Kenneth Pearson

Kenneth Pearson (* 13. September 1920; † 29. Mai 2004 in Frankreich) war ein britischer Journalist, Ausstellungsmacher und Museumsberater; bekannt wurde er vor allem durch seine langjährige Tätigkeit für die britische Sonntagszeitung Sunday Times und seine Beteiligung an verschiedenen bedeutenden Museumsausstellungen.

Leben

Pearson besuchte die Alleyn’s School in Dulwich bis zum Alter von 16 Jahren und arbeitete anschließend als Versicherungsangestellter. 1939 trat er der Fleet Air Arm bei und diente als Pilot unter anderem auf den Flugzeugträgern HMS Victorious und HMS Searcher. Ausgebildet wurde er in Nordirland und Nordamerika, wo er mit dem Broadway in Berührung kam, der seine lebenslange Leidenschaft wurde. Im April 1944 nahm er am britischen Angriff auf das deutsche Schlachtschiff Tirpitz teil. Im folgenden Monat geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und war anschließend in einem Lager nahe Berlin interniert. Nach seiner Befreiung durch die Rote Armee 1945 studierte er Wirtschaftswissenschaften am University College London und trat nach seinem Abschluss 1948 als einer von nur vier Absolvent über ein spezielles Ausbildungsprogramm in den Journalismus ein.

Ab 1951 arbeitete Pearson für die Sunday Times, wo er zunächst eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Funktionen übernahm, darunter die Redaktion der Leserbriefe. 1956 gründete er das Student Drama Festival; in den 1960er Jahren gehörte er zum Rechercheteam Insight und war zudem auch mit der Kunstberichterstattung befasst. 1968 übertrug man ihm die Verantwortung für das Engagement der Zeitung beim Roman Museum in Fishbourne. Anschließend wirkte er als Associate Editor an Sonderprojekten mit und war in dieser Funktion unter anderem an der Tutanchamun-Ausstellung von 1972 beteiligt.

Gemeinsam mit der deutlich jüngeren Archäologin und BBC-Journalistin Patricia Connor (* 1943), die 1968 seine zweite Ehefrau wurde, recherchierte Pearson im Sommer 1966 in der Türkei zum Archäologieskandal um den Prähistoriker James Mellaart und das BIAA, der nach dem Titel ihrer Buchveröffentlichung üblicherweise als Dorak-Affäre bezeichnet wird; die Ergebnisse ihrer Investigativrecherche wurden zunächst in der Sunday Times und später in dem bei Joseph und Atheneum verlegten Buch The Dorak Affair (1967/68) veröffentlicht. Nach seinem Ausscheiden aus der Sunday Times gründete Pearson mit Connor die Ausstellungsberatungsfirma Tempus, die über 40 Ausstellungen in verschiedenen Ländern organisierte – darunter die Ausstellung The Vikings in England (1981) und Domesday 900 (1986). Pearson starb 2004 unerwartet in seinem Haus in Frankreich an einem Herzinfarkt während den Vorbereitungen für weitere Projekte im Alter von 83 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau Patricia Connor, einen Sohn aus erster- und zwei Töchter aus zweiter Ehe.

Anmerkungen

  1. ↑ The Times: Kenneth Pearson: Journalist on The Sunday Times Whose Work on Tutankhamun Led to a Second Career Organising Exhibitions All over the World, 11. Juni 2004, S. 38.
  2. ↑ The Times: Kenneth Pearson: Journalist on The Sunday Times Whose Work on Tutankhamun Led to a Second Career Organising Exhibitions All over the World, 11. Juni 2004, S. 38.
  3. ↑ Zu dieser Affäre vgl. insbes. David Stronach: One of Archaeology’s Greatest Mysteries – Dorak. A New Look at the Long-Lived Dorak Puzzle. In: James Mellaart. The Journey to Çatalhöyük, hrsg. v. Emma L. Baysal, Istanbul 2020, S. 437–43.
  4. ↑ The Times: Kenneth Pearson: Journalist on The Sunday Times Whose Work on Tutankhamun Led to a Second Career Organising Exhibitions All over the World, 11. Juni 2004, S. 38.
Personendaten
NAME Pearson, Kenneth
KURZBESCHREIBUNG britischer Journalist, Ausstellungsmacher und Museumsberater
GEBURTSDATUM 13. September 1920
STERBEDATUM 29. Mai 2004
STERBEORT Frankreich