Joy Davidman

Helen Joy Davidman, auch Joy Gresham (* 18. April 1915 in Manhattan, New York City; † 13. Juli 1960 in Oxford, England), war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die in zweiter Ehe mit dem englischen Schriftsteller C. S. Lewis verheiratet war.

Leben

Joy wuchs in einer jüdischen Familie der Mittelklasse in der Bronx von New York City auf. Ihre Eltern waren die Lehrer Joseph Davidman (1887–1963) und Jeanette Spivak (1889–1965), und sie hatte einen jüngeren Bruder namens Howard (1919–1987). Schon in frühester Kindheit war sie oft kränklich und trug zeitweise auch einen Radiumkragen. Dank ihrer Intelligenz konnte sie trotzdem mit 14 Jahren die Evander Childs High School und mit 19 Jahren das Hunter College abschließen. Dort begann sie mit Schreiben von Gedichten. Danach studierte sie an der Columbia University, wo sie nach nur drei Semestern mit einem Master in englischer Literatur abschloss. In ihrer literarischen Entwicklung wurde sie von George MacDonald und seinem Werk Phantastes stark beeinflusst. Im Januar 1936 konnte sie in einem Magazin von Chicago erste Gedichte Poetry: A Magazine of Verse publizieren.

Bereits in ihrer Jugend wurde sie radikale Kommunistin und heiratete 1942 den gleichgesinnten Schriftsteller William Lindsay Gresham (1909–1962). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: David (1944–2016) und Douglas (* 1945).

Nachdem sie sich Ende der 40er Jahre zum christlichen Glauben bekehrt hatte, schrieb sie im Januar 1950 dem englischen Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis, dessen apologetischen Schriften für das Christentum sie maßgeblich zu ihrer Entscheidung beeinflusst hatten. Es entwickelte sich daraus ein Briefverkehr. 1952 reiste sie alleine, später mit ihren Söhnen nach England, um Lewis zu treffen und ihn, seinen Glauben und sein Denken kennenzulernen.

Nachdem ihr Ehemann sie in ihrer Abwesenheit mit ihrer Cousine betrogen hatte, ließ sie sich scheiden und zog 1953 mit den Söhnen Douglas und David definitiv nach England. Es entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen Davidman und Lewis, der mit ihr eine Frau fand, die ihm intellektuell gewachsen war. Davidman und Lewis heirateten 1956 standesamtlich, um eine Ausweisung zu vermeiden und ihren Aufenthalt in England zu sichern. Für die anglikanische Kirche war dies ein regelrechter Skandal, da Joy eine geschiedene jüdische Kommunistin gewesen war. Sie lebten zuerst in der Nähe, dann mit Lewis und seinem Bruder Warren in deren Haus The Kilns, und Lewis adoptierte die Kinder. Wenig später wurde bei Joy Knochenkrebs festgestellt. Durch ihre plötzlich ausbrechende Krankheit entdeckte Lewis seine Liebe zu ihr und fand in Peter Bide einen anglikanischen Priester, der sie am 21. März 1957 am Krankenbett in Oxford christlich traute und für sie betete. Joy erholte sich nach Monaten noch einmal erstaunlicherweise von ihrem Krebsleiden, so dass sie ihre Flitterwochen in Irland und gemeinsame Reisen nachholen konnten. Doch im Jahr 1960 wucherte der Krebs erneut in ihrem Körper weiter, und sie starb 45-jährig im Radcliffe Krankenhaus.

Sie wurde im Oxford Krematorium in Headington beigesetzt.

Rezeption und Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Joy Davidman in der Datenbank Find a Grave (25. Oktober 2003, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  2. ↑ Paul Leopold: The Writings of Joy Davidman Lewis (1915-1960), The Bulletin of the New York C. S. Lewis Society, Website lewisiana.nl (1983, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  3. ↑ Lyle Dorsett: Profiles in Faith: Helen Joy Davidman, C. S. Lewis Institute, Website cslewisinstitute.org (7. Dezember 2005, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  4. ↑ Ellen Vrana: Joy Davidman's Valentine's Day Love Sonnets to C. S. Lewis, The Examined Life, Website theexaminedlife.org (englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  5. ↑ Joy Davidman in der Datenbank Find a Grave (25. Oktober 2003, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  6. ↑ Paul Cozby: The Complicated Love Story of C.S. Lewis and Joy Davidman, Fellowship for Performing Arts, Website fpatheatre.com (24. November 2024, englisch, abgerufen am 20. Juli 2026)
  7. ↑ Lyle Dorsett: Profiles in Faith: Helen Joy Davidman, C. S. Lewis Institute, Website cslewisinstitute.org (7. Dezember 2005, englisch, abgerufen am 20. Juli 2026)
  8. ↑ Cynthia L. Haven: Meet C.S. Lewis's brainy wife, Website cynthialhaven.substack.com (13. Januar 2026, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  9. ↑ Paul Cozby: The Complicated Love Story of C.S. Lewis and Joy Davidman, Fellowship for Performing Arts, Website fpatheatre.com (24. November 2024, englisch, abgerufen am 20. Juli 2026)
  10. ↑ Paul Leopold: The Writings of Joy Davidman Lewis (1915-1960), The Bulletin of the New York C. S. Lewis Society, Website lewisiana.nl (1983, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  11. ↑ Joy Davidman in der Datenbank Find a Grave (25. Oktober 2003, englisch, abgerufen am 25. Juli 2026)
  12. ↑ Lyle W. Dorsett: Out of My Bone: The Letters of Joy Davidman, Website christianscholars.com (15. Oktober 2010, englisch, abgerufen am 26. Juli 2026)
  13. ↑ Alles, was Sie über Shadowlands wissen müssen: Geschichte, Besetzung, Rezensionen & Londoner Aufführungen, Website londontheatredirect.com (7. Januar 2026, abgerufen am 26. Juli 2026)
  14. ↑ Bruce L. Edwards: Shadowlands: A Review, Website drzeus.net (1994, abgerufen am 26. Juli 2026)
  15. ↑ Learn about the history behind Shadowlands, Website londontheatre.co.uk (englisch, abgerufen am 26. Juli 2026)
  16. ↑ https://dc.swosu.edu/mythlore/vol22/iss2/3
  17. ↑ Lyle W. Dorsett: Out of My Bone: The Letters of Joy Davidman, Website christianscholars.com (15. Oktober 2010, englisch, abgerufen am 20. Juli 2026)
  18. ↑ Katrine Vigilius: Joy: Poet, Seeker, and the Woman Who Captivated C. S. Lewis, Website thegospelcoalition.org (5. Oktober 2015, englisch, abgerufen am 26. Juli 2026)
Personendaten
NAME Davidman, Joy
ALTERNATIVNAMEN Davidman, Helen Joy (vollständiger Name); Gresham, Joy
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 18. April 1915
GEBURTSORT New York City
STERBEDATUM 13. Juli 1960
STERBEORT Oxford, England