genannt wurden.
So entstanden unter Keuschs Direktorenschaft unter anderem der „Löwenfelsen“, das „Nordlandpanorama“ für Robben, Eisbären und Rentiere, das Seelöwenbecken, Teiche für Wasservögel und die weitläufige Vogelwiese, die sich an den damals neuartigen Idealen von Freianlagen orientierte. Das sogenannte „Wiesental“ gehörte zu den Anlagen Josef Keuschs, welche im Rahmen der „Regionale 2006“ rekonstruiert wurden. Josef Keusch ließ zudem umfangreiche Neupflanzungen anlegen, so beispielsweise einen großzügigen Rosengarten. Der heutige Wuppertaler Zoo entspricht im Kern dem Grundkonzept Josef Keuschs.
Während des Ersten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit sah sich Keusch als Direktor, trotz Unterstützungen durch die Stadt Wuppertal, immer wieder mit erheblichen Finanzierungsproblemen konfrontiert. In den Jahren 1926 und 1927 konnten jedoch das neue Affenhaus, das neue Aquarien-Terrarien-Gebäude und das Elefantenhaus eröffnet werden, in das 1927 die ersten beiden Elefanten im Wuppertaler Zoo, das Indische Elefantenpaar Krishna und Lakshmi einzogen.
Als Zoodirektor zeichnete sich Josef Keusch insbesondere durch seine Liebe zu Flora und Fauna aus, obwohl er kein studierter Zoologe war, und war unter seinen Mitarbeitern und den Zoobesuchern sehr beliebt. Er wohnte mit seiner Familie in einem kleinen Haus auf dem Zoogelände.
Am 14. September 1934 ging Josef Keusch in den Ruhestand. Der ehemalige Zoodirektor Ulrich Schürer legt in seiner Veröffentlichung 125 Jahre Zoologischer Garten Wuppertal nahe, dass Keusch nicht freiwillig in den Ruhestand ging. Dem voraus gingen vermutlich Unstimmigkeiten betreffend Josef Keuschs politischer Haltung. So soll er, kurz vor seiner Pensionierung, das Wasser des großen Teiches nach Ankündigung eines geplanten Gondelfestes der SA im Zoo abgelassen haben. Sein Nachfolger, der Steuerinspektor Wilhelm „Willy“ Seiffge (1885–?), war Mitglied der NSDAP.
Im Rosengarten des Zoologischen Gartens steht seit dem 1. Oktober 1934 ein Gedenkstein für Josef Keusch, welcher durch den Aufsichtsrat und den Vorstand der Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Wuppertal gestiftet worden war.
Josef Keusch lebte zuletzt im heutigen Bonner Stadtteil Bad Godesberg, in der Sedanstraße 14, wo er 1945 im Alter von 80 Jahren starb. Josef Keusch war mit Marie Keusch, geb. Riese (1861–1936) verheiratet. Aus der Ehe gingen mindestens drei Kinder hervor, darunter der Tierarzt Karl Keusch.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keusch, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Gartenbaudirektor, der der erste Direktor des Wuppertaler Zoos war (1900–1934) |
| GEBURTSDATUM | 10. April 1864 |
| GEBURTSORT | Elsass |
| STERBEDATUM | 10. Februar 1945 |
| STERBEORT | Godesberg |