Karl Klasen

Hermann Josef Abs mit seinen Sprechernachfolgern Karl Klasen (l.) und Franz Heinrich Ulrich (r.) am 12. April 1967

Karl Ferdinand Klasen (* 23. April 1909 in Hamburg; † 22. April 1991 ebenda) war ein deutscher Jurist und von 1970 bis 1977 Präsident der Deutschen Bundesbank.

Leben

Deckblatt der Hamburger Dissertation von 1933

Karl Klasen entstammte einer Hamburger Arbeiterfamilie. Er wuchs als Sohn des Heinrich Klasen (1880–1956) und dessen Frau Marianne, geb. Treckan (1885–1967), unweit des Hamburger Hafens auf, wo sein Vater, ein gelernter Ewerführer, als Inspektor bei der Firma Lütgens & Reimers beschäftigt war. Die Familie lebte, wie Klasen später schrieb, „in geordneten, aber bescheidenen Verhältnissen“. Seit 1920 besuchte Klasen die Thaer-Oberrealschule vor dem Holstentor in der Hamburger Neustadt, an der er Ostern 1928 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er sieben Semester lang Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und der Universität Hamburg. Zu Beginn des Studiums arbeitete Klasen als Werkstudent im Hamburger Hafen und als Reiseführer bei der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG). Im November 1931 bestand Klasen in Hamburg die Erste Juristische Staatsprüfung; im Februar 1933 wurde er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg bei Rudolf Laun mit einer Arbet über Die völkerrechtliche Bedeutung der Anerkennung der Tschechoslovaken während des Weltkrieges promoviert.

Seit 1931 war Klasen Mitglied der SPD, der er bis zu seinem Tod angehörte. Nach dem Studium fand er eine Anstellung als Justiziar bei der Deutschen Bank in Hamburg. 1943 wurde er zum Kriegsdienst in die Wehrmacht eingezogen, aus der er Anfang 1945 entlassen wurde.

Im April 1946 wurde er für eine Wahlperiode Präsident der Hamburger Landeszentralbank. Von 1957 bis 1969 war Klasen Mitglied im Vorstand der Deutschen Bank, dessen Sprecher er von 1967 bis 1969 zusammen mit Franz Heinrich Ulrich war. Am 1. Januar 1970 trat er als Nachfolger von Karl Blessing das Amt des Präsidenten der Deutschen Bundesbank an; dieses hatte er bis Mitte 1977 inne. Sein Nachfolger wurde sein langjähriger Stellvertreter Otmar Emminger.

Nach dem Ausscheiden aus der Bundesbank war Karl Klasen von 1978 bis 1984 Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank.

Grabstein Karl Klasen auf dem Friedhof Ohlsdorf

Karl Klasens Grabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg im Planquadrat Bo 61 nordwestlich von Kapelle 13.

Zur Erinnerung an seinen Vater stiftete Kai-Jacob Klasen 1992 den Karl-Klasen-Journalistenpreis.

Ehrungen

Zitate über Klasen

Zitate von Klasen

(Anmerkung: das erwies sich als krasse Fehleinschätzung: die 1970er Jahre waren geprägt durch eine Stagflation; 1971 brach das System von Bretton Woods zusammen; nach der ersten Ölkrise setzte die ÖTV Lohnerhöhungen von etwa 11 % durch („Kluncker-Runde“, siehe auch Lohn-Preis-Spirale und Preis-Lohn-Spirale); Petrodollar; Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten; Eurosklerose).

Schriften (Auswahl)

Literatur

Quellen

  1. 1 2 Zur Erinnerung an Karl Klasen. In: Bank und Geschichte. Historische Rundschau 19 (2009), S. 1.
  2. ↑ 40. In: www.hahn.fr. Abgerufen am 7. Dezember 2022.
  3. ↑ spiegel.de:
  4. ↑ Prominenten-Gräber
  5. ↑ Die Welt, 28. März 2012
  6. ↑ spiegel.de:
  7. 1 2 3 4 bundesbank.de (Memento vom 8. Juni 2013 im Internet Archive)
Personendaten
NAME Klasen, Karl
ALTERNATIVNAMEN Klasen, Karl Ferdinand (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist, Präsident der Deutschen Bundesbank (1970–1977)
GEBURTSDATUM 23. April 1909
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 22. April 1991
STERBEORT Hamburg