
Julian Holzapfl (* 24. Mai 1976 in Villingen-Schwenningen) ist ein deutscher Historiker, Archivar und Autor. Seit dem 1. September 2023 leitet er das Staatsarchiv München.
Julian Holzapfl wuchs in Dauchingen im Schwarzwald-Baar-Kreis auf. Nach dem Abitur 1994 am Gymnasium am Deutenberg Villingen-Schwenningen studierte er Geschichte mit Schwerpunkt Historische Grundwissenschaften und Anglistik an der Universität Konstanz, der National University of Ireland in Galway und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2006 wurde er mit der Arbeit „Kanzleikorrespondenz des späten Mittelalters in Bayern: Schriftlichkeit, Sprache und politische Rhetorik“ promoviert. Seine Dissertation erschien 2008 beim Verlag C. H. Beck.
In den Jahren 2006–2008 absolvierte Holzapfl die Referendariatszeit für den Höheren Archivdienst an der Bayerischen Archivschule. Von 2008 bis 2012 arbeitete er als Archivar beim Bayerischen Hauptstaatsarchiv und von 2012 bis 2018 an der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. Seit 2018 ist er Archivar beim Staatsarchiv München, welches er seit 2023 als Archivdirektor, in der Nachfolge von Christoph Bachmann, leitet. Unter Leitung Holzapfls engagiert sich das Staatsarchiv München bei der Aufarbeitung und Vernetzung von problematischen Archivalien aus der NS-Zeit.
Julian Holzapfl nimmt als Dozent Lehraufträge für Historische Grundwissenschaften an der LMU München wahr. Dabei vermittelt er Wissen über seine Erfahrungen mit den von ihm betreuten Archivquellen an bayerischen Landratsämtern und Behörden in Oberbayern. Bis 2024 war er Dozent an der der Bayerischen Verwaltungsschule. Er war maßgeblich beteiligt an der schriftgeschichtlichen „Übungsplattform Digitale Schriftkunde“. Zudem engagiert er sich in der Archivwissenschaft und in der Vermittlung von Archivwissen in Vorträgen, Tagungen und in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Engagiert ist Holzapfl auch in der Aufarbeitung von NSDAP-Mitgliedschaften in der Nazizeit. Im Münchner Staatsarchiv befinden sich 170 000 sogenannte Spruchkammerakten, aus denen sich Menschen über die Rolle ihrer Vorfahren in der Nazi-Zeit informieren können, und seit der Veröffentlichung der NSDAP-Mitgliederkartei im Juni 2026 dies in verstärktem Maß wahrnehmen. Laut Julian Holzfapfl sind die Anfragen nach Einsichtnahme in die NSDAP-Akten 2026 sprunghaft gestiegen: „Wir hatten in den Jahren vor Corona rund 700 Einsichtnahmen pro Jahr. Dann waren wir 2024 schon bei 1100 pro Jahr. Hochgerechnet für 2026 werden wir dann wohl auf bis zu 2500 kommen.“
Holzapfls Forschungsschwerpunkte sind historische Quellenkunde, Archivwissenschaft und der Umgang mit schriftlichem Kulturgut, was sich auch in seinen Publikationen widerspiegelt. Darüber hinaus zählt er zu den Autoren des von der Bayerischen Staatsbibliothek herausgegebenen Historischen Lexikons Bayerns.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Holzapfl, Julian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Archivar und Autor |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1976 |
| GEBURTSORT | Villingen-Schwenningen |