Kai Ehlers

Kai Ehlers (li.) 2006 in der Mongolei

Kai Ehlers (* 19. April 1944 in Brüx, Reichsgau Sudetenland; † 22. Juni 2025 in Hamburg) war ein deutscher Sachbuchautor, der sich vor allem mit der Entwicklung des post-sowjetischen Raumes beschäftigte. In Print- und Online-Medien veröffentlichte er Reportagen und politische Kommentare, so im Wochenmagazin Der Freitag, in Russland.ru und im Eurasischen Magazin.

Leben

Ehlers wurde in Brüx am Südrand des Erzgebirges im damaligen Sudetenland geboren und verlebte nach der Vertreibung seiner Familie aus der Tschechoslowakei eine Nachkriegsjugend in wechselnden familiären Verhältnissen und an verschiedenen Orten der Bundesrepublik Deutschland. 1964 legte er am neusprachlich-humanistischen Gymnasium Melle (Niedersachsen) die Abiturprüfung ab. Eigenen Angaben zufolge studierte er anschließend Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in Göttingen, ab 1967 in Westberlin.

1985 lernte er seine Partnerin Frederike Dall’Armi kennen, mit der er zwei Kinder aufzog. Im Juni 2025 verstarb er nach kurzer Krankheit friedlich im Kreise seiner Familie und Freunde.

Tätigkeit in der Neuen Linken

1969 zog Ehlers nach Hamburg und war dort Mitbegründer der Kommune „Ablassgesellschaft“, 1971 des Kommunistischen Bundes Hamburg Hamburg und Redakteur und presserechtlich Verantwortlicher von dessen Zeitung Arbeiterkampf (AK, später analyse & kritik).

Als Autor schrieb er vor allem zu den Themen Demokratie und Recht, Polizei und Verfassungsschutz, Faschismus und Antifaschismus und zu allgemeinen Fragen der Staatsentwicklung, anfangs unter dem Pseudonym „F.“, ab 1978 unter vollem Namen. Dazu arbeitete er zwischen 1972 und 1989 als Initiator und Leiter der „Antifaschismus-Kommission“, der „Anti-Repressions-Kommission“ und des „Initiativ-Komitees Arbeiterhilfe“ des Kommunistischen Bundes.

Als im Oktober 1977 nach den Suiziden der RAF-Häftlinge in der Todesnacht von Stammheim in der Zeitung AK die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft kritisiert wurden, wurde Ehlers als presserechtlich Verantwortlicher der Zeitung angeklagt wegen Staatsverleumdung. Die Anklage wurde später fallen gelassen.

Forschungen zur nachsowjetischen Transformation und Russland

Ab 1983 unternahm Ehlers Reisen in die Sowjetunion und später nach Russland, in die Mongolei und nach China.

Ab 1989 war er hauptsächlich in Russland tätig. Seit Mitte der 1990er Jahre initiierte er einige wissenschaftliche Kongresse zur Transformation in Russland, teilweise in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. In den folgenden Jahren verlagerte er seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkt ganz auf die Transformation des nachsowjetischen Raums, insbesondere Russlands, und seine lokalen und globalen Folgen.

Ab 1997 erweiterte er sein Augenmerk auf Zentralasien, die Mongolei und seit 2002 auch auf Chinas Rolle für die Neuordnung Eurasiens und den Prozess der Globalisierung. In diesem Zusammenhang übersetzte und publizierte er auch wiederentdeckte frühe Epen in Russland lebender eurasischer Völker. Zu Russland und dem nachsowjetischen Raum publizierte er zahlreiche Bücher, Rundfunkbeiträge sowie Artikel und Analysen in einer Reihe von Medien.

2014 bis 2023 arbeitete Ehlers als Redakteur für die Onlinezeitung Russland.ru.

Mitgliedschaften

Auszeichnungen

Schriften

Beiträge in Sammelbänden

Herausgaben

Einzelnachweise

  1. ↑ Texte von Kai Ehlers, in: Der Freitag.
  2. ↑ kai-ehlers.de
  3. ↑ Kai Ehlers ist von uns gegangen – russland.NEWS. Abgerufen am 23. Juni 2025.
  4. ↑ Russlandexperte Kai Ehlers: Putin ist ein Krisenmanager. In: HNA. 2. September 2016, abgerufen am 23. Juni 2025.
  5. ↑ https://kai-ehlers.de/category/features/
  6. ↑ http://www.russland.news/impressum/
Personendaten
NAME Ehlers, Kai
KURZBESCHREIBUNG deutscher Sachbuchautor
GEBURTSDATUM 19. April 1944
GEBURTSORT Brüx
STERBEDATUM 22. Juni 2025
STERBEORT Hamburg