Karl-Friedrich Selg

Karl-Friedrich Selg, auch Karl Selg (* 25. April 1918 in Konstanz; † 17. August 1981 in Sinzheim, Landkreis Rastatt), war ein deutscher Architekt und Stadtplaner.

Leben

Selg war Sohn eines Gastwirts und Metzgermeisters. Nach der Volksschule in Konstanz und Mengen (1924–1931) ging er bei einem Zimmermann in die Lehre. Von 1935 bis 1937 studierte er am Badischen Staatstechnikum (heute Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft) Architektur. 1937/38 war er Hochbautechniker beim Hochbauamt Freiburg im Breisgau und beim Freiburger Baubüro der Philipp Holzmann AG. Anschließend setzte er sein Studium am Staatstechnikum und ab 1940 an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe bei Otto Ernst Schweizer fort. Sein Studium wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, bei einem Einsatz an der Ostfront im Oktober 1941 verlor er sein linkes Auge. Nach der Diplom-Prüfung wurde er 1942 Assistent von Otto Haupt und Otto Ernst Schweizer. Von 1943 bis 1945 absolvierte Selg das Regierungsbaureferendariat beim Badischen Finanz- und Wirtschaftsministerium, zugleich leistete er Wehrdienst als Festungspionier.

Mehrstöckige Zeilenbau-Mietshäuser im Neubaugebiet der Waldstadt Karlsruhe, 1961

Von 1945 bis 1947 wirkte Selg als freier Architekt in Freiburg, ehe er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl für Städtebau an der TH Karlsruhe an- und bis 1949 wahrnahm. Bis 1952 arbeitete er anschließend unter der Leitung von Rudolf Schwarz im Stadtplanungsamt Köln. 1951 wurde er mit einer Arbeit zur Stadtrandsanierung bei Otto Ernst Schweizer promoviert. Ab 1952 erneut als freier Architekt tätig, nahm er 1956 wieder einen Lehrauftrag an der TH Karlsruhe an. 1958 zum Honorarprofessor und 1961 zum außerordentlichen Professor ernannt, trat er im März 1965 die Nachfolge seines Doktorvaters als Inhaber des Lehrstuhls für Wohnungsbau, Siedlungswesen und Entwerfen an der Fakultät für Architektur der TH Karlsruhe an.

Im Januar 1942 heiratete er Anneliese Pfister. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor. In zweiter Ehe vermählte er sich 1952 mit Irene Maria Antonie Krause. Mit ihr lebte er zuletzt in Sinzheim und starb im Alter von 63 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein Werknachlass befindet sich im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau.

Bauprojekte (Auswahl)

Wohnhaus Fleischmengergasse 8, Köln

Literatur

Commons: Karl Selg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gebhard Schramm: Prof. Dr. Ing. Karl Selg. In: Walter Hof, Eva Paur, Gebhard Schramm (Hrsg.): Die Waldstadt in Karlsruhe. Ein lebendiger Stadtteil im Grünen. Info Verlag, Karlsruhe 2007, ISBN 978-3-88190-467-4, S. 42 (Google Books)
  2. ↑ Martin Kunz: Die architektonische Großform. Wie Otto Ernst Schweizers Lehre den Wiederaufbau prägte. In: Regine Heß (Hrsg.): Architektur und Akteure. Praxis und Öffentlichkeit in der Nachkriegsgesellschaft. transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4094-6, S. 19 (Google Books)
Personendaten
NAME Selg, Karl-Friedrich
ALTERNATIVNAMEN Selg, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt und Stadtplaner
GEBURTSDATUM 25. April 1918
GEBURTSORT Konstanz
STERBEDATUM 17. August 1981
STERBEORT Sinzheim, Landkreis Rastatt