Joyce Beetuan Koh (geboren 9. Juni 1968 in Singapur) ist eine singapurische Komponistin, Klangkünstlerin und Hochschullehrerin.
Sie studierte Musik in Singapur und ab 1990 Komposition am King’s College London bei Peter Dickinson und David Lumsdaine, wo sie ihren Bachelor und Master erwarb. Promoviert wurde sie 1997 im Fach Komposition an der University of York bei Nicola LeFanu. Bereits 1996 erhielt sie ein Stipendium des Centre National Nadia et Lili Boulanger (CNLB) und absolvierte in den Jahren 1997 und 1998 ein Postgraduierten-Diplom für Musikinformatik am Pariser Institut de recherche et coordination acoustique/musique (IRCAM). Weitere Stipendien in Italien und den USA folgten, außerdem besuchte sie Meisterkurse in Avignon, Darmstadt, Darlington, Tanglewood und Royaumont. Zu ihren weiteren Lehrenden im Fach Komposition zählten Tristan Murail, Henri Dutilleux, Franco Donatoni, Brian Ferneyhough, Harrison Birtwistle, Gérard Grisey, Klaus Huber und Milton Babbitt. Dirigieren lernte sie bei Diego Masson, Péter Eötvös und Jorma Panula.
1998 wurde Koh mit dem Young Artist Award vom Singapore National Arts Council ausgezeichnet. Sie war Composer in Residence 2004 am Künstlerhaus Edenkoben und 2006 an der École Nationale de Musique de Montbéliard.
Nach den Pariser Jahren kehrte sie 2006 zurück nach Singapur und wurde im Jahr danach Leiterin der Musikfakultät an der School Of The Arts. Von 2013 bis 2016 war sie Präsidentin des von ihr mitgegründeten Komponistenverbands Singapur.
Sie lehrt seit Januar 2014 als stellvertretende Dekanin und Professorin der Fakultät für interdisziplinäre Künste an der Nanyang Academy of Fine Arts der University of Arts Singapore.
Koh komponiert für verschiedenste akustische und elektroakustische Besetzungen. Zu ihren Arbeiten zählen Werke für Orchester wie Tai (1998), Kompositionen für Musiktheater wie Project Time für Stimmen, Elektronik, Tabla und Biangu (2001), das Akkordeonkonzert Divergent Plates (2003), Klavierwerke wie Edenkobener Bagatellen (2004), Vokalwerke wie The Water Burns für Kontra-Alt und Ensemble (2005) oder That Sunny Feeling (2022) bis hin zu Klanginstallationen wie String upon String (2026).
Einige von Kohs Werken setzen sich mit der europäischen klassischen Moderne und Avantgarde auseinander, so bezieht sich die Komposition Fingerprints (2015) für Ensemble auf Béla Bartók, Henri Dutilleux und Olivier Messiaen, während sich String by String (2021) für acht Streicher mit Iannis Xenakis auseinandersetzt.
Ihre Kompositionen werden international aufgeführt u. a. bei Festivals wie der Gaudeamus Muziekweek Amsterdam (1996), den World New Music Days in Seoul (1997) oder MaerzMusik Berlin (2026), von Orchestern wie dem Singapore Symphony Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra oder dem Hungarian Radio Symphony Orchestra, dirigiert u. a. von Okko Kamu oder Susanna Mälkki und interpretiert u. a. von Frode Haltli.
Außerdem kreiert Koh auch multimediale Arbeiten wie Hearing Lines (2017) oder Flight (2023) und schreibt Musik für kooperative Tanzprojekte wie The Locust Wrath zum Thema Klimawandel von PerMagnus Lindborg (2013), wo es um die Verklanglichung von Wetterdaten geht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koh, Joyce Beetuan |
| KURZBESCHREIBUNG | singapurische Komponistin, Dirigentin, Klangkünstlerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 9. Juni 1968 |
| GEBURTSORT | Singapur |