Karl-Rudolf Korte

Karl-Rudolf Korte (2020)

Karl-Rudolf Korte (* 15. November 1958 in Hagen, Westfalen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist emeritierter Professor der Universität Duisburg-Essen am Campus Duisburg und Direktor Emeritus der NRW School of Governance. Er tritt in den Medien regelmäßig als Gast für Wahlanalysen auf.

Leben und wissenschaftlicher Werdegang

Karl-Rudolf Korte wurde als Sohn des Diplom-Ingenieurs Karl Korte und dessen Frau Christine, geb. Borghoff, in Hagen geboren und wuchs in Wuppertal und Mainz auf. Nach der Volksschule besuchte Korte des Staatliche Gymnasium Wuppertal, das Staatlichen Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz und schließlich das Staatliche Gymnasium in Mainz-Gonsenheim, an dem er im Juni 1978 das Abitur ablegte.

Anschließend studierte Korte Politikwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Eberhard Karls Universität Tübingen; im Dezember 1983 legte er das Staatsexamen ab und wurde im Juli 1988 an der Universität Mainz bei Werner Weidenfeld mit einer Arbeit über die Akzentverlagerungen der deutschen Frage in der Bundesrepublik Deutschland seit den siebziger Jahren zum Dr. phil. promoviert.

Nach seinem Studium war Korte bis 1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter mehrerer Forschungsprojekte an der Universität Mainz tätig; anschließend beteiligte er sich am Aufbau des Centrums für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 habilitierte sich Korte dort mit einer Studie über die Deutschlandpolitik in Helmut Kohls Kanzlerschaft. Seine Arbeit wurde mit dem „Preis für die beste Habilitationsschrift“ ausgezeichnet.

Nach Vertretungsprofessuren an den Universitäten Trier, Köln, München und Duisburg war Korte seit 2002 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen am Lehrstuhl „Politisches System der Bundesrepublik Deutschland und moderne Staatstheorien“.

Als Direktor der NRW School of Governance war er seit 2006 tätig; von 2010 bis 2017 war er außerdem Dekan der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen – und von 2013 bis 2015 auch Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft.

Korte ist geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Politikwissenschaft und Redaktionsbeirat des Magazins Politik & Kommunikation; auf dem 71. DHV-Tag 2021 wurde er im Frühjahr des Jahres als weiterer Vizepräsident in das Präsidium des Deutschen Hochschulverbands gewählt.

Der Wissenschaftler prägte den Begriff „Brombeer-Koalition“: Er verwendete ihn erstmals im August 2024 in einem Gastbeitrag in der Zeit vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen.

Mit breiter Mehrheit wurde er 2026 im Landtag von Nordrhein-Westfalen zur sachverständigen Person in das Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung NRW gewählt.

Wahlanalysen und Öffentlichkeit

Karl-Rudolf Korte, im ZDF-Wahlstudio neben Bettina Schausten zur Europawahl 2014

Öffentlich bekannt wurde Korte durch seine politischen Analysen in Tageszeitungen, Magazinen und Fernsehen. Als Wahlexperte tritt er vor allem in den öffentlich-rechtlichen Sendern ZDF, WDR und Phoenix auf. Dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Untersuchungen auf den Zusammenhängen zwischen Parteistrategien, Medien und Wählerverhalten.

Das Magazin Unicum Beruf in Kooperation mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat Korte im November 2006 als Professor des Jahres in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaft ausgezeichnet, der als „Wegbereiter für Karrieren“ und der Nachwuchsförderung wirke. Er biete seinen Studierenden ein Netzwerk, das sie in ständigen Kontakt mit Unternehmen bringe, so die Begründung der Initiatoren.

In der Flüchtlingsdebatte 2015 widersprach er der Ansicht, Bundeskanzlerin Merkel habe „das Gespür für die Stimmung in der Bevölkerung verloren“, und beschrieb ihre Haltung als „humanitär und geradlinig“. Die vom bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer und anderen Politikern erhobene Forderung nach einer Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen sei „reine Symbolpolitik“ und „absurd“.

Ehrungen und Auszeichnungen

Schriften als Verfasser und Herausgeber

Commons: Karl-Rudolf Korte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ https://www.uni-due.de/politik/korte.php
  2. ↑ https://nrwschool.de/2025/02/04/feierliche-verabschiedung-von-prof-dr-karl-rudolf-korte/
  3. ↑ Pressemitteilung 10/21 des DHV vom 24. März 2021
  4. ↑ Tobias Winzer: "Brombeer"-Koalition: Was der Begriff bedeutet und wer ihn erfunden hat. In: Sächsische.de. 3. September 2024, abgerufen am 13. September 2024.
  5. ↑ LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN. 18. Wahlperiode. Drucksache 18/17552. Antrag. Wahlvorschlag der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD, der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Fraktion der FDP. 27.01.2026. In: LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN: https://www.landtag.nrw.de/. Landtag von Nordrhein-Westfalen, 27. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026.
  6. ↑ Landtag NRW: Rückblick Live-Stream. In: Landtag NRW. 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026.
  7. ↑ FAZ: Forschen mit der Staatskanzlei, 13. Mai 2010.
  8. ↑ https://web.archive.org/web/20070123203527/http://www.unicum.de/evo/8289_1.
  9. ↑ Politologe Korte: Nach Terror in Paris gegen neue Ängste kämpfen Interview: Thomas Lanig, dpa | EUROPE ONLINE. 17. November 2015, archiviert vom Original am 17. November 2015; abgerufen am 15. September 2024.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. In: land.nrw. Abgerufen am 8. August 2025.