Jurij Rodionov

Jurij Rodionov Tennisspieler
Jurij Rodionov
Jurij Rodionov
Jurij Rodionov bei den French Open 2019
Nation: Osterreich Österreich
Geburtstag: 16. Mai 1999
Größe: 191 cm
Gewicht: 83 kg
1. Profisaison: 2017
Spielhand: Links, beidhändige Rückhand
Trainer: Gary Mueller, Florian Pernhaupt
Preisgeld: 1.986.742 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 26:33
Höchste Platzierung: 87 (19. Februar 2024)
Aktuelle Platzierung: 142
Grand-Slam-Bilanz
Grand-Slam-Titel:00000 0
Australian Open —
French Open 2R (2020)
Wimbledon —
US Open 2R (2026)
Doppel
Karrierebilanz: 2:5
Höchste Platzierung: 199 (14. Juli 2025)
Aktuelle Platzierung: 1454
Letzte Aktualisierung der Infobox:
19. September 2026
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Jurij Robert Rodionov (* 16. Mai 1999 in Nürnberg, Deutschland) ist ein österreichischer Tennisspieler.

Karriere

Rodionov trat 2017 bei den Juniorenwettbewerben der Grand-Slam-Turniere in Paris und Wimbledon an. Bei den French Open 2017 erreichte er das Achtelfinale im Junioreneinzel sowie mit seinem Partner Michael Vrbenský das Halbfinale im Juniorendoppel. In Wimbledon erreichte er im Junioreneinzel das Viertelfinale, im Juniorendoppel erneut mit Vrbenský das Finale. Im August desselben Jahres stand er damit auf Rang 8 der Junior-Weltrangliste.

Seit November 2015 wird Rodionov in der Tennisweltrangliste der Profis geführt. Im Juli 2017 erreichte Rodionov das erste Mal als Qualifikant eines Challengers, der zweithöchsten Turniergruppe, die Hauptrunde. Bei den Advantage Cars Prague Open 2017 in Prag stand er durch Siege gegen Jan Šátral und Enrique López Pérez im Viertelfinale, schied dort aber gegen João Domingues aus. Für die Generali Open, einem Turnier der ATP World Tour 250 erhielt Rodionov eine Wildcard für die Qualifikation, wo er sein Auftaktmatch gegen Maximilian Marterer verlor. Ende seines ersten Profijahres stand er mit Rang 497 erstmals in den Top 500 der Weltrangliste. Als Qualifikant konnte er im Finale den Serben Peđa Krstin in zwei Sätzen bezwingen. Durch diesen Erfolg schaffte er zum ersten Mal den Sprung in die Top-300 der Weltrangliste. Seinen ersten Titel auf Challenger Ebene gewann er im Juni 2018 in Almaty. 2020 konnte Jurij Rodionov einen Sieg gegen die Nummer 12 der Rangliste, Denis Shapovalov verbuchen – bis dato konnte er gegen keinen höher notierten Spieler gewinnen. 2021 gelang ihm im Viertelfinale von Stuttgart gegen den an Nummer 4 gesetzten Alex de Minaur ein Dreisatzsieg, nachdem er einen Matchball abwehren musste. Im Halbfinale gab er gegen Marin Čilić nach dem ersten Satz auf.

Im Februar 2024 erreichte Rodionov mit Rang 87 seine bislang höchste Weltranglistenplatzierung. Bei den US Open 2026 qualifizierte er sich erstmals für das Hauptfeld und erreichte dort die zweite Runde. 2020 hatte er erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers gestanden, als er bei den French Open die zweite Runde erreichte.

Davis Cup

Rodionov debütierte 2019 für die österreichische Davis-Cup-Mannschaft. Seinen ersten Sieg im Wettbewerb feierte er 2021 beim Finalturnier in Innsbruck mit einem 6:1, 7:5 gegen Dominik Koepfer. Österreich verlor die Begegnung gegen Deutschland mit 1:2.

In der zweiten Qualifikationsrunde 2025 in Debrecen gewann Rodionov zunächst gegen Fábián Marozsán. Beim Stand von 2:2 entschied er anschließend das fünfte Match gegen Márton Fucsovics mit 6:2, 6:1, womit Österreich die Begegnung 3:2 gewann und sich für die Final 8 qualifizierte, wo man im Viertelfinale dem späteren Sieger Italien 0:2 unterlag. Im Februar 2026 gewann Rodionov beim 3:2-Auswärtssieg gegen Japan beide Einzel. Im entscheidenden fünften Match besiegte er Yoshihito Nishioka nach Satzrückstand mit 5:7, 6:1, 6:0. Im September 2026 gewann er im Heimspiel gegen Belgien zunächst gegen Gauthier Onclin mit 6:4, 6:1. Beim Stand von 2:1 für Österreich setzte er sich auch gegen Zizou Bergs mit 7:6 (8:6), 6:3 durch und erzielte damit den entscheidenden Punkt zum 3:1.

