Alexander Wilhelm Prale (* 14. August 1850 in Dorpat, Russisches Kaiserreich; † 23. Juli 1910 in Flensburg) war ein Architekt, der hauptsächlich in Flensburg wirkte.



Prale absolvierte zunächst eine Zimmermannslehre und besuchte die Bauschule in Hamburg. 1870 bis 1873 studierte er an der Polytechnischen Schule in Hannover, den Vorläufer der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Dort war er ein Schüler von Conrad Wilhelm Hase. Prale widmete sich fortan hauptsächlich dem Stil der Neugotik der Hannoverschen Schule. 1874 bis 1878 war er Mitarbeiter im Architekturbüro von Gotthilf Ludwig Möckel in Dresden. Prale übernahm in diesem vierjährigen Zeitraum die Bauleitung für die Errichtung der Johanneskirche nach neugotischen Plänen von Möckel. Die Kirche, das erste Werk an dem Prale offenbar beteiligt war, wurde während der Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in den 1950er Jahren vollständig abgerissen.
1878 bis 1880 wurde Prale ein Mitarbeiter im Architekturbüro von Johannes Otzen in Berlin. Otzen war ebenfalls ein Hase-Schüler und plante verschiedene Häuser in Flensburg, beispielsweise das Kaufmannshaus Hansen in den Jahren 1868/69. Otzen erhielt 1877 den Auftrag den durch einen Blitz zerstörten Kirchturm von St. Nikolai, Flensburg im neugotischen Stil wiederherzustellen und ein Jahr später zusätzlich den Auftrag zur Umgestaltung des Kirchturmes von St. Marien in Flensburg im neugotischen Stil. Da Otzen anderweitig beschäftigt war, fungierte Prale bei diesen beiden Projekten für ihn vor Ort als Bauleiter.
1880 gründete Prale ein eigenes Architekturbüro in Flensburg. Prale wurde ein Kirchenbauarchitekt und Planer großbürgerlicher Villen. Er entwarf vorwiegend Gebäude für den Flensburger Raum. 1883/84 entstand in Flensburg nach seinen Plänen die Burg Schöneck, eine Villa in Burgform, die er in den Jahren danach noch erweitern und umbauen durfte. 1886 errichtete er die Villa Besenbruch, die heute als Flensburger Standesamt dient. 1893/94 setzte Prale abermals Renovierungspläne von Otzen für die Nikolaikirche um. 1897 war Prale zudem für den Umbau des ehemaligen Hotels Rasch, in der Großen Straße 56 in Flensburg zuständig. Raschs Hotel war über viele Jahre das erfolgreichste Hotel der Stadt, wurde dann aber letztlich durch Prale zu einem Geschäftshaus mit Schaufenstern für den Handel umgestaltet. Ein ganzes Prale-Gebäudeensemble zum Wohnen und für Geschäftsfläche entstand 1899 bis 1901 unterhalb des Nordermarktes auf der Südseite der Schiffbrückstraße. 1903 wurde der Bismarckturm auf dem Scheersberg bei Quern nach seinen Plänen vollendet. Prale hatte 1899 Entwürfe für die in Flensburg geplante St. Jürgen-Kirche vorgelegt. Seine Pläne wurden jedoch nicht realisiert. 1904 bis 1907 übernahm Prale aber dennoch für den Architekten Oskar Hossfeld die örtliche Bauleitung zur Errichtung der St. Jürgen-Kirche, Flensburg. 1905 wurde am Platz an der oberen Marienstraße („Kuhgangsplatz“), das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Marienstraße 61 von Karl Bernt errichtet. Für besagtes Gebäude griff dieser auf Pläne von Prale zurück, die er aber durch neue Stilelemente modernisierte und damit weitgehend veränderte. Bernts neu gestaltete Fassade besteht aus einer Mischung von Jugendstil und Landhausstilelementen. Nur die räumliche Aufteilung des Gebäudes übernahm Bernt noch von Prale. Prales Entwurfspläne von 1907 für den Bau der St.-Petri-Kirche wurden ebenfalls nicht umgesetzt. Verwirklicht wurde stattdessen der Entwurf des Architekten Peter Jürgensen aus Berlin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prale, Alexander Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | estnischer Architekt in Flensburg |
| GEBURTSDATUM | 14. August 1850 |
| GEBURTSORT | Dorpat, Russisches Kaiserreich |
| STERBEDATUM | 23. Juli 1910 |
| STERBEORT | Flensburg |