





Karl Bernt (* 8. Oktober 1871; † 27. Juli 1952 in Flensburg) war ein deutscher Architekt, der zwischen 1903 und 1938 in Flensburg wirkte. Bernts Architektursprache entwickelte sich dabei von Jugendstil und Reformarchitektur bis zum Backsteinexpressionismus.
1903 entstand mit dem viergeschossigen Jugendstil-Mietwohnhaus Glücksburger Straße 28 Karl Bernts erstes nachweisbares Gebäude in der Stadt Flensburg. In den darauffolgenden Jahren wurde Bernt zu einem vielbeschäftigten Architekten, der zahlreiche stadtbildprägende Gebäude schuf. 1905 wurde von Karl Bernt am Platz an der oberen Marienstraße („Kuhgangsplatz“), das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Marienstraße 61 errichtet. Für dieses Gebäude griff Bernt auf Pläne von Alexander Wilhelm Prale zurück, die er aber durch neue Stilelemente modernisierte und damit weitgehend veränderte. Bernts neu gestaltete Fassade besteht aus einer Mischung von Jugendstil und Landhauselementen. Nur die räumliche Aufteilung des Gebäudes übernahm Bernt noch von Prale. Ein Jahr später errichtete Bernt das Hotel Seewarte in Flensburg-Mürwik. 1906 gestaltete Bernt zudem auch das Vorderhaus des Zuckerhofs um, in dem sich Anfang des 19. Jahrhunderts eine Zuckersiederei befand. In das Erdgeschoss des Gebäudes in der Norderstraße 31 wurden zwei Ladenlokale sowie ein dazugehöriger Mitteleingang eingerichtet. Die Fassade wurde um drei Meter zurückversetzt und durch Bernt neu gestaltet.
Von 1898 an bis 1912 wurden die erhaltenen Wohnhäuser in der Brixstraße im Stadtteil Jürgensby errichtet. Einige Häuser in diesem Bereich stammen ebenfalls von Karl Bernt. Unter anderem war er dort möglicherweise auch am Wohnhaus Brixstraße 19 von 1907 beteiligt. 1908–1909 beteiligte sich Bernt am Bau der Flurstraße im Stadtteil Westliche Höhe mit drei Wohnhäusern. 1908–1909 wurden in der Clädenstraße hochwertige Mehrfamilienhäuser errichtet, die vorrangig von Karl Bernt stammten. Die großzügig ausgestatteten Wohnhäuser sollten den zu erwartenden Bedarf höherer Marinechargen bedienen, der auf Grund der Errichtung der Marineschule Mürwik erwartet wurde. Da die Marineschule aber später als der Bauherr der Clädenstraßen-Häuser vermutete fertig wurde, blieben die Offiziere der Marineschule als Kundschaft aus und der Bauherr ging vorher pleite. Die Stadt ersteigerte 1911 die Gebäude. Anschließend wohnte dort unter anderem Paul Ziegler und später zudem der Maler und Zeichner Günter Messenbrink. 1911–1913 entstanden nach Plänen von Karl Bernt unweit der Clädenstraße die Gebäude Ulmenstraße 15 und 16 am Kopf der St.-Jürgen-Treppe. Des Weiteren entstand 1911–1916 eine große Anzahl von Wohnhäusern an der Bismarckstraße, von denen einige ebenfalls von Karl Bernt stammten.
Zu der großen Anzahl von Wohn- und Geschäftshäusern von Karl Bernt gehört beispielsweise das außergewöhnliche Eckgebäude Große Straße 39/41 am Heiligengeistgang aus dem Jahr 1911, das durch eine stattliche Putzfassade mit goldfarbenen Tafeln, auf denen antikisierende Gestalten abgebildet sind, auffällt. Seit 1914 wurde die Villa Clädenstraße 11 nach Plänen von Karl Bernt gebaut, die vermutlich kriegsbedingt erst 1918 fertiggestellt wurde. Die Villa wurde zurückhaltend gestaltet im Sinne der Reformarchitektur. Um 1925 wandte Karl Bernt sich offensichtlich der Heimatschutzarchitektur zu. Hatten seine bisherigen Bauten Putzfassaden, folgten nun Bauten mit Backsteinfassaden. So entstand beispielsweise 1925–1928 der Parkhof, den Bernt in Zusammenarbeit mit Karl Frehse plante, im Heimatschutzstil. 1935/1936 setzte er Paul Zieglers und Theodor Rieves Eckgebäude Südermarkt 7 durch einen weiteren Wohnblock nach Süden fort. Bei diesem neuen Gebäude Dr.-Todsen-Straße 2–4 wurde Bernt durch Theodor Rieve unterstützt. Ursprünglich sollten im Erdgeschoss des Gelbsteinbaus Arkaden eingefügt werden, die den Arkadenverlauf des benachbarten Südermarktgebäudes fortsetzen sollten, doch dies wurde aus finanziellen Gründen verworfen. Bernts letztes Wohnhaus entstand 1936–1938 im Stadtteil Sandberg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bernt, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 8. Oktober 1871 |
| STERBEDATUM | 27. Juli 1952 |
| STERBEORT | Flensburg |