Julius Althaus

Julius Althaus (1833–1900)

Julius Althaus (* 31. März 1833 in Detmold; † 11. Juni 1900 in London) war ein deutscher Neurologe, der als erster Arzt eine elektrische Behandlung an Patienten vornahm, 1866 in London ein Fachkrankenhaus gründete und mit zahlreichen Fachbeiträgen international Anerkennung fand.

Leben

Julius Althaus war ein Sohn des Generalsuperintendenten Friedrich Georg Althaus (1790–1863) und dessen Ehefrau Julie Dräseke (Tochter des Bischofs Johann Heinrich Bernhard Dräseke) und wuchs mit seinen Geschwistern Theodor (1822–1852, Theologe) und Friedrich (1829–1897, Schriftsteller) auf. Er studierte an den Universitäten in Bonn, Göttingen, Heidelberg und Berlin, wo er 1855 mit seiner Arbeit Pneumothorax (Pneumothorax) seine Studien abschloss und zum De. Med. promovierte. Gemeinsam mit Johannes Müller besuchte er Sizilien, um dort Zoologie zu studieren. Er zog nach London, wo er am King’s College Hospital als Assistent von Robert Bentley Todd Patienten mit Strom behandelte.

1860 wurde er Mitglied (später Ehrenmitglied) des Royal College of Physicians (Königliches Ärztekollegium). Daneben war er Ehrenmitglied und korrespondierendes Mitglied vieler europäischen und amerikanischen medizinischen Gesellschaften.

National Hospital for the Paralysed and Epileptic in London, 1866 durch Julius Althaus gegründet

1866 hatte er maßgeblichen Anteil an der Schaffung eines Epilepsie- und Lähmungskrankenhauses, das sich zum Maida Vale Hospital für Nervenkrankheiten entwickelte und jetzt Teil des Nationalen Krankenhauses für Neurologie und Neurochirurgie ist. 1877 schlug Althaus vor, die Krankheit Multiple Sklerose nach Jean-Martin Charcot, dessen Schüler er war, zu benennen. Er grenzte als Erster die Krankheiten Multiple Sklerose und Parkinson als eigenständige Krankheitsbilder voneinander ab. Am 10. September 1887 war er in Washington Teilnehmer am 9. Internationalen medizinischen Kongress, wo er Vizepräsident des Arbeitskreises Phsychologie und Nerven-Kranlheiten war. Althaus war bis 1894 Arzt im Klinikum für Epilepsie und Lähmung, als er zum Ehrenamt des beratenden Arztes berufen wurde. Er wurde als kultureller Universalgelehrter bezeichnet und war zusammen mit seiner Frau, die wie er musikalisch begabt war, Zentrum eines gesellschaftlichen Kreises in London.

Familie

Im Juni 1859 heiratete er Anna Wilhelmina Pelzer und hatte mit ihr zwei Söhne und eine Tochter.

Schriften (Auswahl)

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Auszeichnungen

Orden der Krone von Italien Ritterkreuz I. Klasse

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Wikisource: Julius Althaus – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Wiener medicinische Blätter, Zeitschrift für d. gesamte Heilkunde Band 20. 1897 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Allgemeine medizinische Zentral-Zeitung der Wochenschrift des praktischen Arztes, Band 56,. 1887 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. ↑ Deutsches Museum, Achter Jahrgang. 1858 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ Deutsches Museum. 1865 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Zentralblatt für Nervenheilkunde und Psychiatrie, Band 9. 1886 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ Deutsches Archiv für klinische Medizin, Band 54Datum=1895. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Personendaten
NAME Althaus, Julius
KURZBESCHREIBUNG deutscher Neurologe und Klinikgründer
GEBURTSDATUM 31. März 1833
GEBURTSORT Detmold
STERBEDATUM 11. Juni 1900
STERBEORT London