Karl Schild (* 22. September 1910 in Mannheim; † 30. März 1991 in Offenbach) war ein deutscher anarchosyndikalistischer Widerstandskämpfer.
Schild war gelernter Mechaniker, von 1925 bis 1926 Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) und trat 1927 den Naturfreunden und 1928 den Freidenkern bei. 1928 wurde er Mitglied der Ortsgruppe Mannheim der anarchosyndikalistischen Freien Arbeiter Union (FAUD) und heiratete 1932 Amanda Schild, geborene Schäfer. Mannheim war zu dieser Zeit neben Ludwigshafen eine Hochburg des Anarcho-Syndikalismus in Südwestdeutschland.
Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde Schild im April 1993 für vier Wochen in „Schutzhaft“ genommen. Im Frühsommer 1933 entstand aus den inzwischen illegalen FAUD-Ortsgruppen Mannheim, Ludwigshafen, Frankfurt am Main, Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden ein gemeinsames Widerstandsnetz. Dessen Haupttätigkeiten bestanden in der Herstellung und Verteilung von Publikationen, gegenseitigem Informationsaustausch und der Aufrechterhaltung persönlicher Kontakte unter den FAUD-Mitgliedern. Neben dem Einschmuggeln illegaler Schriften aus dem Ausland wurde auch ab Sommer 1932 die von Erich Mühsam herausgegebenen anarchistischen Monatsschrift Fanal. Maßgeblichen Anteil hatten dabei auch Friedrich Lösch aus Ludwigshafen, Eduard Bischoff aus Mannheim und Georg Hepp aus Frankfurt am Main. Schild war für den Hauptteil der Fanal zuständig, zeichnete den Schriftkopf und schrieb die Wachsmatrizen für die Texte. Zusammen mit seiner Frau Amanda verteilte er diese und andere illegale Publikationen in Frankfurt am Main, Offenbach und Darmstadt. Schild organisierte auch unregelmäßige konspirative Treffen, die zwischen Frühsommer 1933 und Ostern 1934 an verschiedenen Orten im Odenwald stattfanden, so auch im Herbst 1933 in der Ruine von Schloss Auerbach in der Nähe von Bensheim-Auerbach.
Nach einer Denunziation gegen die Darmstädter FAUD-Ortsgruppe konnte die Gestapo zwischen Dezember 1934 und Mai 1935 die südwestdeutsche illegale FAUD-Organisation aufdecken und etliche Mitglieder in Ludwigshafen, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt am Main und Offenbach verhaften. Schild wurde im Januar 1935 festgenommen und ihm nach zwanzigmonatiger Untersuchungshaft vom 26. bis 28. August 1936 zusammen mit den sechs weiteren Angeklagten Anni Zerr, Georg Hepp, Friedrich Lösch, Eduard Bischoff, Theodor Müller und Helmut Moeßner der Prozess in Darmstadt vor dem 2. Senat des Volksgerichtshofs der Prozess gemacht. Das Gericht verhängte drakonische Haftstrafen mit anschließender Polizeiaufsicht: Karl Schild zu vier Jahren und sechs Monaten, Friedrich Lösch zu sieben Jahren, Georg Hepp zu sechs Jahren, Eduard Bischoff zu drei Jahren und neun Monaten, Theodor Müller zu drei Jahren und sechs Monaten und Anni Zerr zu zwei Jahren. Der Kronzeuge Helmuth Moeßner wurde als einziger freigesprochen. Schild wurde in den Zuchthäusern Bruchsal und Ludwigsburg inhaftiert und dann in das Strafgefangenenlager Aschendorfer Moor im Emsland eingewiesen. Anfang 1943 wurde er in die Strafdivision 999 nach Griechenland abkommandiert, wo er 1945 in Ägypten in englische Kriegsgefangenschaft kam. Während der Zeit in der Strafdivision war er ebenfalls im Widerstand aktiv und hatte engen Kontakt zur griechischen Befreiungsbewegung.
Ende 1946 wurde Schild aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, ließ sich in Offenbach nieder und wurde Mitglied der KPD. 1947 wurde er Landessekretär der Offenbacher Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, war bis 1956 Stadtverordneter der KPD, von 1960 bis 1970 Redakteur der antifaschistischen Wochenzeitung Die Tat und seit 1949 Interessenvertreter der NS-Opfer gegenüber den Entschädigungsbehörden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schild, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher anarchosyndikalistischer Widerstandskämpfer |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1910 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 30. März 1991 |
| STERBEORT | Offenbach am Main |