Klaus Chmielewicz

Klaus Chmielewicz (* 14. Juli 1935 in Berlin; † 13. Oktober 1994 in Bochum) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer. Er befasste sich insbesondere mit Fragen der integrierten Finanz- und Erfolgsplanung, der Betriebs- und Unternehmensverfassung, der Wissenschaftstheorie und Methodenlehre sowie mit öffentlichen Betrieben.

Leben

Klaus Chmielewicz studierte an der Freien Universität Berlin Betriebswirtschaftslehre. Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann im Jahr 1965 wurde er 1967 bei Erich Kosiol mit der Arbeit Grundlagen der industriellen Produktgestaltung promoviert. Im Jahr 1970 habilitierte er sich bei Ralf-Bodo Schmidt an der Universität Freiburg i. Br. mit einer Arbeit zur integrierten Finanz- und Erfolgsplanung. Nach einer Lehrstuhlvertretung im Sommersemester 1971 an der Universität Mainz folgte er im selben Jahr einem Ruf der Ruhr-Universität Bochum auf den Lehrstuhl für Theoretische Betriebswirtschaftslehre. Einen Ruf an die Universität Linz im Jahr 1978 lehnte er ab und war bis zu seinem Tod an der Bochumer Fakultät für Wirtschaftswissenschaft tätig. Dort engagierte er sich auch in der akademischen Selbstverwaltung, unter anderem als Dekan in den Jahren 1977 bis 1978.

Wirken

Chmielewicz war in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien und Organisationen aktiv. Seit dem Wiedererscheinen der Zeitschrift Die Betriebswirtschaft im Jahr 1977 wirkte er als deren geschäftsführender Herausgeber. Im selben Jahr wurde er Gründungsvorsitzender der Kommission Rechnungswesen im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V., ein Amt, das er bis 1984 innehatte. Von 1980 bis 1985 koordinierte er das DFG-Schwerpunktprogramm Unternehmensverfassung. Zwischen 1985 und 1986 stand er als Vorsitzender dem Vorstand des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. vor. Von 1991 bis 1993 gehörte er zudem dem Gründungsgremium beim Aufbau der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam an.

Schriften (Auswahl)

Rezeption

Richtungsweisend sind vor allem die Arbeiten von Klaus Chmielewicz zur integrierten Finanz- und Erfolgsplanung sowie zur Wissenschaftstheorie der Wirtschaftswissenschaft. Seine Beiträge zur Unternehmensverfassung werden als frühe Arbeiten zu Themen eingeordnet, die später unter dem Begriff Corporate Governance in das allgemeine Forschungsinteresse rückte.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Siehe auch Richard Köhler/Norbert Szyperski: Klaus Chmielewicz zum Gedenken, in DBW 55 (1995), S. 1–5.
  2. ↑ VHB: Bisherige Vorsitzende der Kommission. In: vhbonline.org. Abgerufen am 3. September 2026.
  3. ↑ Vgl. zur wissenschaftlichen Einordnung seiner Forschung auch Dieter Schneider: Klaus Chmielewicz als Forscher. In: zfbf 47 (2/1995), S. 182–185.
Personendaten
NAME Chmielewicz, Klaus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 14. Juli 1935
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 13. Oktober 1994
STERBEORT Bochum