Karl Dickel

Karl Dickel (stehend, 2. von rechts) als Mitglied der Examenskommission zur Abnahme der Forstassessorenprüfung am 28. Oktober 1893 (von links, sitzend): Wilhelm Liebrecht, Adolf Remelé, Bernard Altum, Anton Müttrich sowie (von links, stehend): Frank Schwarz, Adolf Runnebaum, Bernhard Danckelmann (nicht Mitglied der Kommission), Wilhelm Waechter, Karl Dickel und Johann Ludwig Boy (nicht Mitglied).

Karl Philipp Dickel (* 28. Februar 1853 in Wingeshausen; † 30. Dezember 1920 in Berlin) war ein deutscher Forstwissenschaftler und Jurist.

Leben

Karl Dickel wurde im Forsthaus Paulsgrund bei Berleburg im Kreis Wittgenstein geboren. Er studierte von 1874 bis 1877 an der Universität Straßburg und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Rechtswissenschaft. Er promovierte dort 1877 zum Doktor der Rechtswissenschaften über den „Tatbestand des Diebstahls nach deutschem Recht“.

Am Amtsgericht in Berlin arbeitete er von 1883 bis 1885 als Gerichtsassessor. Danach war er ab 1886 Amtsrichter und wurde 1898 zum Amtsgerichtsrat am Amtsgericht I in Berlin berufen. Gleichzeitig leitete er seit 1884 Kurse für Referendare des amtlichen Seminars am Amtsgericht und wurde später zum Vorsteher des amtlichen Seminars ernannt.

Dickel wurde von seinen Zeitgenossen als erfahrener und bewährter Vorkämpfer für eine bessere Vorbildung der Juristen beschrieben. In seiner 1888 erschienenen Schrift „Über die Vorbildung der Juristen in Preussen“ legte er sinnvolle Verbesserungen für die Juristenausbildung dar.

Gleichzeitig legte Dickel in vielen seiner Veröffentlichungen Schwerpunkte auf die Forst- und Jagdwirtschaft, die in seinem Elternhaus begründet waren. Sein Vater Johann Philipp Heinrich Dickel (1824–1906), der bei einem Kutschenunfall tödlich verunglückte, war Oberförster in Paulsgrund im Kreis Wittgenstein.

Neben seiner Tätigkeit am Amtsgericht arbeitet er seit 1890 als Privatdozent an der Forstakademie in Eberswalde, dem Vorläufer der Fachhochschule Eberswalde. Später steigt er dort zum Geheimen Institutsrat auf und gehört zudem der Examenskommission an, die im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten die Forstassessorenprüfung abnahm. 1899 wurde er von der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin zum außerordentlichen Professor für deutsches bürgerliches Recht und Zivilprozeß berufen.

Karl Dickel verstarb am 30. Dezember 1920 in Berlin. Er wurde in seine Heimat überführt und am 9. Januar auf dem Friedhof am Forsthaus Paulsgrund bestattet. Die Dichterin Frieda Claudy, ein Patenkind Dickels, beschrieb in einem Aufsatz den Ablauf der Beerdigung und widmete ihm zwei Gedichte.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Foto von Forsthaus Paulsgrund bei Panoramio: Forsthaus Paulsgrund and Preisdorf valley (Memento vom 12. Oktober 2016 im Internet Archive)
  2. ↑ Kirchenbuch Wingeshausen, Taufregister Nr. 8/1853.
  3. ↑ Dieter Bald: Information zwischen Pflicht und Gefühl. Todesanzeigen im Wittgensteiner Kreisblatt. Norderstedt 2022, S. 188–191.
  4. ↑ Todesanzeige Karl Dickel, Wittgensteiner Kreisblatt, 4. Januar 1921, Nachruf ebenda, 7. Januar 1921.
  5. ↑ Dieter Bald: Frieda Claudy - Poesie aus Wittgenstein, Gedichtsammlung und Anmerkungen zu ihrem Lebenswerk, Norderstedt 2023, S. 47.
Personendaten
NAME Dickel, Karl
ALTERNATIVNAMEN Dickel, Karl Philipp (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist und Forstwissenschaftler
GEBURTSDATUM 28. Februar 1853
GEBURTSORT Berleburg
STERBEDATUM 30. Dezember 1920
STERBEORT Berlin