


Als Kiwi, Kiwifrucht oder Chinesische Stachelbeere bezeichnet man die Beerenfrucht mehrerer Arten der Strahlengriffel. Ursprünglich stammen alle Kiwiarten aus Ostasien. Die Frucht bezeichnet man als „die Kiwi“, wohingegen der Vogel „der Kiwi“ ist.
Vermarktet werden heute folgende Arten:
Die anfangs als „Chinesische Stachelbeere“ bezeichnete Frucht stammt ursprünglich aus dem Gebiet des Jangtsekiang in Zentralchina. In den dortigen Wäldern wächst sie als kräftige, holzige Liane oder kletternder Strauch. Der ursprüngliche Name der Kiwifrucht – bezogen auf Actinidia chinensis – ist Yang Tao. Dieser historische Name aus dem 19. Jahrhundert wird im heutigen Chinesischen kaum noch für Kiwifrucht gebraucht und könnte leicht mit der gegenwärtigen gleichnamigen Sternfrucht (Yang Tao, 杨桃) verwechselt werden. Der geläufige Name in China, Taiwan und anderen chinesischsprachigen Ländern/Regionen lautet derzeit Mi Hou Tao für einheimische Kiwis (猕猴桃) oder Qi Yi Guo für importierte (奇异果).
Die Frucht wurde 1904 von der Schuldirektorin Mary Isabel Fraser von einem China-Aufenthalt nach Neuseeland eingeführt und erfreute sich zunehmender Beliebtheit. 1952 begann der Export der Actinidia deliciosa von Neuseeland aus zunächst nach England, wo sie auf dem Fruchtmarkt ungewöhnlich gut angenommen wurde und bald auch nach Kontinentaleuropa und Nordamerika exportiert wurde. 1959 gab man ihr in London die Bezeichnung „Kiwi“, nach dem gleichnamigen Vogel.
In der Bundesrepublik Deutschland galten Kiwis in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren als Trend-Frucht. Im Zeitraum von 1972 bis 1981 stieg der Konsum von Kiwis im Land von 900.000 Stück auf 85 Millionen Stück an. Zu dieser Zeit erfreut sich die Kiwi jedoch offenbar noch keiner ungeteilten Beliebtheit. So bezeichnete sie der Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck 1982 als „geschmacklosen Softie“, der „überhaupt nichts taugt“. Dennoch stieg der Konsum massiv weiter an. Im Jahr 2019 wurden 108.000 Tonnen Kiwis nach Deutschland eingeführt. Dies entspricht bei einem durchschnittlichen Einzelgewicht von ca. 90 g einem Konsum von ca. 1,2 Milliarden Kiwis jährlich.
Im Jahr 2024 wurden weltweit 4.417.538 Tonnen Kiwifrüchte (alle Sorten) erzeugt. Auf die Volksrepublik China entfiel dabei mehr als die Hälfte der weltweiten Gesamternte (64,1 %). Europa produzierte im gleichen Zeitraum 919.041 Tonnen. Die größten europäischen Produzenten waren Italien und Griechenland.
Als Trendfrucht um die 2025er Jahre herum werden die Varianten der grünen Frucht in sozialen Medien gehypt. Die gelbe Variante mit weniger eiweißspaltendem Actinidain erlaubt die Verwendung in milchbasierten Speisen wie Joghurt und Quark, die kleinere Kiwibeere eignet sich für den Trend der Snackification (= kleinere, häufigere, gesunde Mahlzeiten statt der traditionellen größeren drei Mahlzeiten) und die rote, süße Kiwi lässt sich optisch gut vor laufender Kamera zeigen. Auch der Trend des Sleepmaxxing, bei dem als eine der Möglichkeiten für besseren Schlaf Kiwis vor dem Zubettgehen verzehrt werden sollen, unterstützt die Nachfrage nach Kiwis.
Die zehn größten Produzenten der Welt erzeugten 2024 zusammen 97,9 Prozent der Gesamternte.

| Rang | Land | Menge (in t) |
|---|---|---|
| 1 | 2.153.480 | |
| 2 | 667.792 | |
| 3 | 463.910 | |
| 4 | 342.330 | |
| 5 | 294.659 | |
| 6 | 194.664 | |
| 7 | 92.249 | |
| 8 | 50.760 | |
| 9 | 32.110 | |
| 10 | 31.320 | |
| Summe Top Ten | 4.323.274 | |
Die Zusammensetzung von Kiwifrüchten schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von der Sorte, den Umweltbedingungen wie Boden und Klima als auch von der Anbautechnik je nach Düngung und Pflanzenschutz.
Angaben je 100 Gramm essbarem Anteil:
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Der physiologische Brennwert beträgt 213 kJ (50 kcal) je 100 Gramm essbarem Anteil.