Seit ihrem Studium arbeitet Duwe als freiberufliche Künstlerin. 1989 hatte sie einen sechsmonatigen Malaufenthalt in der Provence unweit des Pont du Gard. Es folgten Aufenthalte in Marrakesch (Marokko, 1996), Italien (1995, Stipendium Landesbank SH, 1999, Gastaufenthalt „Villa Romana“, Florenz), Dubai (2000, 2001) und New York (2006, 2013, 2022).
In ihrer Malerei konzentriert sich Katharina Duwe seit Jahrzehnten auf lebensphilosophische Themen. „Im Mittelpunkt meiner Malerei steht die Frage nach der menschlichen Existenz in unserer Welt“, sagt Duwe selbst über ihre Arbeiten. 1984, im Todesjahr ihres Vaters, malte sie einen einsamen Mann Am Meer, ein Hinweis darauf, dass damit in ihren Bildern die existenzielle Bedingung des Menschen an Gewicht gewinnen sollte, so Heinz Spielmann anlässlich einer Ausstellung in der Handelskammer Hamburg. Ab 1993 entstanden in einer experimentellen Arbeitsphase Collagen, Reliefs und dreidimensionale Arbeiten mit den Themen einer artifiziellen Umwelt und eines nach außen gewendeten Lifestyles. Eines der Gemälde trägt den kennzeichnenden Titel Der schöne Schein.
2006 wandte Duwe sich unter dem Eindruck der collagehaften Inszenierungen am New Yorker Times Square der Stadtlandschaft zu. Sie malte die Stadt als nächtliche Erscheinung aus farbigem Licht, und sie stellte sie aus der Perspektive der Menschen im Stadtinnern dar, so Karen Michels in ihrer Rede anlässlich der Ausstellung move in Hamburg. Die Figuren sind einerseits Teil des Organismus Stadt, andererseits bleiben sie – kaum mehr als Schatten – Individuen. Heute beschäftigt sich die Künstlerin mit den vielfältigen Erscheinungsformen der Urbanität und deren Problemen. Es sind keine gängigen Stadtporträts, sondern manifeste Gleichnisse der gesellschaftlich-zivilisatorischen Wirklichkeit. Seit 2010 arbeitet sie an der Werkgruppe Urban Space und seit 2017 an der Werkgruppe Light Reflection.
Werke (Auswahl)
Fragmentewand (1993), 250 × 360 cm, veröffentlicht als Monographie von Monika Buekenhout anlässlich der Sommerausstellung 1994 in der Kunsthalle Emden
Das himmlische Jerusalem (1995), 6 × 4 Meter, Dallglas in Stahlbeton, Kirchenfenster, St.-Michael-Kirche, Moorrege bei Hamburg
Salute. Kunstexpedition Italien 1995. Fünfzehn Stipendiaten der Kulturstiftung Landesbank zu Gast in der Stadtgalerie Kiel, Kiel 1995.
BBK Landesverband Schleswig-Holstein (Hrsg.): Katharina Duwe. Landesschaupreisträgerin 1997. Katalog zur Ausstellung im Brunswiker Pavillon. Kiel 1998, ISBN 3-930563-19-3.
Süßes Leben. Katalog zur Ausstellung in der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank. Lichtwark Forum, Hamburg 2001
Katharina Duwe und Heilwig Duwe-Ploog. Galerie im Elysée, Hamburg 2004.
Paintings. Katalog zur Ausstellung in der HSH-Nordbank AG London Branch, Hamburg 2005.
zusammen mit Johannes Duwe: Kunst im Landtag. Paare. Katalog zur Ausstellung im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Kiel 2008.
Dirk Halverscheid Galerie (Hrsg.): livestream. Dirk Halverscheid Galerie, München 2015, ISBN 978-3-16-148410-0.
Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn e.V. (Hrsg.): Off Space. Katharina Duwe. Solivagus-Verlag, Kiel 2022, ISBN 978-3-947064-20-5.
Literatur
Annette Nolte:Die Kunst, den eigenen Standpunkt zu finden. In: Actio humana: das Abenteuer, Mensch zu sein. Jg. 99, Nr.4, 1990, S.45–48, zu Katharina Duwe insbesondere S. 48 (Digitalisat[PDF]).
Sybille Arendt:Die Flüchtigkeit des Augenblicks. In: Hinz&Kunzt. Nr.237, November 2012 (online– Interview mit der Künstlerin).
↑Heinz Spielmann (1930-):Die Künstlerfamilie Duwe zwei Generationen und ihr Werk: Ausstellung vom 22. März bis zum 19. Mai 2017 (=Kunst in der Handelskammer). Handelskammer Hamburg, 2017 (online).
↑Katharina Duwe "move"; Malerei; [der Katalog erscheint anläßlich der Ausstellung Katharina Duwe "move" in der Ute Claussen Galerie II, Hamburg, 31. Oktober 2012 – 31. Januar 2013]. 2. Auflage. 2012 (online).
↑Imke Ehlers: Katharina Duwe. Off Space. In: Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn e. V. (Hrsg.): Off Space. Katharina Duwe. Solivagus-Verlag, Kiel 2022, S. 17 und S. 14.