
Joseph Benoît Guichard (* 14. November 1806 in Lyon; † 31. Mai 1880 ebenda) war ein französischer Maler, Dekorationsmaler, Kunstkritiker und Journalist. Er ist bekannt für umfangreiche Kirchendekorationen in Paris, seine Lehrtätigkeit an der École des Beaux-Arts in Lyon sowie als Lehrer von Berthe Morisot.
Joseph Benoît Guichard begann 1818 seine künstlerische Ausbildung an der École des Beaux-Arts in Lyon, wo er bei Étienne Rey und Pierre Révoil studierte. Ab 1827 setzte er sein Studium an der École nationale des Beaux-Arts in Paris fort, zunächst bei dem Bildhauer Jean-François Legendre-Héral gemeinsam mit Paul und Hippolyte Flandrin, anschließend bei Jean-Auguste-Dominique Ingres. Daneben war er freier Schüler von Eugène Delacroix. Mit Paul-Marc-Joseph Chenavard verband ihn eine enge Freundschaft.

Ab 1831 beteiligte Joseph Guichard sich regelmäßig an Ausstellungen in Paris, ab 1835 auch in Lyon. Bereits 1833 erzielte er mit dem Werk „Rêve d’amour“ einen ersten Durchbruch in Paris. Es wurde vom französischen Staat für die Stadt Lyon angekauft. Von 1833 bis 1835 hielt er sich mit einem Staatsstipendium in Rom auf, um Werke alter Meister zu kopieren: 1833 die Kreuzabnahme nach Daniele da Volterra (Original in der Kirche Santissima Trinità dei Monti), 1834 die Galatea nach Raffael und 1835 die Antiope nach Correggio.
Von 1835 bis 1862 führte Joseph Guichard umfangreiche Auftragsarbeiten für Dekorationsmalereien aus, überwiegend für Sakral- und Profanbauten in Paris, darunter die Kirchen Saint-Germain-l’Auxerrois, Saint-Gervais-Saint-Protais und Notre-Dame-de-Grâce-de-Passy, das historische Theater von Alexandre Dumas sowie die Galerie d’Apollon im Louvre. 1851 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1862 kehrte er nach Lyon zurück und übernahm bis 1871 eine Professur für Malerei an der École des Beaux-Arts. Zu seinen bedeutendsten Schülerinnen zählte Berthe Morisot. Daneben war er als Kunstkritiker aktiv.
Guichards Œuvre umfasst Porträts, Figurenbilder, religiöse Kompositionen, mythologische Darstellungen und Genreszenen. Sein Stil zeichnet sich durch einen aufgelockerten, flüssigen Duktus aus, wobei seine Werke von theatralisch bis anekdotenhaft reichen. Hervorgehoben wird zudem sein ausgeprägtes Farbempfinden.
Bar-le-Duc, Musée Barrois; Dieppe, Château-Musée; Le Puy-en-Velay, Musée Crozatier; Lyon, Musée des Beaux-Arts; Lyon, Rathaus; Paris, Louvre; Paris, Petit Palais; Tulle, Musée municipal; Valence, Musée des Beaux-Arts.
Dekorationsmalereien in Kirchenbauten: Brest, Kirche Saint-Louis; Cholet (Maine-et-Loire), Kirche Notre-Dame; Paris, Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois (Querschiff, Chapelle Saint-Landry, Chapelle de la Bonne-Mort, 1843–55); Paris, Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais (1846); Sées (Orne), Kirche Saint-Pierre.
| Personendaten | |
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| NAME | Guichard, Joseph |
| ALTERNATIVNAMEN | Guichard, Joseph Benoît |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Maler, Dekorationsmaler, Kunstkritiker und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 14. November 1806 |
| GEBURTSORT | Lyon |
| STERBEDATUM | 31. Mai 1880 |
| STERBEORT | Lyon |