Kapfenstein liegt ca. 45km Luftlinie, doch mindestens 66km Fahrtstrecke südöstlich von Graz und ca. 10km südöstlich der Bezirkshauptstadt Feldbach im Oststeirischen Hügelland. Prägnantes Landschaftsmerkmal ist der erloschene Vulkankegel im Ort Kapfenstein.
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand 1.Jänner 2026):
Gutendorf (159)
Haselbach (161)
Kapfenstein (403)
Kölldorf (251)
Mahrensdorf (146)
Neustift (227)
Pichla (131)
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gutendorf, Haselbach, Kapfenstein, Kölldorf, Mahrensdorf, Neustift bei Kapfenstein und Pichla.
Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Bad Gleichenberg den Tourismusverband „Region Bad Gleichenberg“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Bad Gleichenberg.
Eingemeindungen
Mit 1. Jänner 1951 wurden die Gemeinden Kölldorf und Neustift mit Kapfenstein zusammengelegt, mit 1. Jänner 1969 Mahrensdorf mit Kapfenstein.
Aus dem Ortsteil Mahrensdorf stammte die Familie Kink, die sich am 15. April 1912 an Bord der Titanic befand. Während Anton Kink, seine deutsche Frau Luise Kink-Heilmann und Tochter Luise Gretchen in Rettungsboot Nummer 2 überlebten, starben Kinks Geschwister Vinzenz und Maria beim Untergang der Titanic.
Schloss Kapfenstein: Das Schloss steht inmitten des Ortes auf einem erloschenen Vulkankegel und wurde 1065 erstmals urkundlich erwähnt. Viele Jahrhunderte lang zählte die Festung zu jenen Wehrburgen im oststeirischen Raum, die die Steiermark und die angrenzenden österreichischen Kronländer vor den Anstürmen der Magyaren, Türken und Kuruzen schützte. Zunächst war Kapfenstein im Besitz der Caphensteiner, danach gehörte es den Walseern, Weisseneggern, Lengheim und der Familie Piebetz. 1898 schließlich kam das Gut in den Besitz der Familie Winkler-Hermaden, die auch heute noch Eigentümer ist.
Katholische Pfarrkirche Kapfenstein hl. Nikolaus steht in einer Hanglage südlich unterhalb des Schlosses.
In einem Wald der Gemeinde soll am Heiligen Abend 1937 der damals siebenjährigen Kapfensteinerin Wilhelmine Kellner laut eigenen Angaben das Christkind erschienen sein. Ihr Enkel, der Journalist und Autor Ewald Wurzinger, hat die Geschichte 2017 im Kinderbuch Wilma und das Christkind im Paramon Verlag publiziert. In der Gemeinde wurde 2019 ein Weg nach Kellner benannt.
Im Gemeindeamt ist das Geo Infozentrum Kapfenstein untergebracht, das sich anhand zahlreicher Exponate thematisch mit der erdgeschichtlichen Entwicklung im Gemeindegebiet von Kapfenstein und der Region Steirisches Vulkanland auseinandersetzt. Den Grundstock der Ausstellung bildet die regionalgeologische Sammlung von Arthur Winkler-Hermaden. Ergänzt wird die Ausstellung durch den Geo Trail Kapfenstein.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das Bundeskanzleramt zeichnete 2019 Kapfenstein als kinder- und familienfreundliche Gemeinde aus.
Tourismus
Durch Kapfenstein verläuft der Ostösterreichische Grenzlandweg, ein österreichischer Weitwanderweg, weiters macht der Geotrail Kapfenstein auf die geologischen Besonderheiten des Kapfensteiner Kogels aufmerksam.
Verkehr
Die wichtigste Straße ist die Fehringer Straße L204. Der nächste Bahnhof ist in Fehring, etwa 10 Kilometer im Norden. Von dort fahren stündlich Schnellbahnen nach Graz.
Umwelt
Kapfenstein bildet seit 2010 gemeinsam mit Riegersburg, Unterlamm, Fehring und St. Anna am Aigen die Klima- und Energiemodellregion Netzwerk Südost. Deren Ziel ist die Reduktion des Energiebedarfs der Region (ohne Gewerbe) bis 2025 um insgesamt 21 Prozent und die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energieträger auf 73 Prozent.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern.
Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP, 2 SPÖ und 5 Kapfenstein aktiv.
Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Oktober 1990. Wappenbeschreibung: In Schwarz ein goldener Sparren, jeder Schenkel dreifach grün gesparrt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Gemeinde
2011: Franz Nell, Altbürgermeister von Kapfenstein
Josef Greiner (1931–2018), Pfarrer von Kapfenstein 1999–2002
↑Gemeinderat.Gemeinde Kapfenstein,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am18.Mai 2015;abgerufen am 15.Mai 2015.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kapfenstein.at
↑Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 41, 1991, S. 33