| Kalshi Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Privatunternehmen |
| Gründung | 2018 |
| Sitz | 594 Broadway, New York City, New York, |
| Branche | Sportwetten, Prognosemarkt |
| Website | kalshi.com |
Kalshi Inc. ist eine in New York City ansässige Plattform für Prognosemärkte, die im Juli 2021 in Betrieb genommen wurde. Die Plattform wird hauptsächlich für Sportwetten genutzt, die mehr als 90 Prozent der Aktivitäten auf der Website und 89 Prozent der Einnahmen im Jahr 2025 ausmachten. Nutzer können außerdem Wetten auf andere künftige Ergebnisse abschließen, darunter Wirtschaftsindikatoren, Wetterentwicklungen, Preisverleihungen, politische und legislative Entscheidungen sowie militärische Konflikte.
Die Website war Gegenstand mehrerer Kontroversen und Gerichtsverfahren hinsichtlich der Rechtmäßigkeit ihrer Sport- und Wahlmärkte, der ethischen Vertretbarkeit von Wetten auf sensible geopolitische Ereignisse und des Insiderhandels unter Beteiligung von Politikern. Verbraucherschutzverbände und Politiker äußerten Bedenken, dass Wahlwetten die Integrität von Wahlen und das öffentliche Vertrauen in den demokratischen Prozess beeinträchtigen könnten. Der Senat der Vereinigten Staaten untersagte seinen Senatoren und deren Mitarbeitern deshalb im Mai 2026 Wetten auf Prognosemärkten wie Kalshi. Nach Angaben der Website kommen auf jeden Nutzer mit Gewinn 2,9 Nutzer mit Verlust. Kalshi veröffentlicht keine Angaben zur Gesamtzahl seiner Nutzer.

Die Finanzanalysten Tarek Mansour und Luana Lopes Lara gründeten Kalshi 2018 in San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien. Das Projekt trug zunächst den Namen „Kownig“. Im November 2020 erhielt Kalshi eine Zulassung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Die Plattform wurde als „Designated Contract Market“, also als zugelassener Handelsplatz für Derivatekontrakte, registriert und war damit die erste regulierte Plattform, auf der unmittelbar mit dem Ausgang bestimmter Ereignisse und sogenannten Ereigniskontrakten gehandelt werden konnte. Die Website wurde im Juli 2021 öffentlich freigeschaltet.
Seit 2022 stießen Kalshis Versuche, Wetten auf politische Ereignisse und Wahlen anzubieten, auf anhaltende rechtliche und regulatorische Einwände der CFTC. Die Behörde verschob ihre Entscheidungen über die entsprechenden Kontrakte und stellte infrage, ob diese tatsächlich der Risikoabsicherung dienten und im öffentlichen Interesse lagen. Innerhalb der CFTC bestand darüber Uneinigkeit: Kommissarin Caroline Pham vertrat die Auffassung, dass die Kontrakte nicht verboten seien und keiner gesonderten Prüfung des öffentlichen Interesses bedürften.
Im Jahr 2023 begann ein weiterer, mehrere Monate dauernder Rechtsstreit zwischen Kalshi und der CFTC. Kalshi argumentierte, seine Kontrakte lägen im öffentlichen Interesse. Die CFTC betrachtete sie dagegen als illegales Glücksspiel und erklärte, nicht über ausreichende Ressourcen für eine wirksame Aufsicht zu verfügen. Der damalige CFTC-Vorsitzende Rostin Behnam warnte, eine Zulassung von Wahlkontrakten könne den Wahlprozess letztlich zu einer Handelsware machen und dessen Integrität beeinträchtigen.
Kalshi legte überarbeitete Vorschläge vor, nach denen auch Hedgefonds und institutionelle Anleger sehr große Positionen eingehen konnten. Die CFTC lehnte die Kontrakte auf die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Kongress der Vereinigten Staaten im September 2023 dennoch ab. Kalshi verklagte daraufhin die Behörde mit der Begründung, diese habe ihre Befugnisse überschritten.
Ein Bundesbezirksgericht im District of Columbia entschied 2024, dass die CFTC mit der Blockierung der Kontrakte ihre Befugnisse überschritten habe. Nachdem ein Berufungsgericht anschließend einen Antrag der CFTC auf Aussetzung der Entscheidung abgelehnt hatte, durfte Kalshi seine Märkte zu den Mehrheitsverhältnissen im Kongress wieder aufnehmen.
Im Jahr 2025 stellte Kalshi die technische Infrastruktur für die Ereigniskontrakte im „Prediction Markets Hub“ des Finanzdienstleisters Robinhood bereit.

