

Katja Butt (* 2. August 1961 in Oldenburg) ist eine deutsche Medienkünstlerin und Zeichnerin.
Von 1983 bis 1991 besuchte Katja Butt die Kunstakademie Münster und studierte bei Johannes Brus, Ulrike Rosenbach und Reiner Ruthenbeck. Sie schloss das Studium mit Akademiebrief mit Auszeichnung ab. Von 2012 bis 2021 war sie Professorin an der Rheinischen Hochschule Köln für den Fachbereich Medien.
Seit ihrem Studium ist Katja Butt mit ihren Werken in zahlreichen Ausstellungen und Festivals im In- und Ausland (Europa, Asien) vertreten.
Ein Arbeitsschwerpunkt von Butt liegt in ihren ortsspezifischen und raumbezogenen Videoinstallationen, die sie seit Anfang der 1990er Jahre für unterschiedliche Kontexte konzipiert und umsetzt. In der Auseinandersetzung mit der Funktion, Geschichte oder Architektur entwickele sie, so Milo Köpp, Konstruktionen, in denen sich eine Besonderheit des Raumes im Spiel der Videobilder, oft über mehrere Bildschirme verteilt, verselbstständigt. Charakteristisch sei dabei der dokumentarische Ansatz in ihrer minimalistischen Bildsprache, deren wesentliche Stilmittel die eigenwillige Sicht durch die Kamera, der Videoschnitt und die pointierte akustische Nachbearbeitung seien.
Ihre Zeichnungen und Fotoarbeiten zeigen ebenfalls das Interesse an architektonischen und weiteren semantischen Konstrukten. Auch hier erweitere sie deren statische Tendenzen durch die Lust an der Dynamik und Instabilität, sagte der Literaturwissenschaftler Matthias Hagedorn in seiner Laudatio bei der Verleihung des Preises „Hungertuch für Bildende Kunst“ im Jahr 2007. Die Aachener Zeitung schrieb, Butt setze den Schwung des Arms, der Hand, den ganzen Körper ein, um zerbrechlich scheinende Gebilde zu erschaffen – „wolkig, durchbrochen, leicht, aber auch fremd, manchmal in den feinen Ausläufern der Linie fordernd“.
Zu ihrem Projekt über Gertrude Stein im Jahre 2009 sagte Butt im Deutschlandfunk: „Das ist ein Stück über Sprache, wie genau gehen wir mit Sprache um oder welche Worte lösen was aus, was löst heute dieses Wort bei dir aus oder morgen bei mir.“ Mit dem Ansatz einer Bildhauerin untersuche sie scheinbar feststehende Prinzipien und damit verbunden auch gesellschaftliche Zusammenhänge: Raum- und Körpertheorien, Schrift und Sprache, Gedankenmodelle oder künstlerische Reflexe. Ihre Kunst breche mit Wahrnehmungsmustern, sie suche nach neuen Antworten auf die Frage: Wie entscheiden wir, was real ist? – und führe uns so Aussichten auf eine andere, kaleidoskopische Wirklichkeit vor. Ihre Arbeiten verbänden radikale Analyse mit radikaler Reduktion.
Butt engagiert sich zudem in verschiedenen Projekten, wie Strichstärke_Projekte zur Zeichnung (seit 2017) und EWVA – Equality for Women in Visual Arts (seit 2023).
Katja Butt lebt und arbeitet in Köln. Sie ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Butt, Katja |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Medienkünstlerin und Zeichnerin |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1961 |
| GEBURTSORT | Oldenburg |