Die Namensbezeichnung bezieht sich auf den Autor der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1929 durch den deutschen DermatologenKarl Hermann Vohwinkel bzw. aus dem Jahre 1961 durch den deutschen ChirurgenP. F. Nockemann.
Verbreitung
Die Häufigkeit ist nicht bekannt, bislang wurde über etwa 50 Patienten berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.
Ursachen und Einteilung
Zwei Formen können unterschieden werden:
Klassische Form
Der Erkrankung liegen Mutationen im GJB2-Gen im Chromosom 13Genort q12.11 zugrunde, welches für Connexin-26, ein Membranprotein, kodiert.
Mutationen in diesem Gen liegen auch dem Keratitis-Ichthyosis-Taubheitssyndrom sowie dem Palmoplantarkeratose – Schwerhörigkeitssyndrom (PPK-Taubheitssyndrom) zugrunde.
Variante
Hier liegt kein Hörverlust, dafür jedoch eine Ichthyose vor, die Mutation betrifft das LOR-Gen im Chromosom 1 Genort q21, welches für Loricrin kodiert.
Die Behandlung richtet sich gegen die Verhornungen und Schnürfurchenbildung mit systemischer Gabe von Retinoiden wie Acitretin und lokaler Behandlung.
Literatur
D. Saleh, L. S. Tanner: Vohwinkel Syndrome. In: StatPearls [Internet], 2022, PMID 30335335.
S. Dippold, F. Butsch, R. Schopf, A. Keilmann: Vohwinkel-Syndrom Schwerhörigkeit und Keratosen an Hand und Fuß. In: HNO, Band 61, Nr. 7, Juli 2013, S.617–619, doi:10.1007/s00106-012-2607-x, PMID 23247752.
M. Sinha, S. B. Watson: Keratoderma hereditarium mutilans (Vohwinkel syndrome). In: The Journal of hand surgery, European volume, Band 34, Nr. 2, April 2009, S.235–237, doi:10.1177/1753193408098901, PMID 19282408.
12Bernfried Leiber (Begründer):Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
↑K. H. Vohwinkel: Keratoma hereditarium mutilans. In: Archiv für Dermatologie und Syphilis. 158, 1929, S.354, doi:10.1007/bf01826619.
↑P. F. Nockemann: Erbliche Hornhautverdickung mit Schnuerfurchen an Fingern und Zehen und Innenohrschwerhoerigkeit. In: Medizinische Welt, Band 2, 1961, S.1894–1900.
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