
Kevin Maxwell Warsh (* 13. April 1970 in Albany, New York) ist ein US-amerikanischer Investmentbanker, der seit Mai 2026 Präsident der Federal Reserve (FED) ist. Zuvor war er schon Mitglied des Federal Reserve Board of Governors von 2006 bis 2011. Er gilt als Befürworter einer zurückhaltenden Geldpolitik.
Kevin Warsh wurde am 13. April 1970 in Albany, New York, als jüngstes von drei Kindern in eine jüdische Familie geboren. Seine Eltern waren Robert, ein Geschäftsmann, und Judith Warsh, eine Journalistin und Schriftstellerin. Er wuchs in Loudonville nahe Albany auf.
Nach seinem Abschluss an der Shaker High School besuchte er die Stanford University, wo er 1992 einen Bachelor-Abschluss in Public Policy erwarb. Im Jahr 1995 schloss er sein Studium an der Harvard Law School cum laude mit einem Juris Doctor ab und absolvierte zudem Kurse in Marktwirtschaft und Fremdkapitalmärkten an der Harvard University und am MIT. Warsh ist mit Jane Lauder verheiratet, einer Tochter des Erben eines Kosmetikunternehmens und langjährigen Spenders der Republikaner, Ron Lauder.
Warsh begann seine Karriere 1996 bei der Investmentbank Morgan Stanley in der Abteilung Mergers & Acquisitions, wo er die Positionen eines Vice President und Executive Director erreichte. Bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 war er nach eigenen Angaben im Morgan Stanley Hauptquartier in Manhattan und sah den Einsturz des World Trade Centers mit eigenen Augen, was ihn dazu veranlasste, in den Regierungsdienst zu wechseln.
Von 2002 bis 2006 diente er als Special Assistant des US-Präsidenten George W. Bush für Wirtschaftspolitik sowie als Executive Secretary des National Economic Council des Weißen Hauses. Während und in der Folgezeit der Weltfinanzkrise 2007–2008 war Warsh der wichtigste Verbindungsmann der Zentralbank zur Wall Street. Er fungierte als Vertreter der Federal Reserve zur G20-Gruppe und als Gesandter des Boards gegenüber den Volkswirtschaften in Asien.
Warsh war bis 2026 der Shepard Family Distinguished Visiting Fellow in Economics der Hoover Institution an der Stanford University, Wissenschaftler und Dozent an der Stanford Graduate School of Business, Mitglied der Group of Thirty und Mitglied des Panel of Economic Advisers des Congressional Budget Office. Er war Mitglied des Steuerungskomitees der Bilderberg-Konferenz. Er forschte im Bereich von Wirtschaft und Finanzen und beriet mehrere private und staatliche Unternehmen. Einige Jahre war er Partner in Stanley Druckenmillers Family Office.
Nach der Wiederwahl Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 war Warsh als aussichtsreicher Kandidat für hochrangige Wirtschaftspositionen in der Regierung Trump II im Gespräch, einschließlich der Leitung des US-Finanzministeriums. Im Juni 2025 galt Warsh als aussichtsreichster Kandidat, neben Finanzminister Scott Bessent, für die Nachfolge von Jerome Powell als Präsident der Federal Reserve. US-Präsident Donald Trump sagte damals, direkt auf Warshs mögliche Nominierung angesprochen: „Man hat von ihm eine sehr hohe Meinung.“ Trump nominierte Warsh am 30. Januar 2026 als Nachfolger von Powell, dessen Amtszeit als Vorsitzender des Boards im Mai 2026 endete. Warsh wurde am 12. Mai 2026 durch den Senat mit 51 zu 45 Stimmen zu einer 14-jährigen Amtszeit als Governor, am folgenden Tag zu einer vierjährigen Amtszeit als Präsident bestätigt und am 22. Mai 2026 durch Clarence Thomas, Richter am Supreme Court, vereidigt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Warsh, Kevin |
| ALTERNATIVNAMEN | Warsh, Kevin Maxwell (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Bankmanager |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1970 |
| GEBURTSORT | Albany, New York |