Rodionov ist aktiver Sportler des Heeressportzentrums des Österreichischen Bundesheers. Als Heeressportler trägt er derzeit den Dienstgrad Korporal.

Erfolge

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP Finals
ATP Tour Masters 1000
ATP Tour 500
ATP Tour 250
ATP Challenger Tour (12)

Einzel

Turniersiege

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 16. Juni 2018  Almaty II Sand  Peđa Krstin 7:5, 6:2
2. 9. Februar 2020  Dallas Hartplatz (i)  Denis Kudla 7:5, 7:610
3. 23. Februar 2020  Morelos Hartplatz  Juan Pablo Ficovich 4:6, 6:2, 6:3
4. 27. März 2022  Biel (1) Hartplatz (i)  Kacper Żuk 7:63, 6:4
5. 8. Mai 2022  Mauthausen Sand  Jiří Lehečka 6:4, 6:4
6. 26. März 2023 Biel (2) Hartplatz (i)  Liam Broady 6:3, 0:0 aufgg.
7. 4. Februar 2024  Koblenz Hartplatz (i)  Brandon Nakashima 6:77, 6:1, 6:2
8. 10. August 2025  Bonn Sand  Timofei Skatow 3:6, 6:2, 6:4

Doppel

Turniersiege

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 11. Mai 2019  Schymkent Sand  Emil Ruusuvuori  Gonçalo Oliveira
 Andrej Wassileuski
6:4, 3:6, [10:8]
2. 26. Juli 2024  Zug Sand Wolodymyr Uschylowskyj  Seita Watanabe
 Takeru Yuzuki
7:65, 7:65
3. 31. August 2024  Mallorca Hartplatz  David Pichler  Anirudh Chandrasekar
 David Vega Hernández
1:6, 6:3, [10:7]
4. 6. September 2025  Cassis Hartplatz Österreich David Pichler  Arthur Reymond
 Luca Sanchez
7:62, 6:4

Privates

Jurij ist der Sohn belarussischer Eltern und lebt seit seinem zweiten Lebensjahr im niederösterreichischen Matzen. Seit 2015 hat er auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Sonstiges

Rodionov erregte bei den Wimbledon Championships 2017 Aufsehen, als er während einer Begegnung seine dunkle Unterhose wechseln musste, da diese durch die weiße Hose schimmerte. Das Reglement in Wimbledon verlangt von allen Spielern in ausschließlich weißer Tenniskleidung zu spielen.

Commons: Jurij Rodionov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Turnierplan – Einzeltableau. (PDF; (111 kB)) In: protennislive.com. Abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch).
  2. ↑ Manuel Wachta: Qualifikation geschafft: Starker Rodionov erstmals im US-Open-Hauptfeld. In: ooetv.at. 26. August 2026, abgerufen am 19. September 2026.
  3. ↑ Satzgewinn für Rodionov zu wenig. In: ORF.at. 3. September 2026, abgerufen am 19. September 2026.
  4. ↑ Rodionov thrown in at deep end against Chile. In: Davis Cup. 31. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2026 (englisch).
  5. ↑ Manuel Wachta: Von den Musketieren bis heute: Österreichs größte Davis-Cup-Erfolgsjahre. In: wtv.oetv.at. 22. August 2025, abgerufen am 19. September 2026.
  6. ↑ Manuel Wachta: Der Traum wird wahr: KURIER Austria Davis Cup Team fährt nach Bologna. In: oetv.at. 13. September 2025, abgerufen am 19. September 2026.
  7. ↑ Manuel Wachta: Davis Cup: Rodionov besorgt 1:1 für KURIER Austria Davis Cup Team in Japan. In: oetv.at. 6. Februar 2026, abgerufen am 19. September 2026.
  8. ↑ Manuel Wachta: Back-to-back: Das KURIER Austria Davis Cup Team fährt wieder nach Bologna. In: oetv.at. 19. September 2026, abgerufen am 19. September 2026.
  9. ↑ Bundesheer-Leistungssportler/-innen. (PDF) In: Webseite Bundesheer. Österreichisches Bundesheer, 1. Dezember 2020, S. 5, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2021; abgerufen am 8. April 2021.
  10. ↑ Harald Schume: Eine Hoffnung namens Jurij. In: tennistirol.at. 17. Mai 2017, abgerufen am 7. Februar 2018.
  11. ↑ Tennisspieler muss Hose runterlassen. In: focus.de. 14. Juli 2017, abgerufen am 7. Februar 2018.
  12. ↑ Matthew Lambert: Jurij Rodionov becomes latest player to fall foul of Wimbledon dress code rules as Austrian junior is asked to change out of black underwear. In: dailymail.co.uk. 13. Juli 2017, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch).