Karl Bartz (* 31. März 1900 in Weismes, heute Belgien; † 29. Januar 1956 in Stuttgart) war ein deutscher politischer Publizist vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus.

Carl Heinrich Josef Bartz, so sein voller Geburtsname, war Sohn des Postschaffners Michael Bartz und seiner Frau Barbara geborene Beaujean. Er war katholisch. Das Abitur machte Bartz 1919 am Gymnasium Münstereifel. Ab 1920 studierte er Deutsche und Französische Philologie, Geschichte und Geographie an der Universität Bonn und schloss 1923 in Geographie mit einer geomorphologischen Arbeit über den ehemals deutschen, nun belgischen Teil des Hohes Venn ab.
Seit den 1920er Jahren arbeitete Karl Bartz als Schriftsteller und Journalist. Aus dem infolge des Versailler Vertrages an Belgien abgetretenen, „entrissenen“ Gebiet um Eupen stammend, waren schon seine frühen Veröffentlichungen aggressiv antifranzösisch und antibelgisch, von der Forderung nach Revision der Vertragsbestimmungen und von der Erwartung neuer Kriege geprägt.
1929 wurde er aus Belgien ausgewiesen, weil er in der Heimatbewegung aktiv war. Er war Redakteur der Rheinisch-Westfälischen Zeitung, 1931 ihr Schriftleiter und bis zu diesem Jahr auch für die Deutsche Volkspartei tätig.
Er schrieb ferner für den Berliner Börsen-Courier. 1933 löste er dessen Chefredakteur Hans Baumgarten ab, bis das Blatt zum Jahresende 1933 in der Berliner Börsen-Zeitung aufging. Bartz war Mitglied des Reichsverbandes der deutschen Presse, der dem neu eingerichteten Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt war, und „Aufpasser“ beim B. B.-C. Er schrieb dort Artikel im völkischen, nationalistischen Ton, war aber kein Mitglied der NSDAP.
Bartz war 1934 Presseverantwortlicher und enger Mitarbeiter des NS-Gauleiters Josef Bürckel, der ab 1935 zugleich Reichskommissar für die Rückgliederung des Saargebiets war. Für den kommunistischen Historiker Luitwin Bies war Bartz ein „nazistischer Journalist“.
Dem Historiker Heiko Suhr zufolge setzte mit Bartz' Buch Die Tragödie der deutschen Abwehr von 1955 die Kritik an Admiral Wilhelm Canaris ein. Bartz sei Kolporteur der unwahren Geschichte gewesen, Canaris habe die Einführung des Judensterns für Berliner Juden durchgesetzt.
Er publizierte auch unter dem Namen Joachim Reinhardstein. Burg Reinhardstein ist eine Anlage auf dem Gebiet der Gemeinde Weismes, Bartz' Geburtsort. Er starb 1956 in Stuttgart.
Karl Bartz und der Luftwaffenoffizier Werner Bartz werden in der Literatur häufig verwechselt. Auch als Verfasser von Werner Bartz' Aufsatz Gedanken über Luftkriegsführung von 1936 wird in der Fachliteratur wiederholt Karl Bartz genannt.
Veröffentlichungen als Joachim Reinhardstein sind als (J. R.) bezeichnet.
| Personendaten | |
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| NAME | Bartz, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Bartz, Carl Heinrich Josef (Geburtsname); Reinhardstein, Joachim (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher politischer Publizist |
| GEBURTSDATUM | 31. März 1900 |
| GEBURTSORT | Weismes, heute Belgien |
| STERBEDATUM | 29. Januar 1956 |
| STERBEORT | Stuttgart |