Karl Hesselbacher

Karl Eduard Ludwig Hesselbacher (* 29. Mai 1871 in Mückenloch; † 11. Januar 1943 in Baden-Baden) war ein deutscher evangelischer Geistlicher und Schriftsteller.

Leben

Karl Hesselbacher entstammte einer Pfarrersfamilie. Er wuchs auf in den Orten Mückenloch, Sinsheim und Neckarau und besuchte das Gymnasium in Mannheim und Lahr. Von 1890 bis 1894 absolvierte er ein Studium der Evangelischen Theologie an den Universitäten in Halle an der Saale, Leipzig und Heidelberg, das er mit dem zweiten theologischen Staatsexamen abschloss. Von 1894 bis 1895 leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger in Karlsruhe ab. Anschließend war er Vikar in Heidelsheim, Schwetzingen und Karlsruhe.

Gedenktafel in der Evangelischen Stadtkirche Baden-Baden

1898 übernahm Karl Hesselbacher eine Pfarrstelle in Neckarzimmern. 1905 wechselte er nach Karlsruhe. Ab 1914 gehörte er der Generalsynode an. Während des Ersten Weltkriegs war Hesselbacher Lazarettseelsorger. Von 1919 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1938 wirkte er als Stadtpfarrer in Baden-Baden; ab 1930 war er Mitglied des Kirchenrates und ab 1933 Dekan des Kirchenbezirks Baden-Baden.

Karl Hesselbacher veröffentlichte neben Predigttexten, pastoraltheologischen Abhandlungen und Biografien zahlreiche volkstümliche Erzählungen, die häufig auf Erfahrungen aus seiner seelsorgerischen Arbeit beruhen bzw. Themen aus der Geschichte des deutschen Protestantismus behandeln.

Von dem Verlag C. F. Müller, Karlsruhe (Baden), wurde er als Kirchenrat, badischer Literaturhistoriker und Erzähler zur Rezension der Erzählungen aus dem Kinderleben, In Sonne und Rauch, von Adam Ritzhaupt im Jahre 1932 gewonnen.

Karl Hesselbacher wurde 1916 mit dem badischen Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. 1917 wurde ihm von der Universität Heidelberg die Ehrendoktorwürde der Theologie verliehen. In Baden-Baden ist die „Karl-Hesselbacher-Straße“ nach ihm benannt.

Hesselbacher war in der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der NSDAP und habe das Hakenkreuz am Talar getragen. Auch in Baden-Baden haben unter Dekan Hesselbacher nach der Vereinnahmung der Evangelischen Landeskirche in Baden durch das NS-Regime nur noch sogenannte „vaterländische Gottesdienste“ stattgefunden.

Werke

Herausgeberschaft

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ DNB 575857978
  2. ↑ Pfarrer Ippach und die Christus-Kapelle in Baden-Baden – Eine traurige Kirchen-Geschichte. Abgerufen am 1. März 2025 (deutsch).
  3. ↑ Gerlinde Vetter: Pfarrer Ippach und die Christus-Kapelle in Baden-Baden. In: Arbeitskreis für Stadtgeschichte Baden-Baden (Hrsg.): AQUAE 2024 – Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Kurortes Baden-Baden. Band 57. Baden-Baden 2024.
  4. ↑ Gerhard Schwinge: 500 Jahre evangelischer Glaube in Baden-Baden. In: https://www.gerhard-schwinge.de. Dr. theol. Gerhard Schwinge, Kirchenhistoriker, wiss. Bibliothekar., 2017, abgerufen am 1. März 2025.
Personendaten
NAME Hesselbacher, Karl
ALTERNATIVNAMEN Hesselbacher, Karl Eduard Ludwig
KURZBESCHREIBUNG deutscher Geistlicher und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 29. Mai 1871
GEBURTSORT Mückenloch
STERBEDATUM 11. Januar 1943
STERBEORT Baden-Baden