Joy wuchs in einer jüdischen Familie der Mittelklasse in der Bronx von New York City auf. Ihre Eltern waren die Lehrer Joseph Davidman (1887–1963) und Jeanette Spivak (1889–1965), und sie hatte einen jüngeren Bruder namens Howard (1919–1987). Schon in frühester Kindheit war sie oft kränklich und trug zeitweise auch einen Radiumkragen. Dank ihrer Intelligenz konnte sie trotzdem mit 14 Jahren die Evander Childs High School und mit 19 Jahren das Hunter College abschließen. Dort begann sie mit Schreiben von Gedichten. Danach studierte sie an der Columbia University, wo sie nach nur drei Semestern mit einem Master in englischer Literatur abschloss. In ihrer literarischen Entwicklung wurde sie von George MacDonald und seinem Werk Phantastes stark beeinflusst. Im Januar 1936 konnte sie in einem Magazin von Chicago erste Gedichte Poetry: A Magazine of Verse publizieren.
Bereits in ihrer Jugend wurde sie radikale Kommunistin und heiratete 1942 den gleichgesinnten Schriftsteller William Lindsay Gresham (1909–1962). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: David (1944–2016) und Douglas (* 1945).
Nachdem sie sich Ende der 40er Jahre zum christlichen Glauben bekehrt hatte, schrieb sie im Januar 1950 dem englischen Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis, dessen apologetischen Schriften für das Christentum sie maßgeblich zu ihrer Entscheidung beeinflusst hatten. Es entwickelte sich daraus ein Briefverkehr. 1952 reiste sie alleine, später mit ihren Söhnen nach England, um Lewis zu treffen und ihn, seinen Glauben und sein Denken kennenzulernen.
Nachdem ihr Ehemann sie in ihrer Abwesenheit mit ihrer Cousine betrogen hatte, ließ sie sich scheiden und zog 1953 mit den Söhnen Douglas und David definitiv nach England. Es entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen Davidman und Lewis, der mit ihr eine Frau fand, die ihm intellektuell gewachsen war. Davidman und Lewis heirateten 1956 standesamtlich, um eine Ausweisung zu vermeiden und ihren Aufenthalt in England zu sichern. Für die anglikanische Kirche war dies ein regelrechter Skandal, da Joy eine geschiedene jüdische Kommunistin gewesen war. Sie lebten zuerst in der Nähe, dann mit Lewis und seinem Bruder Warren in deren Haus The Kilns, und Lewis adoptierte die Kinder. Wenig später wurde bei Joy Knochenkrebs festgestellt. Durch ihre plötzlich ausbrechende Krankheit entdeckte Lewis seine Liebe zu ihr und fand in Peter Bide einen anglikanischen Priester, der sie am 21. März 1957 am Krankenbett in Oxford christlich traute und für sie betete. Joy erholte sich nach Monaten noch einmal erstaunlicherweise von ihrem Krebsleiden, so dass sie ihre Flitterwochen in Irland und gemeinsame Reisen nachholen konnten. Doch im Jahr 1960 wucherte der Krebs erneut in ihrem Körper weiter, und sie starb 45-jährig im Radcliffe Krankenhaus.
Sie wurde im Oxford Krematorium in Headington beigesetzt.
Rezeption und Ehrungen
1938 erhielt Davidman den Yale Younger Poets Award
1985 wurde das von William Nicholson geschriebene Theaterstück Shadowlands erstmals auf BBC ausgestrahlt, das in der Folge den BAFTA Awards für bestes Schauspiel und beste Schauspieler gewann. 1989 wurde es im Theatre Royal Plymouth mit Nigel Hawthorne und Jane Lapotaire in den Hauptrollen erstaufgeführt. Noch im Jahr 2026 traten Hugh Bonneville und Maggie Siff als Hauptfiguren des Spiels im Aldwych Theatre in London auf.
1993 wurde die Liebesgeschichte zwischen C. S. Lewis und Gresham von Richard Attenborough nach dem Drehbuch von Nicholson unter dem Titel Shadowlands verfilmt. Anthony Hopkins und Debra Winger spielten in den Hauptrollen, der Film wurde 1994 zweifach für den Oscar nominiert und gewann einen BAFTA for Outstanding British Film.
Schriften (Auswahl)
Poetry: A Magazine of Verse, 1936.
Letter to a Comrade, Younger Poet Series, Yale University Press, 1938.
Anya. The Macmillan Company, 1940.
War Poems of the United Nations: The Songs and Battle Cries of a World at War. Three Hundred Poems. One Hundred and Fifty Poets from Twenty Countries. Joy Davidman, editor. Dial Press, 1943.
Weeping Bay. MacMillan, New York 1950.
The Longest Way Round, in: These Found the Way: Thirteen Converts to Protestant Christianity, ed. David Wesley Soper, Westminster, Philadelphia 1951.
Smoke on the Mountain: An Interpretation of the Ten Commandments in Terms of Today, Vorwort von C. S. Lewis, The Westminster Press, Philadelphia 1954.
Rauch über dem Berg. Michael Claren, Lüdenscheid 1984, ISBN 3-922549-11-X, ins Deutsche übertragen von Peter Nabholz.
A Naked Tree: Love Sonnets to C. S. Lewis and Other Poems, ed. Don W. King, in: An Anglican-American Literary Review 29, 2012, S. 79–102; William B. Eerdmans, Grand Rapids 2015.
Literatur
Patti Callahan Henry: Becoming Mrs. Lewis, Thomas Nelson, Nashville 2018.
Lyle W. Dorsett: And God Came In: The Extraordinary Story of Joy Davidman, Macmillan, 1983; mit neuem Titel: A Love Observed: Joy Davidman’s Life and Marriage to C.S. Lewis, Northwind, 1998; Hendrickson, 2009.
Diana Pavlac Glyer: Joy Davidman Lewis: Author, Editor and Collaborator, Mythlore: A Journal of J. R. R. Tolkien, C. S. Lewis, Charles Williams, and Mythopoeic Literature, Band 22, N° 2, Artikel 3, 1998.
Douglas H. Gresham: Lenten Lands: My Childhood with Joy Davidman and C. S. Lewis, Macmillan, New York 1988.
Don W. King: Fire and Ice: C. S. Lewis and the Love Poetry of Joy Davidman and Ruth Pitter, An Anglican-American Literature Review 22, 2005, S. 66–88.
Don W. King: Out of My Bone: The Letters of Joy Davidman, William B. Eerdmans, Grand Rapids 2009.
Don W. King: Yet One More Spring: A Critical Study of Joy Davidman, William B. Eerdmans, Grand Rapids 2015.
Abigail Santamaria: Joy: Poet, Seeker, an the Woman Who Captivated C. S. Lewis, Houghton Mifflin Harcourt, New York 2015.
Brian Sibley: Through the Shadowlands: The Love Story of C. S. Lewis and Joy Davidman, Revell, Grand Rapids 2005.
Späte Liebe. C. S. Lewis und Joy Davidman. Brunnen-Verlag, Gießen u. a. 1997, ISBN 3-7655-3976-7 (ABC-team 3976).