Klaus Gendries (* 22. Juni 1930 in Stettin; † 7. November 2023 in Berlin) war ein deutscher Film- und Theaterregisseur und Schauspieler.
Klaus Gendries wurde in Stettin in Pommern geboren. 1944 floh die Familie nach Oldenburg, wo er 1948 eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann begann und dann eine private Schauspielausbildung absolvierte und am Staatstheater auftrat. Ab 1950 spielte er am Theater der Freundschaft in Ost-Berlin, ab 1953 am Vogtland-Theater in Plauen und ab 1956 am Deutschen Theater in Berlin.
1959 wurde Klaus Gendries Regisseur und später Oberspielleiter am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Dort inszenierte er 1960 unter anderem das umstrittene Stück Die Sorgen und die Macht von Peter Hacks, das er nur dank seiner Beziehungen zu Hans Rodenberg, dem vorherigen Intendanten des Theaters der Freundschaft und nunmehrigen stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden, gegen Kritik der SED-Bezirksleitung durchsetzen konnte.
Nachdem es Ende 1961 zu intensiven politischen Untersuchungen am Theater gekommen war, wechselte Klaus Gendries zum Deutschen Fernsehfunk als Regisseur. Dort wurde er später auch Abteilungsleiter. Seine Verwechslungskomödie Telegenerell (1969, mit Günter Stahnke) erhielt den ersten westlichen Fernsehpreis für einen DDR-Film. In den 1970er Jahren drehte er die sehr erfolgreichen Komödien Florentiner 73 (1972) und Aber Vati! (1974), für die er den Nationalpreis und Kunstpreise der DDR erhielt. In den folgenden Jahren thematisierte er unterhaltsam Beziehungsfragen besonders aus der Sicht von Frauen (Mein lieber Mann und ich , Heute ist Freitag mit der jungen Nina Hagen, Camping Camping). In den 1980er Jahren wandte er sich literarischen Vorlagen, darunter. von Theodor Storm, und historischen Stoffen zu. In dieser Zeit wurde er auch als Hauptmann Reger in der beliebten Krimireihe Polizeiruf 110 einem breiteren Publikum in drei Folgen bekannt.
1990 erhielt Klaus Gendries das Angebot, in der ZDF-Serie Viel Rummel um den Skooter Regie zu führen, der bald weitere wie Der Bergdoktor, Forsthaus Falkenau, Für alle Fälle Stefanie oder In aller Freundschaft in insgesamt 125 Folgen folgten, davon viele mit Walter Plathe.
Nach dem Ende seiner filmischen Karriere 2001 begann Klaus Gendries mit über 70 Jahren eine Tätigkeit als Regisseur am Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Dort inszenierte er mit Walter Plathe als Hauptdarsteller erfolgreich Stücke wie Der Kaiser am Alexanderplatz (450 Aufführungen) und Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (300 Aufführungen). Er inszenierte in dieser Zeit auch in Bochum, Hamburg, Leipzig, Halle und Berlin-Köpenick.
Klaus Gendries war in erster Ehe mit der Gesangslehrerin Leonore Heidenreich verheiratet und hatte mit ihr zwei Töchter. Danach heiratete er die Schauspielerin und spätere Kinderfernsehregisseurin Edda Dentges, mit der er den Sohn Götz Gendries (* 1972) hatte, der Schauspieler wurde und in mehreren Filmen des Vatwrs wie Meschkas Enkel mitspielte.

Seine letzten Lebensjahre verbrechte Klaus Gendries in einem Seniorenheim in Berlin-Köpenick. Er starb dort am 7. November 2023 im Alter von 93 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Waldkirchhof Berlin-Mahlsdorf. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.
Fernsehfilme, wenn nicht anders angegeben
(anfangs Stadttheater Cöpenick)
Theater der Freundschaft Berlin
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gendries, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1930 |
| GEBURTSORT | Stettin |
| STERBEDATUM | 7. November 2023 |
| STERBEORT | Berlin |