Jupiter Artland

Love Bomb von Marc Quinn, Jupiter Artland (2011)

Jupiter Artland ist ein zeitgenössischer Skulpturenpark und eine Kunstgalerie für zeitgenössische Kunst in der Nähe von Edinburgh, Schottland.

Lage, Trägerschaft, Konzept

Jupiter Artland befindet sich auf dem historischen Gelände von Bonnington House, einem im 19. Jahrhundert erbauten Landhaus, etwa 16 Kilometer westlich von Edinburgh. Der Landsitz wurde im 17. Jahrhundert gegründet und hatte sehr unterschiedliche Besitzer, zu denen die adligen Familien der Barone von Foulis und der Cunninghams gehörten, im 20. Jahrhundert auch kurze Zeit die sog. ‘Children of God’ Sekte, die das Herrenhaus jedoch bald wieder verkaufte. Eigentümer von Haus und Park sind die Mäzene Nicky Wilson und Robert Wilson. Die zum Herrenhaus gehörenden historischen Gärten und Jagdgebiete sind in der Anlage einiger Parkteile teilweise noch erkennbar.

Große Teile des auf einer Hügelkuppe gelegenen Geländes verfügen über einen alten Baumbestand und weite Aussichten auf die umliegenden Gebirgs- und Hügelzüge Midlothians und der Pentlands, der niedriger gelegene Teil zum Eingang des Grundstücks hin besteht aus Wiesen und Weideflächen sowie einem Teich mit Bootshaus und einer kleinen Insel.

Die den Skulpturenpark tragende Jupiter Artland Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die sich durch Ticketverkäufe, Kurse, Workshops, Veranstaltungen und Spenden finanziert. Auch ehrenamtliche Helfer unterstützen die Organisation. Der Park ist ganzjährig für Besucher geöffnet.

Das Anwesen wurde in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einem Skulpturenpark ausgebaut. Die Skulpturensammlung wurde 1999 von den Kunstsammlern Robert und Nicky Wilson gegründet und konzentriert sich darauf, das Werk zeitgenössischer Künstler zu fördern und ortsspezifische Kunstwerke in Auftrag zu geben. Einige der Installationen sind nur saisonal, die meisten permanent installiert; sie geben insgesamt einen Überblick über die zeitgenössische Skulpturen- und landschaftsbezogene Installationskunst vor allem Großbritanniens.

Zwei neue Flügel des Anwesens, entworfen von Benjamin Tindall Architects, wurden 2015 fertiggestellt und bieten Ausstellungsflächen im Innenbereich für Standbilder und Gemälde. Sie werden normalerweise für Wechselausstellungen verwendet. Ein Teil der ehemaligen Stallungen und Gesindehäuser wurden zu einem Café und Museumsshop umgebaut.

Ein mit Fliesen mosaikartig gestaltetes großes Schwimmbecken steht den Besuchern in den wärmeren Monaten zur Verfügung; auch das Baden und Schwimmen in den Gewässerteilen der ‘Cells of Life’ Landschaftsform ist dann gestattet.

Im April 2016 wurde Jupiter Artland für den britischen Preis „Museum des Jahres 2016“ nominiert.

Im Jahr 2018 diente es als Drehort für die BBC-Four-Sendung „Magic Numbers: Hannah Fry's Mysterious World of Maths“, präsentiert von der Mathematikerin Hannah Fry.

Aufstellungsobjekte und Landschaftskunst

Cells of Life, 2016

Die größte Installation, die aus begehbaren stufenförmigen Rasenpyramiden und Wasseranlagen besteht, ist die Arbeit Cells of Life, a landform von Charles Jencks. Eine Großskulptur aus Bronze unter dem Titel ‘I lay here for you’ von Tracey Emin befindet sich in einem urwaldartigen bewaldeten Teil des Parks. Im Bootshaus des Sees befindet sich der von Tania Kovats gestaltete Innenraum unter dem Titel Rivers. Gezeigt wird eine Kollektion von großen Glasbehältern, in denen das Wasser von 100 britischen Flüssen gesammelt ist.

Zu den permanent installierten Skulpturen gehören Arbeiten von anderen Gegenwartskünstlern wie Phyllida Barlow, Christian Boltanski, Pablo Bronstein, Nathan Coley, Ian Hamilton Finlay, Laura Ford, Anya Gallaccio, Andy Goldsworthy, Antony Gormley, Anish Kapoor, Jim Lambie, Cornelia Parker und Marc Quinn.

Commons: Jupiter Artland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Bonnington House – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Our Landscape. In: Jupiter Artland. Abgerufen am 22. Mai 2026 (britisches Englisch).
  2. ↑ Jupiter Artland. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  3. ↑ V&A up for Museum of the Year £100,000 prize. In: BBC News. 28. April 2016 (bbc.co.uk [abgerufen am 22. Mai 2026]).
  4. ↑ Art Fund: Museum of the Year 2016 finalists announced - Art Fund. Archiviert vom Original am 6. Juli 2016; abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).

Koordinaten: 55° 54′ 24,5″ N, 3° 25′ 22,1″ W