Karl Schrage

Karl Schrage (* 24. Juli 1904 in Opladen; † 17. Februar 1972 in Wuppertal) war ein deutscher Gold- und Silberschmiedemeister, zunächst Leiter der Werkkunstschule Münster, später der Werkkunstschule Wuppertal. Sein Werk umfasst neben profanen Gegenständen insbesondere viele kirchliche Werke.

Leben

Karl Schrage besuchte die Volksschule und später das Gymnasium bis zur Obersekundareife. Nach einem Praktikum begann er eine Handwerkslehre bei Krupp in Essen. Während der Lehrzeit besuchte er Abendkurse von Erich Friedemann Werner, die ihn in die künstlerische Richtung lenkten. Nach der Gesellenprüfung wechselte er 1924 bis 1927 an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Elberfeld zu Hilmar Lauterbach. Zwischen 1927 und 1928 war Schrage in Berliner Ateliers und Werkstätten tätig. Ende 1928 nahm er nach der Ersatzreifeprüfung das Gewerbelehrerstudium am Berufspädagogischen Institut der Universität zu Köln auf. Parallel war er Schüler der Kölner Werkschulen bei Hermann Schmidthuber und Jakob Erbar. 1931 legte er das Staatliche Gewerbelehrerexamen ab, 1932 bestand er die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied.

Ab 1932 hatte Karl Schrage eine eigene Gold- und Silberschmiedewerkstatt in Telgte und arbeitete als Berufsschullehrer in Münster. 1937 übernahm er die Gold- und Silberschmiedeklasse an der Gewerblichen Berufsschule Münster und der damit verbundenen Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe. 1939 bis 1945 leistete er Kriegsdienst und kehrte danach in die frühere Tätigkeit zurück. 1948 wurde er zum Direktor der Werkkunstschule Münster berufen, die aus der früheren Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe hervorging. 1956 berief man ihn zum Direktor der Werkkunstschule Wuppertal und gleichzeitig zum Leiter der Werkgruppe Metall (Gold- und Silberschmiede) an dieser Schule. 1971 trat er in den Ruhestand.

Er war mit Barbara Schrage geb. Dargel (2. März 1909 – 5. Oktober 1973) verheiratet.

Arbeitsbereich

Karl Schrage fertigte Schmuck und Geräte in Metall, darunter viele Ehrengaben und Festgeschenke für amtliche Stellen, Organisationen und Firmen. Im kirchlichen Bereich wirkte er an der Ausstattung von neuerbauten Kirchen mit und fertigte z. B. Tabernakel, des Weiteren Monstranzen, Kelche, Ziborien, Messkännchen, Altarkreuze und Leuchter, auch Bischofsstäbe und -kreuze.

Ausgewählte Arbeiten

Zusammenarbeit mit dem Architekten Rudolf Schwarz bei Kirchenneubauten

Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Schwippert

Weitere Arbeiten für Kirchen

St. Konrad, Münster

Profane Arbeiten und Schmuck

Karl Schrage fertigte u. a. Dosen, Teekessel, Mokkakännchen, Milchkannen und Zuckerdosen, Tabletts, Teller, Schalen, Löffel, Becher, Teedosen, Leuchter, Buchdeckel u.ä.m, etliches davon befindet sich in Privatbesitz. Renate Schaub erfasst in ihrer Übersicht 36 Gegenstände, zum Teil existieren Fotos.

Ferner fertigte Karl Schrage eine große Anzahl Schmuckstücke. Die Aufstellung von Renate Schaub nennt Armschmuck, Halsschmuck (Ketten und Anhänger), Ringe und Manschettenknöpfe mit Hinweisen zur verwendeten Technik, von den meisten existieren Fotos.

