Griechische Freude über den Gewinn des Fußball-EM-Turniers
Donchery/Frankreich: Der geständige SerienmörderMichel Fourniret und seine Ehefrau führen die Polizei zu den Gräbern zweier Personen, die seit 15 Jahren als vermisst gelten. Fourniret räumt den Mord an acht weiblichen Personen und an einer männlichen ein.
Thailand: Die Vogelgrippe H5N1 ist zurückgekehrt. In den Provinzen Ayutthaya und Pathumthani wurden deshalb bislang mehr als 8.000 Hühner geschlachtet. Laut dem stellvertretenden Landwirtschaftsminister Thailands Newin Chidchob handelt es sich um den gleichen Virusstamm, der schon zu Jahresbeginn epidemisch Vögel in Asien befiel.
Berlin/Deutschland: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen die ehemaligen Staatssekretäre und CDU-Mitglieder Volker Liepelt und Hugo Holzinger ein Verfahren wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit der Tempodrom-Affäre eingeleitet.
Berlin/Deutschland: Das Justizministerium plant eine Gesetzesänderung, die den sog. „großen Lauschangriff“ auf die bisher geschützten Berufsgruppe von Ärzten, Anwälten, Steuerberatern, Drogenberatern und Journalisten ausweiten soll. Des Weiteren soll der große Lauschangriff in Zukunft nur noch bei schweren Verbrechen mit einer Mindeststrafe von 5 Jahren oder mehr zugelassen werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte eine entsprechende Änderung angemahnt. Nach Protesten der betroffenen Berufsgruppen sowie von FDP und Bündnis 90/Die Grünen zieht Ministerin Brigitte Zypries den Entwurf zurück.
Bagdad, Samarra/Irak: Bei einem Angriff Aufständischer in Samarra sterben drei US-Soldaten und ein Iraker; 18 weitere Männer werden verletzt. In Bagdad tötet eine Autobombe einen Ex-Baath-Funktionär.
Bangkok/Thailand: Die von 11. – 16. Juli stattfindende „15. internationale Aidskonferenz“ wird eröffnet. Tausende Experten haben sich versammelt, um über den globalen Kampf gegen die Immunschwächekrankheit zu beraten.
Mittelmeerregion: Nach dreiwöchigem Streit hat Italien dem deutschen Rettungsschiff Cap Anamur mit 37 sudanesischen Flüchtlingen an Bord die Einfahrt in italienische Gewässer erlaubt. Die Flüchtlinge haben in Deutschland um Asyl gebeten.
Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry wirft Amtsinhaber George W. Bush mit bisher nie dagewesener Deutlichkeit in der Irak-Politik Täuschung und Wortbruch vor. In der Frage angeblicher irakischer Massenvernichtungswaffen und der Verbindungen Iraks zur Al-Qaida habe Bush die amerikanische Öffentlichkeit in die Irre geführt.
Montag, 12. Juli 2004
Rom, Palermo/Italien: Die Cap Anamur wird von den italienischen Behörden nicht mehr als beschlagnahmt angesehen. Die Besatzung bleibt weiter in Haft.
Berlin/Deutschland: Die Bundesregierung verlangt von Italien die Freilassung der drei deutschen Mitarbeiter des Rettungsschiffs Cap Anamur, die wegen Beihilfe zur illegaler Einreise festgenommen wurden.
Manila/Philippinen: Um das Leben einer Geisel zu retten, kündigt die philippinische Regierung an, ihre 51 Soldaten aus dem Irak zurückzuziehen. Ursprünglich war der Abzug erst am 20. August geplant.
Danzig, Warschau/Polen: Horst Köhler bricht zu seiner ersten Auslandsreise als deutscher Bundespräsident nach Polen und Frankreich auf. Mit dem Antrittsbesuch in Polen soll zum einen auf die besondere Verbindung zwischen Polen und Deutschland und auf die Herkunft Horst Köhlers hingewiesen werden. Er trifft sich heute mit dem polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski in Warschau, wo er vermeintlichen Ansprüchen von Vertriebenen eine Absage erteilt. Bei einer Kranzniederlegung in Danzig für die Opfer des Zweiten Weltkriegs begegnet er FriedensnobelpreisträgerLech Wałęsa.
Phnom Penh/Kambodscha: Das kambodschanische Parlament beendet die 11 Monate andauernde Verfassungskrise durch die Anerkennung von Hun Sen als Regierungschef des Landes.
Manila/Philippinen: Zwei Tage nach der Ankündigung der Regierung begannen die Philippinen, 51 Soldaten, die als Aufbauhelfer im Irak stationiert waren, abzuziehen. Man kam so einer Forderung der Geiselnehmer nach.
Euskirchen/Deutschland. Auf der Autobahn A1 zwischen Euskirchen und dem Kreuz Bliesheim verunglückt am Morgen gegen 8:15 Uhr ein dänischer Reisebus, der von einer Jugendfreizeit in Nordspanien auf dem Weg nach Hause ist. 2 Jugendliche sterben, 57 werden verletzt – 6 davon schwer.
