
Étienne-Jules Ramey (* 23. Mai 1796 in Paris; † 29. Oktober 1852 ebenda) war ein französischer Bildhauer. Er schuf vor allem Werke für offizielle Aufträge zur Dekoration von Sakral- und Profanbauten in Paris.
Jules Ramey war der Sohn und Schüler des Bildhauers Claude Ramey. Er studierte an der École des Beaux-Arts in Paris bei Pierre Cartellier. 1814 erhielt er den zweiten und 1815 den ersten Rompreis (Grand Prix de Rome), den er mit dem Hochrelief Ulysse reconnu par son chien gewann. Von 1815 bis 1820 hielt er sich an der Académie de France à Rome in Rom auf, wo er antike Skulpturen kopierte. Danach kehrte er nach Paris zurück. 1828 wurde er in die Académie des Beaux-Arts gewählt. Ab 1832 lehrte er als Professor an der École des Beaux-Arts und führte gemeinsam mit Augustin Alexandre Dumont ein Atelier. Jules Ramey starb 1852 in Paris.
Jules Ramey stand in der Nachfolge seines Vaters und war durch das Kopieren von Antiken in Rom vom klassischen Figurenideal geprägt. Er entwickelte jedoch einen persönlichen Stil, der dem Zeitgeschmack des Empire entsprach, wie die Statue Vénus anadyomène (1820, Musée des Beaux-Arts de Dijon) zeigt. Er führte vor allem offizielle Aufträge für Pariser Kirchen und Profanbauten aus und schuf dabei religiöse, mythologische und allegorische Darstellungen. Seit 1822 stellte er seine Werke im Pariser Salon aus und erhielt 1827 eine Medaille.
Für die Église de la Sorbonne schuf Ramey zunächst die Statue Christus an der Säule (Salon 1822). Für das Grabmal des Herzogs von Richelieu in derselben Kirche fertigte er die Marmorgruppe Le duc de Richelieu et la Religion, die sich noch heute dort befindet, sowie das Marmorbasrelief La France et la Ville de Paris. Weitere Werke sind die Allegorie La Religion protectrice, entourée des Vertus (Salon 1827) für die Kirche in Saint-Germain-en-Laye, die monumentale Steinstatue des Heiligen Lukas an der Église de la Madeleine in Paris (beschädigt) und die Statuen der Heiligen Petrus und Paulus (um 1844) an Saint-Vincent-de-Paul in Paris.

Die 1826 für den Jardin des Tuileries gefertigte Steingruppe Thésée combattant le Minotaure gilt als frühes Hauptwerk Rameys und verschaffte ihm weitere prestigeträchtige Aufträge. Ein Bronzeabguss der Gruppe befindet sich im Schloss Dampierre in Dampierre-en-Yvelines. Zwischen 1828 und 1839 gestaltete er gemeinsam mit Pierre-Jean David d’Angers die Dekoration des Triumphbogens Porte d’Aix in Marseille. Sie umfasst sechs monumentale Hochreliefs mit Schlachtenszenen aus der Zeit der Ersten Republik, des Konsulats und des Ersten Kaiserreichs, Trophäen und allegorische Statuen. Neun Entwurfszeichnungen (Tusche) befinden sich im Musée des Beaux-Arts d’Angers.
In Paris schuf Ramey außerdem:
Jules Ramey porträtierte Personen aus seinem Umfeld, darunter seinen Vater (Claude Ramey, père de l'auteur, 1822, Verbleib unbekannt) und Madame Dumont, die Ehefrau des Bildhauers Jacques-Edme Dumont (Marmormedaillon mit Brustbild, 1829, Louvre, Paris).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ramey, Jules |
| ALTERNATIVNAMEN | Ramey, Étienne-Jules |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 23. Mai 1796 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 29. Oktober 1852 |
| STERBEORT | Paris |