Kirche Jaucha

Romanische Kirche von Jaucha

Die evangelische Kirche Jaucha (auch St. Martin) ist eine romanische Saalkirche im Ortsteil Jaucha der Gemeinde Hohenmölsen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Kirchengemeindeverband Hohenmölsen-Land im Kirchenkreis Saale-Unstrut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur

Die spätromanische Saalkirche wurde zu Anfang des 13. Jahrhunderts in sorgfältig gefugtem Quadermauerwerk erbaut und gliedert sich in den eingezogenen Chor mit Apsis, das Schiff und den querrechteckigen Turm mit Satteldach. Sie zeigt damit die klare Staffelung der einzelnen Bauteile in vollständiger Anlage einer romanischen Kirche. Die Fenster des Kirchenschiffs und in der Südseite des Chores wurden jedoch im 17. Jahrhundert vergrößert. An der Nordseite ist ein vermauertes romanisches Portal erkennbar, über dem Chorgiebel ist ein steinernes Giebelkreuz aus der Bauzeit erhalten. Restaurierungen wurden in den Jahren 1874 und 1929/30 vorgenommen.

Das Innere ist bis auf die Apsiskalotte mit hölzernen Decken in ährenförmig gesetzter Täfelung flach gedeckt. Eine zweiseitige hölzerne Empore mit freigelegten Brüstungsbildern umgibt den Raum. Dargestellt sind das Jüngste Gericht, die Auferweckung des Lazarus und das Gleichnis vom verlorenen Sohn, ausgeführt von Michael Hofmann aus Weißenfels gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Ein Gemälde mit Darstellung des heiligen Martin auf der Nordseite des Chores ist ein Werk vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein spätgotischer Flügelaltar in erneuertem Schrein, darin vier von ehemals fünf Figuren, welche Maria mit Kind, die Heiligen Barbara, Katharina und Paulus darstellen; die Figur des heiligen Petrus ist verschollen. Die Innenseiten der Flügel zeigen die Heiligen Dorothea und Margareta sowie Ursula und eine weitere Heilige. Auf den Außenseiten sind die Gethsemane-Szene und die Kreuzigung dargestellt.

Der Kanzelkorb ist mit gemalten Darstellungen von Christus und den vier Evangelisten geschmückt, auf der Treppenwange die Himmelfahrt des Elias, ebenfalls von Michael Hofmann aus Weißenfels. Eine Darstellung des heiligen Martin auf der Nordseite des Chors stammt ebenfalls vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Die Orgel ist ein Werk von Conrad Geißler aus Eilenburg aus dem Jahr 1880 mit acht Registern auf einem Manual und Pedal.

Literatur

Commons: Kirche Jaucha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Christoph Noetzel; Arvid Reschke: Orgelverzeichnis Kirchenkreis Naumburg-Zeitz. Bestand, Technik und Zustand. Hrsg.: Ev. Kirchenkreis Naumburg-Zeitz. Naumburg September 2012

Koordinaten: 51° 8′ 51,5″ N, 12° 6′ 27,5″ O