Josef Hengge (auch: Joseph Hengge; * 23. Januar 1890 in Kempten (Allgäu); † 21. März 1970 ebenda) war ein deutscher Maler.
Hengge stammte ursprünglich aus dem Allgäu. Nach einer Lehre bei einer Kirchenmalerfirma in Sontheim besuchte er die Städtische Gewerbeschule und anschließend die Königliche Kunstgewerbeschule in München. 1915 wurde er während des Ersten Weltkriegs in Arras schwer verwundet. Als „Privatier“, persönlich unterstützt von König Ludwig III., nahm er dann am 15. Mai 1916 an der Akademie der bildenden Künste in München bei Angelo Jank ein Studium im Zeichnen auf. Später war er auch noch Schüler von Franz von Stuck. Hengge blieb, unterbrochen 1932 von einem einjährigen Stipendienaufenthalt in Florenz, bis zur „Ausbombung“ seiner Wohnung 1945 in München. Anschließend zog er nach Wertach und ab 1950 zurück an seinen Geburtsort Kempten, wo er 1970 auch verstarb.
Stilistisch eingeordnet wurde er als Vertreter des „kräftigen Realismus“. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „Egger-Lienz des Allgäus“.
Bereits als junger Künstler hatte er mehrere Preise errungen und wurde in die Jury für die Ausstellungen im Münchner Glaspalast berufen.
Dank seiner engen Kontakte zur bayerischen Königsfamilie, insbesondere zu Kronprinz Rupprecht, erhielt er 1929 den Auftrag zur Ausgestaltung der Schlossplatzfresken für ein Kriegerdenkmal in Berchtesgaden. Hengge hatte noch viele andere Wandgemälde (Fresken) an den Fassaden öffentlicher Gebäude sowie im Inneren von Kirchen geschaffen, von denen jedoch einige im Krieg zerstört oder nach dem Krieg dem „geänderten Zeitgeschmack geopfert“ wurden. Daneben schuf er Porträts, zu Anfang seiner Karriere u. a. von dem bayerischen König Ludwig III. und dessen Frau sowie später auch von hochrangigen Militärpersonen wie Ernst Udet, dem „Generalluftzeugmeister“ während der Nationalsozialistischen Diktatur.
In der Zeit des Nationalsozialismus trat Hengge zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.041.514). Ferner war er ab 1933 Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und u. a. von 1941 bis 1944 auf allen Großen Deutschen Kunstausstellungen in München mit 14 Bildern vertreten, die dem nationalsozialistischen Kunstkanon entsprachen. Darüber hinaus waren seinerzeit auch seine Malereien und Fresken an öffentlichen Gebäuden, Kasernen und Kirchen „kriegsverherrlichend“ und von der „Blut-und-Boden“-Ideologie geprägt. Käufer seine Werke waren unter anderem Adolf Hitler und Robert Ley.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er sich in seiner Eigenschaft als überzeugter Katholik als Gegner des Nationalsozialismus dar; das Spruchkammerverfahren von Hengge enthielt zahlreiche Schutzbehauptungen, Verschleierungen und irreführende Angaben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hengge, Josef |
| ALTERNATIVNAMEN | Hengge, Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 23. Januar 1890 |
| GEBURTSORT | Durach |
| STERBEDATUM | 21. März 1970 |
| STERBEORT | Kempten (Allgäu) |