Rom/Italien: Der Chef der rechtsgerichteten italienischen Partei Lega Nord, Umberto Bossi, verlässt die Regierung von Silvio Berlusconi, um als Abgeordneter ins Europaparlament zu gehen. Auf Grund seines Rücktritts 1994 scheiterte die erste Regierung Berlusconis. Bossi, der sich von einem Herzinfarkt erholt, nennt gesundheitliche Gründe alleinverantwortlich für seine Entscheidung.
Tel Aviv/Israel: Bei einem Anschlag wird in der israelischen Stadt erstmals ein Richter ermordet. Der 49-jährige Adi Azar, wurde von einem Mann auf dem Motorrad erschossen. Trotz Bekenntnisse der al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, schließt Justizminister Yosef Lapid einen terroristischen Hintergrund aus.
Kiew/Ukraine: Im Osten des Landes kommen bei einer schweren Grubengas-Explosion mindestens 25 Bergleute ums Leben. Die Katastrophe ereignete sich im Bergwerk Krasnolimanskaja im Donezbecken.
Bagdad/Irak, Manila/Philippinen. Nach dem Abzug der letzten philippinischen Soldaten aus dem Irak wird der als Geisel festgehaltene philippinische Lkw-Fahrer freigelassen.
Straßburg/Frankreich. Das Europaparlament kommt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. 732 Abgeordnete aus 25 Ländern sollen unter anderem den neuen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso ernennen. Josep Borrell wählte man zum neuen Präsidenten des Parlaments.
Wiesbaden/Deutschland. Martin Hohmann wurde vom CDU-Landesverband Hessen aus der Partei ausgeschlossen. In einer Aufsehen erregenden Rede zum 3. Oktober2003 benutzte er im Zusammenhang mit den Juden den Begriff Tätervolk.
Rom/Italien. Der Vorarlberger Bischof Klaus Küng, der dem Opus Dei angehört, wurde von Papst zum apostolischen Visitator für die Diözese St. Pölten bestimmt, um die Situation in der Diözese und im Priesterseminar zu klären, nachdem Fotos und Indizien für Kinderpornografie bekannt geworden waren.
Mittwoch, 21. Juli 2004
Jerusalem/Israel, New York/Vereinigte Staaten. Die UN-Generalversammlung fordert den Abriss jener israelischen Sperrmauern, die auf palästinensischem Boden errichtet wurden. Nahezu alle Mitgliedsstaaten einschließlich der EU-Länder hatten für den ausgehandelten Resolutionstext gestimmt, nur die USA und drei pazifische Inselstaaten stimmten dagegen. Die israelische Regierung erklärte daraufhin, sich nicht an die UN-Mehrheitsentscheidung halten zu wollen und den Bau des Sperrwalls im Westjordanland weiterzuführen.
Straßburg/Frankreich. Das Europäische Parlament hat den früheren portugiesischen Premierminister José Manuel Barroso mit deutlicher Mehrheit als neuen EU-Kommissionspräsidenten bestätigt. Barroso erhielt in der geheimen Wahl 413 der 723 Stimmen, 251 Abgeordnete stimmten gegen ihn, 44 enthielten sich der Stimme. Er hat nun eine 25-köpfige Kommission zu bilden, welche vor ihrem Amtsantritt am 1. November 2004 nochmals vom EU-Parlament und den EU-Regierungen bestätigt werden muss.
Türkei. Bei einem Zugunglück nahe der anatolischen Stadt Sakarya, 150km östlich von Istanbul, sind am Abend etwa 36 Menschen ums Leben gekommen, 79 Menschen wurden verletzt. Vier Waggons überschlugen sich auf freier Strecke. Es waren 230 Passagiere an Bord. Der Hochgeschwindigkeitszug ist erst im Juni in Betrieb genommen worden. Er soll die Reisezeit auf der knapp 600 Kilometer langen Strecke auf nur fünf Stunden verkürzen. Fachleute warnten, dass die Strecke dafür noch nicht ausgebaut sei.
Freitag, 23. Juli 2004
„Alte Brücke“ in Mostar
Frankfurt am Main/Deutschland: Schwere Unwetter im Rhein-Main-Gebiet. Durch Blitzeinschläge und Überflutungen wurde der Schienenverkehr teilweise lahmgelegt. Die schwersten Sturmschäden entstanden im Frankfurter Süden.
Karatschi/Pakistan. Eine Bombe explodiert an einer Straße und tötet einen Elektriker und verwundet sechs weitere Insassen eines Fahrzeuges. Die Opfer waren alle Kursteilnehmer und Personal eines islamischen Seminars und scheinen die Ziele des Angriffs gewesen zu sein.
Sonntag, 25. Juli 2004
Israel. In einer riesigen Menschenkette demonstrierten rund 130.000 Israelis gegen die Pläne des Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Sharon hatte beabsichtigt, alle israelischen Siedlungen im Gazastreifen endgültig zu beseitigen.
