Kah Kyung Cho

Koreanische Schreibweise
Hangeul 조가경
Hanja 曺街京
Revidierte
Romanisierung
Jo Ga-gyeong
McCune-
Reischauer
Cho Kagyǒng

Kah Kyung Cho (* 7. Juni 1927 in Chōsen, damaliges Japanisches Kaiserreich; † 15. Januar 2022) war ein südkoreanisch-US-amerikanischer Philosoph und Professor für Philosophie an der State University of New York.

Kah Kyung Cho. Signatur 1993

Leben und Wirken

Kah Kyung Cho studierte zuerst an der Seoul National University (Südkorea) und ging dann zu Hans-Georg Gadamer an die Universität Heidelberg, wo er 1957 in Philosophie mit einer Dissertation über „Die Bedeutung der Natur in der chinesischen Gedankenwelt“ promovierte. Von 1957 bis 1970 war er Dozent und Professor an der Seoul National Universität. Von 1963 bis 1966 arbeitete er am Husserl-Archiv der Universität Köln bei Ludwig Landgrebe. In den 1960er Jahren war Cho auch Gastprofessor in den USA an der Yale University in New Haven, an der Kent State University und an der State University of New York. Dort war er ab 1971 Professor für Philosophie. 1976 hielt er als Gastprofessor der Universität Frankfurt am Main auch Vorlesungen an den Universitäten Bonn, Heidelberg und Trier. 1983 war er Gastprofessor an der Universität Bochum, 1990 an der Osaka University (Japan), 1991 an der Soongsil University (Südkorea). Ab 1994 war Cho an der State University of New York „SUNY Distinguished Teaching Professor“.

Seine Forschungen und seine Lehre lagen vor allem in den Bereichen Phänomenologie, Hermeneutik, Europäische Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Vergleichende Ost-West-Philosophie und interkulturelle Verständigung. Was Helmuth Vetter 1999 über das zehn Jahre zuvor erschienene Buch „Bewußtsein und Natursein. Phänomenologischer West-Ost-Diwan“ von Kah Kyung Cho gesagt hat, mag die Spannung anzeigen, in der sich Chos Philosophie bewegt: „Der Themenkomplex den Cho entfaltet, ist um die Frage nach Mitte und Maß geordnet; es geht dabei [...] um die Natürlichkeit der Natur. Dies führt zu kritischen Anfragen vor allem an Husserl und Heidegger. [...] Durch Laotse und dessen Grundwort 'Tao' erhält die Frage nach Maß und Mitte und der Natürlichkeit der Natur - dem 'Natursein' - erst jene eigentümliche Zuspitzung, die mitten in das Gespräch mit abendländischem Denken führt.“ Das Buch fasst Arbeiten von 1967 bis 1987 zusammen und soll, nach Chos eigenen Worten, der Versuch sein „die Grenzen des bewußtseinsphilosophischen Ansatzes sichtbar zu machen“. 1996 erhielt Cho für sein Buch „Bewußtsein und Natursein“ den So Wu Philosophy Prize der So Wu Foundation in Seoul.

Kah Kyung Cho, der fließend Deutsch, Englisch, Japanisch und Koreanisch sprach, beherrschte auch die Sprachen Chinesisch, Französisch und Griechisch. Er war Mitglied der International Society for Phenomenological Studies, der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung und der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland.

Veröffentlichungen

Werke

Herausgeberschaft

Aufsätze (Auswahl in deutscher Sprache)

Anmerkungen

  1. ↑ Kah Kyung Cho | 1927 - 2022 | Obituary. Geo. H. Rohde & Son Funeral Home, abgerufen am 18. Januar 2022 (englisch).
  2. ↑ Helmuth Vetter: Die Frage nach dem 'Natursein' bei Heidegger aus der Sicht von Kah Kyung Cho. In: Phänomenologische Forschungen. Sonderband "Phänomenologie der Natur". S. 16 f.
  3. ↑ Cho, Bewußtsein und Natursein S. 9
Personendaten
NAME Cho, Kah Kyung
KURZBESCHREIBUNG südkoreanisch-US-amerikanischer Philosoph, Phänomenologe
GEBURTSDATUM 7. Juni 1927
GEBURTSORT Chōsen, damaliges Japanisches Kaiserreich
STERBEDATUM 15. Januar 2022