Karl-Hermann Geib

Karl-Hermann Geib (* 12. März 1908 in Berlin; † 21. Juli 1949 in Moskau) war ein deutscher Chemiker, der 1943 den Girdler-Sulfid-Prozess (englisch Dual Temperature Exchange Sulfide Process) entwickelte, ein kostengünstigstes Herstellungsverfahren für Schweres Wasser. Zur gleichen Zeit entwickelte der US-amerikanische Wissenschaftler Jerome Saul Spevack Anfang der 1940er-Jahre das gleiche Verfahren, das auch als Geib-Spevack-Prozess bezeichnet wird.

Familie, Studium und Beruf

Geib wurde in Berlin als Sohn von Karl Geib und seiner Frau Maria geboren. Er war mit Hedwig Delbrück verheiratet und hatte vier Kinder.

Nach seinem erfolgreichen Chemiestudium an der Universität Leipzig wechselte Geib wieder nach Berlin; hier war er 1931 Assistent bei Paul Harteck am Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem (heute Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft) und promovierte mit dem Thema „Die Einwirkung von atomarem auf molekularen Wasserstoff“. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er bei der I.G. Farben in Leuna an der Entwicklung neuer Verfahren zur Herstellung Schweren Wassers.

In seiner Deportation in die Sowjetunion kontaktierte Dr. Geib die kanadische Botschaft. Nachdem er dort kurzfristig vertagt wurde, tauchte er nie wieder auf. Seine Witwe erhielt seine Hinterlassenschaften postalisch.

Publikationen

Einzelnachweise

  1. ↑ K. H. Geib, P. Harteck: Die Einwirkung von atomarem auf molekularen Wasserstoff. In: Zeitschrift für Physikalische Chemie. 1931A, Supplement, Juli 1931, S. 849–862, doi:10.1515/zpch-1931-s189.
  2. ↑ Rainer Karlsch, Zbyněk A. Zeman: Urangeheimnisse: das Erzgebirge im Brennpunkt der Weltpolitik 1933-1960. Ch. Links Verlag, 2002, ISBN 978-3-86153-276-7, S. 14–15 (google.de [abgerufen am 19. März 2026]).
Personendaten
NAME Geib, Karl-Hermann
KURZBESCHREIBUNG deutscher Chemiker
GEBURTSDATUM 12. März 1908
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 21. Juli 1949
STERBEORT Moskau