
Juggernaut [] ist ein metaphorischer Begriff aus dem Englischen. Er steht für eine unaufhaltsame Kraft, die alles vernichtet, was ihr im Wege steht. Der Wortursprung liegt bei den riesigen, viele Tonnen schweren Prozessionswagen (Ratha), die während einer bestimmten hinduistischen Prozession (Ratha Yatra) zu Ehren des Gottes Jagannatha (Vishnu) verwendet werden. Einmal in Fahrt gebracht, sind diese Wagen von Menschen kaum zu stoppen. Während der britischen Besatzung Indiens gelangte der Begriff in die englische Sprache und von dort teilweise auch ins Deutsche. In der englischen Umgangssprache wird mit diesem Begriff auch ein schwerer Sattelzug bezeichnet.
Karl Marx vergleicht im Kapital die Entwicklung des Kapitalismus mit dem Juggernaut:
Der Soziologe Anthony Giddens vergleicht die Institutionen der Moderne mit dem Wagen des Juggernaut (in der deutschen Übersetzung Dschagganath-Wagen): In ihrer Wucht zerstören sie alles, sind dabei jedoch kaum steuerbar. Diese Metapher wurde von verschiedener Seite rezipiert.
Die New York Times sprach in Bezug auf den deutschen 7:1-Halbfinalsieg über Brasilien bei der Fußball-WM 2014 von einem „German juggernaut“.
Angesichts der Verhandlungen zum EU-Austritt des Vereinigten Königreichs verglich der britische Politiker und Autor Stanley Johnson 2017 den Ausstiegsprozess mit einem Juggernaut.
Im Kinderroman Die kleinen Holzdiebe und das Rätsel des Juggernaut (2025) von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt steht ein dem Jagannatha-Prozessionswagen ähnelnder Juggernaut sinnbildlich für die unaufhaltsame Kraft des Kapitals.