Judah Bergmann studierte 1893 bis 1897 am Rabbinerseminar in Wien und legte das Rabbinerexamen ab. 1897 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Wien. Danach arbeitete er als Rabbiner in Mähren; erst in Loschitz, dann in Friedeck. Ab 1901 war Judah Bergmann Rabbiner in Karlsruhe. Nach 1906 war er Rabbiner in Frankfurt (Oder). Ab 1908 lebte er in Berlin. Judah Bergmann war 1919 Mitbegründer der Freien Jüdischen Volkshochschule Berlin, an der er auch Vorträge hielt. Durch die in verschiedenen, über Berlin verteilten Hörsälen angebotenen Lehrvorträge und mehrmonatigen Seminarkurse sollte jugendlichen und erwachsenen Juden die Möglichkeit gegeben werden, „sich systematisch von sachkundiger Seite über das Judentum belehren zu lassen“ mit dem Ziel der „Hebung des jüdischen Selbstbewusstseins“. Er war lange Zeit Vizepräsident des Vereins für Jüdische Geschichte und Literatur in Berlin. Im April 1934 musste er wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen und emigrierte mit seiner Frau und der jüngsten Tochter Lotte nach Palästina. Dort wurde er Rabbiner am Hadassah-Hospital und an der tschechischen Synagoge in Jerusalem.
Familie
Judah Bergmann war mit Hedwig Rosenzweig (1882–1951) verheiratet, mit der er acht Kinder hatte.
Ismar Elbogen, Judah Bergmann:Gedenkbuch für Moses Mendelssohn. Hrsg.: Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. M. Poppelauer, Berlin 1929.
Das Judentum: Gedanke und Gestaltung. Rubin Mass, Berlin 1933.
Judah Bergmann verfasste Artikel über jüdische Geschichte und Folklore in der Monatszeitschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums.
Bruno Gold:Die Juden und Judengemeinden Mährens in Vergangenheit und Gegenwart: Ein Sammelwerk. Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn 1929, S.319.
Bergmann, Jehuda, in: Dov Amir: Leben und Werk der deutschsprachigen Schriftsteller in Israel: Eine Bio-Bibliographie. München: Saur, 1980, ISBN 3-598-10070-1, S. 28
Bergmann, Yehuda, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 56
Weblinks
Abraham Meir Habermann:Bergmann, Judah.In:encyclopedia.com.Abgerufen am 2.Januar 2018(englisch).
↑Torsten Lattki:Benzion Kellermann: Prophetisches Judentum und Vernunftreligion. In: Michael Brenner, Stefan Rohrbacher (Hrsg.): Jüdische Religion, Geschichte und Kultur. Band24. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen / Bristol 2015, ISBN 978-3-525-57040-1, S.342.
↑ohne Verfasser:Denkschrift zur Gründung der freien jüdischen Volkshochschule in Berlin. 1918 (Centrum Judaicum. Stiftung Neue Synagoge Berlin, Archiv. 1, 75 C Ve 3, Nr. 54, #13127, Bl. 1).
↑Fabre Mathilde.In:Le comité Français pour Yad Vashem / yadvashem-france.org.27.November 2013,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am3.Januar 2018;abgerufen am 2.Januar 2018(französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/yadvashem-france.org
↑Geburtsregister Standesamt Berlin 12a, Nr. 3584/1906