| Kintzheim Kéntza | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Bas-Rhin (67) | |
| Arrondissement | Sélestat-Erstein | |
| Kanton | Sélestat | |
| Gemeindeverband | Sélestat | |
| Koordinaten | 48° 15′ N, 7° 24′ O | |
| Höhe | 176–521 m | |
| Fläche | 18,78 km² | |
| Einwohner | 1.684 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 90 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 67600 | |
| INSEE-Code | 67239 | |
| Website | http://www.mairie-kintzheim.fr/ | |
Blick von der Burg auf Kintzheim | ||
Kintzheim (deutsch Kinzheim, elsässisch Kéntza) ist eine französische Gemeinde mit 1684 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie ist Mitglied der Communauté de communes de Sélestat und liegt an der Elsässer Weinstraße.
Der Weinort liegt in der Oberrheinischen Tiefebene und ist dank seiner Lage direkt am östlichen Fuß der Vogesen klimatisch begünstigt. Das Gemeindegebiet wird von der Departementsstrasse D 35 (route du vin) von Norden nach Süden durchquert. In westlicher Richtung erreicht man den Vogesenpass Col du Schaentzel und im Osten liegt die Stadt Sélestat nur etwa fünf Kilometer entfernt. Die Nachbargemeinden von Kintzheim auf der Elsässer Weinstraße sind: Châtenois im Norden und Orschwiller im Süden.
Funde römischer Grabstelen (heute in der Eingangshalle des Rathauses) bezeugen hier die Besiedlung an der einstigen linksrheinischen Römerstraße von Augusta Raurica (Augst) nach Argentorate (Straßburg).In den Urkunden erscheint Kintzheim im 8. Jahrhundert als Quuningishaim, später als Kunigesheim. Damals war der Ort Sitz eines bedeutenden merowingischen Königsgutes. In der Karolingerzeit gehörte Kintzheim zum Nordgau. Um 1200 erscheint ein Rittergeschlecht von Kintzheim. Die Abtei Andlau besaß in Kintzheim einen Dinghof. Auch die Abtei von Senones und das Kloster Ebersmünster waren hier begütert. 1286 wurde ein Teil des Ortes an die Herren von Rathsamhausen verpfändet. 1338 ging Kintzheim durch Kauf an die Stadt Schlettstadt. (Deren ehemaliges Wappen ist heute Gemeindewappen.) 1444 verwüsteten die Armagnaken, marodierende Söldnertruppen, die von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land gerufen worden waren, den Ort. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kintzheim von den Schweden heimgesucht und das Schloss von ihnen zerstört. Unter Ludwig XIV. kam Kintzheim an Frankreich.
In der Revolution kam es zu einem 40 Jahre dauernden Rechtsstreit mit Schlettstadt, das schließlich 1838 alle Ansprüche auf Kintzheim aufgeben musste. Im Ersten Weltkrieg hatte der Ort 33 (als deutsche Soldaten) Gefallene zu beklagen. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner die deutsche Besatzung. Sie wurden am 30. November 1944 durch amerikanische Infanterie von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der alliierten Offensive gegen den von den Deutschen hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (Poche de Colmar). Ein Denkmal erinnert an 13 amerikanische Gefallene.
In den Jahren des Friedens, zwischen Holländischem Krieg und Pfälzischem Erbfolgekrieg, entwickelte Joseph de Montclar eine Baumschule für Obstbäume auf dem Land des Marquis von Uxelles, Nicolas Chalon du Blé, in Kintzheim und Haguenau.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2013 | 2019 |
| Einwohner | 1107 | 1333 | 1486 | 1479 | 1449 | 1493 | 1509 | 1593 | 1660 |

Der Weinbau ist einer der wichtigsten Erwerbszweige in Kintzheim. Erzeugt werden vorwiegend Weißweine wofür die folgenden Traubensorten angebaut werden: Sylvaner, Pinot Blanc, Riesling, Pinot Noir, Pinot Gris (im Elsass auch Tokay genannt) und Gewürztraminer. Die Weine werden mit dem Zusatz d'Alsace auch unter diesen Namen vermarktet und besitzen das AOC-Zertifikat. Der Praelatenberg ist eine Alsace-Grand-Cru-Lage bei Kintzheim.