Auszeichnungen

Ehrenamtliche Tätigkeit

1959 bis 1967 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen und als solcher Hauptinitiator des mit 40.000 DM dotierten Staatspreises für das Kunsthandwerk in NRW. Er war Mitglied im Kulturausschuss des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Teilnahme an Ausstellungen

Vorträge

Trivia

Die biografischen Angaben und die Liste der Werke wurden zusammengestellt von Renate Schaub, geb. Niemer. Sie war von 1947 bis 1952 zunächst Lehrling, dann Schülerin von Karl Schrage in der Werkkunstschule Münster/Westf. als Goldschmiedin. Es bestand eine lebenslange Freundschaft mit Karl Schrage und seiner Frau Barbara. Nach Karl Schrages Tod hat Renate Schaub Fotos, Berichte und Veröffentlichungen gesammelt und in einem Ordner zusammengestellt. Sie suchte gemeinsam mit ihrem Ehemann in verschiedenen Kirchen nach dem Verbleib der sakralen Gegenstände, um sie fotografisch festzuhalten. Nicht alle waren auffindbar. Je einen Ordner ihrer Recherchen hat Renate Schaub 1991 dem Museum für Angewandte Kunst in Köln und dem Diözesanmuseum Köln übergeben.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ In einigen Unterlagen wird irrtümlich der 16. Februar 1972 als Todestag genannt. Der Irrtum entstand vermutlich dadurch, dass es hieß, Karl Schrage habe „auf dem Weg zum Aschermittwoch der Künstler“ in Köln einen Schlaganfall erlitten. 1972 war Aschermittwoch am 16. Februar.
  2. ↑ Zwei Beispielabbildungen in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98.
  3. ↑ Beispiel-Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98.
  4. ↑ Niederschrift über die Überreichung der Amtskette an den damaligen Bürgermeister Kirchhof in der Ratssitzung vom 12. November 1959 im Stadtarchiv Detmold.
  5. ↑ Im Archiv der Stadt Wipperfürth finden sich die Niederschrift über die Ratssitzung vom 29.03.1963, in welcher die Bürgermeisterkette überreicht wurde, sowie eine Abbildung der Kette in einem Artikel der Bergischen Landeszeitung vom 29.03.1963 zur Überreichung der Kette.
  6. ↑ Über das „Windspiel Michael mit Heiligenschein, Schwert und Posaune“ berichten die Westfälischen Nachrichten vom 12. August 1987 mit Foto.
  7. ↑ Abbildung in Deutsche Goldschmiedezeitung 11/1959, S. 669.
  8. ↑ vgl zur Ausstattung der Kirche. Abgerufen am 21. Januar 2023.
  9. ↑ Eine Abbildung findet sich auf der Titelseite des „Deutschen Handwerksblatts“, Jg. 1961, Dezember-Ausgabe.
  10. ↑ Eine Abbildung findet sich in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ 11/1959, S. 670; St. Marien. Abgerufen am 22. Februar 2023 (deutsch).
  11. ↑ Eine Abbildung dieses Ensembles findet sich in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ 12/1963, S. 966.
  12. ↑ Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 99.
  13. ↑ Ausgestaltung des Innenraums. Abgerufen am 21. Januar 2023.; Renate Görlich: Die Kirche von St. Ludger in Wuppertal-Vohwinkel. Katholische Pfarreiengemeinschaft Wuppertaler Westen, abgerufen am 22. Februar 2023.; Westdeutsche Zeitung: Kirchen in NRW: Sankt Ludger in Wuppertal: Eine Kirche ohne Ecken. 1. August 2017, abgerufen am 22. Februar 2023.
  14. ↑ Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231.
  15. ↑ Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231.
  16. ↑ Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231.
  17. ↑ Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231.
  18. ↑ Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 9, 1956, S. 351.
  19. ↑ 17.4. bis 19.10.1958; für seine dort gezeigten Exponate erhielt Karl Schrage eine Urkunde, vgl. Schreiben an Ministerialrat Kassebeer vom 29.3.1961; Archiv der Werkkunstschule Wuppertal, heute Archiv der Bergischen Universität Wuppertal, Signatur 110200010033 Korrespondenz Karl Schrage.
  20. ↑ ᐅ Karl Schrage. Abgerufen am 22. Februar 2023.
Personendaten
NAME Schrage, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Gold- und Silberschmiedemeister
GEBURTSDATUM 24. Juli 1904
GEBURTSORT Opladen
STERBEDATUM 17. Februar 1972
STERBEORT Wuppertal