Während der Finalserie der NBA im selben Jahr strahlte Kalshi einen Werbespot aus, der mithilfe generativer KI erstellt worden war. Dabei kamen unter anderem Googles Text-zu-Video-Modell Veo 3 und ChatGPT von OpenAI zum Einsatz. Die Reaktionen auf den von einem selbsternannten „KI-Filmemacher“ produzierten Spot fielen unterschiedlich aus; Business Insider bezeichnete ihn als „chaotisch“.
Später im Jahr 2025 schloss Kalshi formelle Partnerschaften mit den Nachrichtensendern CNN und CNBC. Dadurch konnten Wettquoten von Kalshi in die Berichterstattung einbezogen werden, ähnlich wie bereits zuvor Daten traditioneller Sportwettenanbieter. Auf Spiele der National Football League wurden über die Plattform zwischen drei und fünf Milliarden US-Dollar gesetzt.
Mansour erklärte, die langfristige Vision bestehe darin, „alles zu finanzialisieren“ und aus jeder Meinungsverschiedenheit einen handelbaren Vermögenswert zu schaffen. Nach einer von der Investmentgesellschaft TCV angeführten Finanzierungsrunde wurde Kalshi im Mai 2026 mit 22 Milliarden US-Dollar bewertet.
Im Jahr 2026 weitete Kalshi seine Geschäftstätigkeit über klassische Prognosemärkte hinaus auf weitere Finanzderivate aus. Das Unternehmen führte bundesrechtlich regulierte unbefristete Terminkontrakte ein, die zunächst an Kryptowährungsmärkte gekoppelt waren, und nahm Gespräche mit den Aufsichtsbehörden über eine Ausweitung auf weitere Anlageklassen wie Metalle, Devisen und Energiemärkte auf. Dadurch trat Kalshi stärker in Konkurrenz zu etablierten Terminbörsen wie der CME Group.

Kritik an Kalshi richtete sich unter anderem gegen die Ansprache junger Nutzer, Wetten auf humanitäre Krisen und politische Ereignisse sowie gegen mutmaßlichen Insiderhandel. Ein 2025 angekündigtes Programm für studentische Markenbotschafter wurde nach öffentlicher Kritik zurückgezogen. Kritiker bemängelten außerdem, dass die rechtliche Einordnung der Angebote als Warenterminkontrakte statt als Glücksspiel den Zugang bereits ab 18 statt ab 21 Jahren ermögliche. Besonders umstritten waren Märkte zu möglichen Hungersnöten im Gazastreifen, zu Abschiebungen und zu Todesfällen politischer Akteure. Nach dem Tod des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei fror Kalshi Transaktionen im Umfang von 54 Millionen US-Dollar ein, weil das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Geschäfte zulasse, die unmittelbar an einen Todesfall gebunden seien. Nach Kritik an der uneindeutigen Formulierung der Vertragsbedingungen zahlte das Unternehmen rund 2,2 Millionen US-Dollar an Nutzer zurück und vereinheitlichte seine Regeln für vergleichbare Fälle.
Im Februar 2026 sperrte Kalshi einen Videoeditor des YouTubers MrBeast wegen mutmaßlichen Insiderhandels und verhängte eine Geldstrafe. Zwei Monate später wurden drei Kandidaten für den US-Kongress sanktioniert, nachdem sie auf den Ausgang ihrer eigenen Wahlkämpfe gewettet hatten. Im Januar 2026 geriet die Plattform zudem in die Kritik, nachdem bei bestimmten erfolgreichen NFL-Positionen zunächst nur die eingesetzten Beträge statt der vollständigen Gewinne ausgezahlt worden waren. Nach Protesten der Nutzer leistete Kalshi die ausstehenden Zahlungen.
Die rechtliche Einordnung der Sport- und Wahlkontrakte ist zwischen der US-Bundesregierung und zahlreichen Bundesstaaten umstritten. Zahlreiche US-Bundesstaaten haben die Plattform eingeschränkt, während sie 2026 in knapp vier Fünftel der Staaten legal war. Die CFTC reagierte auf mehrere Verfahren der Bundesstaaten mit eigenen Klagen und beanspruchte die ausschließliche Zuständigkeit für Prognosemärkte. Die Behörde argumentierte, dass die Bundesstaaten die vom Kongress festgelegte bundesrechtliche Regulierung von Finanzmärkten nicht umgehen dürften. Die Regierung von Präsident Donald Trump unterstützte diese Position und ging gerichtlich gegen mehrere bundesstaatliche Regulierungsmaßnahmen vor.
In über 50 Ländern und Jurisdiktionen ist Kalshi verboten oder Einschränkungen unterworfen. Die spanischen Aufsichtsbehörden begründeten dies beispielsweise damit, dass Unternehmen, die ihren Kunden Glücksspieldienste anbieten möchten, eine Lizenz benötigen.