Schleswig/Deutschland. Die Stadt Schleswig feiert ihr 1200-jähriges Bestehen. Bundespräsident Horst Köhler, der zusammen mit seiner Frau derzeit seinen Urlaub in Schleswig-Holstein verbringt, trifft sich in Schleswig mit Königin Margrethe II. von Dänemark und erinnert an die „weltweit vorbildliche“ Politik beider Länder gegenüber ihren jeweiligen Minderheiten im anderen Land. (Deutsch-dänische Beziehungen vorzüglich (Memento vom 13. Februar 2005 im Internet Archive) Toast von Bundespräsident Horst Köhler zum Besuch von Königin Margrethe II. anlässlich des 1.200-jährigen Stadtjubiläums in Schleswig).
Karlsruhe/Deutschland. Der Bund durfte die Juniorprofessur nicht allein einführen. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, das 5. Änderungsgesetz zum Hochschulrahmengesetz sei „wegen Überschreitung der Rahmengesetzgebungskompetenz des Bundes mit Artikel 70, Artikel 75 in Verbindung mit Artikel 72 Absatz 2 des Grundgesetzes unvereinbar und nichtig.“ (Urteil)
New York/Vereinigte Staaten, Berlin/Deutschland. Die USA und Deutschland verstärken den diplomatischen Druck auf die sudanesische Regierung in Khartum, gegen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Region Darfur vorzugehen. Die USA brachten einen Entwurf für eine UN-Resolution im UN-Sicherheitsrat ein, in dem, nach Ablauf einer 30-tägigen Frist, mit Sanktionen gedroht wird. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer verstärkte die Sanktionsdrohungen: “Wenn Khartum das Töten in Darfur nicht beendet und die geplante Resolution des UN-Sicherheitsrats nicht befriedigend umsetzt, wird die internationale Gemeinschaft Konsequenzen ziehen.”
Mittwoch, 28. Juli 2004
Kabul/Afghanistan. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) stellt nach 24 Jahren ihre Tätigkeit in Afghanistan ein. MSF wirft der Koalition unter US-amerikanischer Führung die Gefährdung der Helfer durch Instrumentalisierung und Missbrauch humanitärer Hilfe vor. So wurden z.B. Afghanen mittels Flugblättern dazu aufgefordert, Informationen über die Taliban und Al-Qaida zu liefern, um weiterhin humanitäre Hilfe zu erhalten. Erst im Juni wurden in Afghanistan fünf MSF-Mitarbeiter in einem Hinterhalt getötet.
Bakuba/Irak. Auf dem Marktplatz von Bakuba, einer Kleinstadt 65km nördlich von Bagdad, werden bei einem Selbstmordattentat nach ersten Angaben mindestens 68 Menschen getötet und mindestens weitere 30 verletzt. Der Attentäter sprengte sein Fahrzeug vor einer Polizeiwache, vor der sich etwa 250 Arbeitssuchende zur Rekrutierung in den Polizeidienst anstellten. Bei diesem Anschlag, bei dem es nur zivile Opfer gab, handelt es sich um den blutigsten seit der formalen Machtübergabe an die Interimsregierung am 28. Juni.
Donnerstag, 29. Juli 2004
Logo des Irakkrieg-Dokumentarfilms von Michael Moore
Sønderborg/Dänemark: Beim Besuch von Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary in Sønderborg nahe der deutschen Grenze wird in Anwesenheit des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass dessen Großplastik Butt im Griff enthüllt. Eine identische Bronzeskulptur steht bereits in Lübeck, der Wahlheimat des Künstlers.
Freitag, 30. Juli 2004
Ghislenghien/Belgien: In dem Ort 40km südwestlich von Brüssel schlagen Bauarbeiter versehentlich ein Leck in eine Gaspipeline. Deren Explosion richtet in weitem Umkreis Schäden an und verursacht den Tod von 24 Menschen. Mehr als 130 weitere Personen werden verletzt, 30 davon schwer. Zwei nahe gelegene Fabriken fangen Feuer.
New York/Vereinigte Staaten: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fordert in seiner Resolution 1556 von der sudanesischen Regierung ein Ende der Gewalt in der Krisenregion Darfur. Die mit 13 von 15 Stimmen beschlossene Resolution droht nach Ablauf einer 30-tägigen Frist mit nicht näher erläuterten Konsequenzen. Nach Schätzungen der US-Behörde für Internationale Entwicklung kamen in der Krisenregion bereits bis zu 80.000 Menschen ums Leben.
Samstag, 31. Juli 2004
Paris/Frankreich: Frankreich verlegt 200 im Tschad stationierte Soldaten an die sudanesische Grenze, um Flüchtlingen aus der Krisenregion Darfur humanitäre Hilfe leisten zu können. Zudem sollen Transportflugzeuge zur Lieferung von Hilfsgütern zur Verfügung gestellt werden.