Kaossara Sani (geb. 31. Dezember 1994 in Burkina Faso) ist eine togolesische Umweltschützerin, Autorin und Soziologin mit Sitz in Lomé. Sie wurde bekannt durch ihr Manifest zur UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 und ist Gründerin von Africa Optimism und Exekutivdirektorin von Act on Sahel Movement.
Kaossara Sani kam in Burkina Faso zur Welt. Als sie neun Jahre alt war, wanderte ihre Familie nach Togo aus. Bei ihrer Mutter wuchs sie in Lomé gemeinsam mit zwei Brüdern auf. 2019 schloss sie ihr Soziologiestudium ab.
Sie initiierte mit Africa Optimism eine Bewegung, die sich dafür einsetzt, die Lösung von Klima- und Umweltproblemen durch Bildung zu fördern, und gründete gemeinsam mit anderen Klimaaktivisten auch das Act On Sahel Movement, um konkrete Hilfe für die drängendsten Herausforderungen der Sahelzone – wie Wasserknappheit, Ernährungsunsicherheit und Konflikte – durch klimabezogene Lösungen anzugehen.
Ein prägendes Motiv war Sanis Begegnung mit Betroffenen, etwa Landwirten, die durch Dürren, Wüstenbildung ihre Existenzgrundlage verloren, und die daraus folgenden Hungerkrisen in der Sahelregion. Die Bewegung konzentriert sich auf praktische Maßnahmen wie die Versorgung der Bauern mit Saatgut und Düngemitteln, den Bau von Brunnen für sauberes Wasser sowie die Förderung erneuerbarer Energien (z. B. solare Kochherde), um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren. Durch Bildungsarbeit soll ein Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und Konflikten gefördert werden. Damit soll Druck auf die politischen Entscheidungsträger aufgebaut werden, damit diese ihre Militärbudgets umleiten, um Klimawandel, Konflikte, Terrorismus und Armut in der Sahelzone zu bekämpfen.
Der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 legte sie ein Manifest vor, in dem sie darauf hinwies, dass die Kosten für die Reise der Konferenzteilnehmer nach Glasgow besser für den Bau eines Brunnens verwendet werden sollten, um die Menschen in Togo mit sauberem Wasser zu versorgen. In ihrem Manifest erinnert sie die reichen Nationen auch an ihr „gebrochenes Versprechen“, das sie in der Kopenhagen-Vereinbarung von 2009 gegeben hatten; dort verpflichteten sich die Industrieländer, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz in Entwicklungsländern zu mobilisieren. 2015 wurde diese Zusage auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 bis ins Jahr 2025 verlängert, im historischen Pariser Abkommen war diese Finanzzusage im Artikel 9 auch völkerrechtlich verpflichtend festgelegt worden. Sani forderte die reichen Nationen außerdem auf, den 46 am wenigsten entwickelten Ländern Klimafinanzierung zukommen zu lassen und durch den Bau von Wetterstationen in die Wetter- und Klimawandelforschung zu investieren.
Neben dem Appell an die reichen Staaten forderte sie von den Führungspersönlichkeiten in Afrika und in der Sahelzone, die andauernden bewaffneten Konflikte zu beenden, damit man die großen Aufgaben Klimawandel, Wasserversorgung und Ernährungssicherheit angehen könne. Sie sollten verstehen, „dass die Sahelzone mehr Bäume als Waffen braucht“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sani, Kaossara |
| KURZBESCHREIBUNG | togoische Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin |
| GEBURTSDATUM | 31. Dezember 1994 |
| GEBURTSORT | Burkina Faso |