Karl Schellander

Karl Schellander (* 9. August 1956 in Klagenfurt, Kärnten, Österreich) ist ein österreichisch-deutscher Tiermediziner und emeritierter Professor für Tierzucht und Tierhaltung der Universität Bonn.

Leben und Wirken

Karl Schellander wurde am 9. August 1956 in Klagenfurt geboren. Nach der Matura studierte er ab 1976 Tiermedizin an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien (VUW), schloss 1981 mit dem Examen als Diplomtierarzt ab und promovierte zum Dr. med. vet. Es folgte eine Tätigkeit als Assistenztierarzt in einer Schweizer Gemischt-Praxis. Ab 1983 arbeitete er als Universitätsassistent am Institut für Tierzucht und Genetik der VUW. Von 1985 bis 1987 war er Stipendiat der Max-Kade-Stiftung am Department für Physiologie und Pharmakologie der Universität Georgia (USA). Danach kehrte er nach Wien zurück, habilitierte hier 1991 auf dem Fachgebiet „Molekulargenetik in der Tierzucht“ und wurde Assistenzprofessor an seinem Institut.

1996 erfolgte der Ruf als C4-Professor für Tierzucht und Tierhaltung und Direktor des Instituts für Tierwissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Hier erreichte er durch zukunftsweisende molekulargenetische Methoden und Ansätze beachtliche Ergebnisse zum Erkennen von DNA-Markern und Genen für bedeutende Merkmalskomplexe beim Schwein (z. B. Stressresistenz, Schlachtkörper- und Fleischqualität).

Die von ihm früher beim Modelltier Maus durchgeführte Forschung in der präimplantativen Genetik und Embryotechnologie setzte er beim Rind erfolgreich fort.

Würdigung

Schellander hat molekulargenetische und reproduktionstechnologische Lösungsansätze zur Verbesserung wichtiger Merkmale bei Schwein und Rind immer mit Blick auf ihre Bedeutung für die praktische Tierzucht gesehen und in der Diskussion mit Praktikern bewertet. Das beeindruckende und hochgeschätzte Engagement macht ihn zu einem hervorragenden und führenden Vertreter der Deutschen Tierzuchtwissenschaft, sagte Klaus Wimmers in seiner Laudatio für Schellander. Seine Forschungsergebnisse und sein Wirken habe die Nutztierforschung nachhaltig geprägt und wichtige Impulse für die praktische Umsetzung gesetzt, so Wimmers. Schellander trat am 31. Dezember 2019 in den Ruhestand.

Ehrenämter und Ehrungen

Ehrenämter an der Universität Bonn
Nationale und internationale Ehrenämter und Ehrungen

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Verleihung der Hermann-von-Nathusius-Medaille an Herrn Prof. Dr. med. vet. Klaus Schellander, Bonn. In: Züchtungskunde
  2. ↑ Mitarbeiterverzeichnis des Instituts für Tierwissenschaften der Universität Bonn (Memento des Originals vom 18. Februar 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Karl Schellander als Mitglied des Hochschulrats der Uni Bonn (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  4. ↑ Prof. Dr. Karl Schellander mit der Hermann-von-Nathusius-Medaille geehrt
  5. ↑ Klaus Wimmers: Ehrung von Prof. Dr. med. vet. habil. Karl Schellander PDF in Züchtungskunde 1/2020
  6. ↑ Zitierungen auf scholar.google.de
  7. ↑ Karl Schellander in Deutscher Forschungsgemeinschaft
Personendaten
NAME Schellander, Karl
KURZBESCHREIBUNG österreichisch-deutscher Tierarzt, Tierzüchter und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 9. August 1956
GEBURTSORT Klagenfurt