Es gibt in Berlin eine große Zahl von Kirchen und anderen Sakralbauten, es sollten deshalb hier vorrangig jene aufgenommen werden, die kirchengeschichtlich, stadtgeschichtlich oder architektonisch von besonderer Bedeutung sind.
Kirchen und Kapellen
Bezirk Mitte
Ortsteil Gesundbrunnen
Augustanakirche – Usedomer Straße, erster Bau 1894, Neubau 1950 und 1963, altlutherisch
Friedenskirche Zum Heiligen Sava – Ruppiner Straße, 1888–1891 als „Friedenskirche“, Baudenkmal, früher evangelisch, heute serbisch-orthodox
Himmelfahrtkirche der Kirchengemeinde am Humboldthain – Gustav-Meyer-Allee, 1954–1956, Baudenkmal, evangelisch, mitgenutzt von der syrisch-orthodoxen Gemeinde St. Izozoel
Christus-Kirche – Anklamer Straße, vor 1895–1898, Baudenkmal, früher evangelisch, seit 1992 Pfingstgemeinde
Dominikanerkirche – Anfang des 14.Jahrhunderts, Klosterkirche der Dominikaner, katholisch, nach Klosteraufhebung infolge der Reformation evangelisch, ab 1536 Domkirche der Hohenzollern in Verbindung mit dem benachbarten Stadtschloss, 1747 wegen Baufälligkeit abgerissen
Franziskanerkirche – Klosterstraße/Littenstraße, um 1250, Baudenkmal, erbaut als Klosterkirche der Franziskaner, katholisch, nach der Reformation evangelisch, 1945 zerstört, Ruine bis 1963 gesichert, seit 2004 Nutzung der Ruine für kulturelle Veranstaltungen
Garnisonkirche – Garnisonkirchplatz, erster Bau 1701–1703, Neubau 1720–1722, evangelisch, 1943 ausgebrannt, Ruine 1962 abgetragen
Georgenkirche – Georgenkirchplatz, 1894–1898, evangelisch, im Zweiten Weltkrieg zerstört
Gertraudenkirche, auch: „Spittelkirche“ – Spittelmarkt, Anfang des 15.Jahrhunderts, Neubau bis 1655, an Neubau grenzender Umbau bis 1739, zunächst katholisch, seit der Reformation evangelisch, bis 1882 abgerissen
Gnadenkirche – im Invalidenpark an der Invalidenstraße, evangelisch, im Zweiten Weltkrieg zerstört, Ruine 1967 abgetragen
Luisenstadt-Kirche – Alte Jakobstraße, erster Bau 1695, Neubau 1753, evangelisch, 1945 ausgebrannt, Ruine 1964 abgetragen, heute gärtnerische Gedenkanlage
Petrikirche – Petriplatz, um 1230 erbaut, katholische Pfarrkirche von Cölln, nach der Reformation evangelisch, nach mehreren Bauschäden 1847 neugebaut, seit 1945 Ruine, bis 1964 abgerissen
St.-Maria-Viktoria-Kirche, Kapelle der St.-Maria-Viktoria-Heilanstalt – Reinhardtstraße, 1908–1912, katholisch, 1939 abgerissen
St.-Markus-Kirche, Weberstraße, Standort heute von der Weydemeyerstraße überbaut, 1848–1855, evangelisch, 1944 bei Luftangriff weitgehend zerstört, Ruine 1957 abgetragen
St.-Michaels-Kirche – Michaelkirchplatz, 1850–1861, seit dem Zweiten Weltkrieg Ruine, Baudenkmal, katholisch
St.-Philippus-Apostelkirche, Philippstraße, 1852, evangelisch, 1945 ausgebrannt, in den 1960er-Jahren abgetragen
St. Jakob – Potsdamer Straße, erster Bau 1868 als St.Matthias-Kirche, ab 1924 umgeweiht als St.Ludgerus, Umgestaltung 1959, früher katholisch, seit 1985 syrisch-orthodox
Lazaruskirche – Grünberger Straße, erster Bau 1892, 1905 abgetragen und in Lobetal, heute Ortsteil von Bernau bei Berlin, wieder aufgebaut (dort erhalten als Begegnungszentrum der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal), zweiter Bau 1905–1907 als „Dom des Ostens“ bezeichnet, evangelisch, 1945 nach Luftangriff ausgebrannt, Ruine 1949 gesprengt
Zu den vier Evangelisten – Breite Straße, zweite Hälfte 15. Jahrhundert als Dorfkirche Pankow, 1858–1859 Neubau als Erweiterung, Baudenkmal, evangelisch
Friedenskirche – Bismarckstraße, 1898 als apostolische „Eber-Ezer-Kapelle“, Baudenkmal, von 1908 bis 1918 Synagoge, danach Kirche der Pfingstgemeinde, seit 1921 baptistisch
Mor-Afrem-Kirche (nach St. Ephraem dem Syrer) – Mindener Straße/Mierendorffplatz, erster Bau 1925–1926 als katholische „Mariä-Himmelfahrt-Kirche“, Neubau 1964–1966, seit 2005 mit neuem Namen syrisch-orthodox
Neuapostolische Kirche – Werningeroder Straße 10/Nordhausener Straße 3, 1929–1930, neuapostolisch
St.-Canisius-Kirche – Witzlebenstraße/Neue Kantstraße, erster Bau 1924 als „St.-Canisius-Kapelle“, zweiter Bau 1954–1957 als Kirche, Neubau 2000–2002, römisch-katholisch
Moritzkirche – Jüdenstraße/Moritzstraße, 1461 erstmals erwähnt, aber älter, nach 1806 zur Kaserne umgebaut, 1920 abgerissen, katholisch, seit der Reformation evangelisch
Sven Scherz-Schade: Kirchen in Berlin. Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel. Berlin Story Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-929829-29-7.
Henriette von Preuschen: Der Griff nach den Kirchen. Ideologischer und denkmalpflegerischer Umgang mit kriegszerstörten Kirchenbauten in der DDR. Werner, Worms 2011, ISBN 978-3-88462-315-2. (= Forschungen und Beiträge zur Denkmalpflege im Land Brandenburg, Band 13.) (Dissertation, Brandenburgische Technische Universität Cottbus, 2010) (darin beispielhafte Analyse zu den Städten Berlin (Hauptstadt der DDR), Potsdam, Magdeburg, Dresden und Leipzig; 258 Seiten)
Zu Beginn des 19.Jahrhunderts gab es in Berlin 23 Kirchen, die mit Namen und Adressen der Kurzen Beschreibung von Berlin im Adressbuch 1822 entnommen werden können.
↑Im Gedenken vereint.(PDF)In:Die Staakener Wetterfahne. Mitteilungsblatt des Freundeskreises der Dorfkirche Alt-Staaken e. V. Ausgabe 34 – Weihnachten 2015.S.17,abgerufen am 10.August 2019.
↑Norbert Koch-Klauke: Denkmäler als Diebesgut, Berliner Zeitung, 5. März 2025, S. 4.
↑Rudolf Bothe (Herausgeber):Synagogen in Berlin (Teil 1). Zur Geschichte einer zerstörten Architektur. Hrsg.: Berlin Museum. Willmuth Arenhövel, Berlin 1983, ISBN 3-922912-04-4, S.11.
↑Kurze Beschreibung von Berlin. In: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, 1822, Teil 1, S.8.