Kanice

Kanice
Wappen von Kanice
Kanice (Tschechien)
Kanice (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Brno-venkov
Fläche: 823 ha
Geographische Lage: 49° 16′ N, 16° 43′ OKoordinaten: 49° 15′ 51″ N, 16° 42′ 54″ O
Höhe: 316 m n.m.
Einwohner: 1.098 (1. Jan. 2023)
Postleitzahl: 664 01
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: Bílovice nad Svitavou – Jedovnice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Hana Rakšány Dvořáková (Stand: 2026)
Adresse: Kanice 76
664 01 Babice nad Svitavou
Gemeindenummer: 583197
Website: www.obeckanice.eu
Kanice

Kanice (deutsch Kanitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt elf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Brünn und gehört zum Okres Brno-venkov.

Geographie

Kanice befindet sich im Drahaner Bergland. Das von Wäldern umgebene Dorf liegt am südlichen Rand des Landschaftsschutzgebietes Moravský kras und wird vom Bach Hlávečný potok durchflossen. Nördlich erheben sich die Baba (496 m n.m.) und Vysoká (492 m n.m.) sowie im Osten die Skalka (478 m n.m.).

Nachbarorte sind Ochoz u Brna im Südosten, Líšeň, Židenice, Maloměřice, Obřany, Bílovice nad Svitavou und Řícmanice im Südwesten sowie Babice nad Svitavou im Nordwesten.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Kanicz datiert auf das Jahr 1365, als Čeněk Krušina von Lichtenburg seiner Ehefrau Dorothea die Burg Ronov und die zugehörigen Dörfer als Leibgedinge zuwies. Zu dieser Zeit bestand der Ort aus einem Hegerhaus sowie einigen Häusern, in denen Bauern, Köhler und Holzfäller lebten. Zudem bestand eine Kalkbrennerei. Nach Čeněks Tod gelangte das Dorf an Markgraf Jobst von Mähren, der es 1411 an die Herren von Boskowitz verpfändete. Die Boskowitzer schlugen das Dorf der nahegelegenen Herrschaft Nový hrad zu. 1562 überließ Kaiser Ferdinand I. die Herrschaft Nový hrad mit allem Zubehör, darunter auch das Dorf Kanice, als erbliches Gut an Albrecht von Boskowitz und Černahora. 1645 eroberten schwedische Truppen die Burg Nový hrad und brannten sie nieder. Anschließend wurde Kanice der Herrschaft Pozořice angeschlossen. Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Kanice als Katastralgemeinde zu Řícmanice. Beide Orte verwendeten ein gemeinsames Siegel. Zu Kanice gehörten ein herrschaftliches Jägerhaus und eine Schänke. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Kanice der Herrschaft Pozořice untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Kanice einen Ortsteil der politischen Gemeinde Řícmanice in der Bezirkshauptmannschaft Brünn. 1854 wurde ein neues Schulgebäude errichtet. 1867 entstand die Gemeinde Kánice. 1885 und 1888 kam es zu Dorfbränden. Ende des 19. Jahrhunderts wird das Forsthaus Na Hádech (Hadeker Forsthaus) als zu Kanice gehörig genannt. 1921 wurde Kanice dem Okres Brno-venkov zugeordnet. Zwischen 1948 und 1960 war die Gemeinde Teil des Okres Brno-okolí. Seit 1961 gehört Kanice wieder zum Okres Brno-venkov. Die Gemeinde gehört heute der Mikroregion Časnýř an und ist nach Babice nad Svitavou gepfarrt.

In Kanice befindet sich ein Teil des Archivs der Sicherheitsdienste. Dort werden unter anderem Unterlagen des kommunistischen Geheimdienstes Státní bezpečnost aufbewahrt.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Kanice sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Kanice gehört die Einschicht Resselová hájovna.

Bevölkerungsentwicklung

Kanice: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2021
Jahr  Einwohner
1869
  
354
1880
  
374
1890
  
453
1900
  
422
1910
  
471
1921
  
437
1930
  
567
1950
  
493
1961
  
541
1970
  
507
1980
  
516
1991
  
446
2001
  
486
2011
  
811
2021
  
1.099
Quelle(n): Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005, Sčítání 2011, Sčítání 2021

Partnergemeinde

Sehenswürdigkeiten

Commons: Kanice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)