Jules Soury

Jules Soury, Karikatur von Dubois (um 1877)

Jules Soury (geb. 28. Mai 1842 in Paris; gest. 10. August 1915 ebenda) war ein französischer Schriftsteller, Philosoph, Übersetzer und Historiker der Neurowissenschaften.

Leben und Werk

Soury wurde 1842 in Paris geboren. Er war Beamter an der Bibliothèque nationale und Professor an der École pratique des hautes études und ist auch als Theoretiker des Rassismus und Antisemitismus sowie für sein nationalistisches Engagement bekannt, das einen entscheidenden Einfluss auf den Publizisten und Politiker Maurice Barrès ausübte.

1899 hielt der Psychologieprofessor Jules Soury in einem Briefwechsel mit Maurice Barrès zum Dreyfus-Prozess fest:

« Il ne s‘agit pas d‘un pauvre petit capitaine juif, mais de l‘éternelle lutte entre le sémitisme et l‘Aryen. […] Je crois que le Juif est né d‘un anthropoïde spécial comme le Noir, le Jaune, le Peau-Rouge. Je crois que le Juif est une race, bien plus une espèce. »

„Es geht nicht um einen armen kleinen jüdischen Hauptmann, sondern um den ewigen Kampf zwischen Semitismus und Arier. […] Ich glaube, dass der Jude wie der Schwarze, der Gelbe, der Rothäutige von einem besonderen Menschenaffen abstammt. Ich glaube, dass der Jude eine Rasse ist, viel mehr eine Gattung.“

Soury übersetzte verschiedene Werke von Ernst Haeckel, Oscar Schmidt, Theodor Nöldeke und anderen und schrieb mehrere archäologische, psychologische und historische Werke, darunter Bréviaire de l'histoire du matérialisme (1881), Les fonctions du cerveau (1892) und Le système nerveux central (1899). Sein 1878 in Paris erschienenes Werk Jésus et les Évangiles wurde per Dekret der Glaubenskongregation noch im Erscheinungsjahr auf den Index gesetzt.

Schriften (Auswahl)

Übersetzungen

Siehe auch

Literatur

Commons: Jules Soury – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. ↑ zitiert nach: Renée Wagener: Die jüdische Minderheit in Luxemburg und das Gleichheitsprinzip. Staatsbürgerliche Emanzipation vs. staatliche und gesellschaftliche Praxis vom 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Hagen 2017, S. 148 (fernuni-hagen.de [PDF] Diss.).
  2. ↑ Jesús Martínez de Bujanda, Marcella Richter: Index librorum prohibitorum 1600–1966. In: Index des livres interdits. Band XI. Médiaspaul, Montréal 2002, ISBN 2-89420-522-8, S. 846 (französisch, Digitalisat in der Google-Buchsuche).
Personendaten
NAME Soury, Jules
ALTERNATIVNAMEN Soury, Jules Auguste
KURZBESCHREIBUNG französischer Schriftsteller, Philosoph, Übersetzer und Historiker der Neurowissenschaften
GEBURTSDATUM 28. Mai 1842
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 10. August 1915
STERBEORT Paris