Klein Gischau wurde 1344 erstmals als slavicalis gyschowe urkundlich erwähnt als Markgraf Ludwig dem Kloster Dambeck Hebungen aus mehreren Dörfern überlässt. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf Wendischen Gischow genannt. Das slawische Dorf gehörte dem Kloster Dambeck. Die Bede ging an die von Bartensleben. Weitere Nennungen sind 1541 Deutsch oder Groß-Gischo, 1573 Grossen Gischow, 1593 Deutzschenn Gießkow, 1608 Teutsch Gischow und 1804 Groß Gischau oder Giskau, Dorf mit 7 Ganzbauern und einem Rademacher.
Die hauptsächlich angebaute Getreideart in der westlichen Altmark war der Roggen. Jedoch auch Hafer und Gerste kamen häufig als Abgaben vor. Klein Gischau zählte zu den wenigen Ortschaften, in denen Weizen als Abgabe erschien.
Das ursprüngliche Rundlingsdorf wurde nach dem Brand im Jahre 1854 baulich stark verändert.
Kirche
Im Jahre 1541 wurde erstmals eine Kirche im Ort genannt. Am südlichen Ortsausgang stand eine kleine Fachwerkkirche52.7395411.131829 aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche wurde bei einem schweren Sturm während eines Gewitters in der Nacht vom 11. zum 12. Juli 1984 vollständig zerstört. Die große Eiche hinter der Kirche stürzte um und begrub das Kirchengebäude unter sich. Die Eiche stand auf einem Weideland, auf dem sich täglich Schweine tummelten. Unter der Eiche hatte sich eine Suhle gebildet, die letztlich der Eiche den Halt nahm. Die Kirche wurde nicht wieder aufgebaut. Die Kirchengemeinden Klein Gischau und Groß Gischau wurden 1988 zur Kirchengemeinde Gischau vereinigt. Heute sind der Altar und das Harmonium aus Klein Gischau in der Kirche in Groß Gischau untergebracht.
Am 20. Juli 1950 wurden die Gemeinden Klein Gischau und Groß Gischau aus dem Landkreis Salzwedel zur neuen Gemeinde Gischau zusammengeschlossen.
Am 1. Januar 2004 wurde die Gemeinde Gischau in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet. Die Ortsteile Klein Gischau und Groß Gischau wurden damit Ortsteile von Beetzendorf.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1734
39
1774
42
1789
20
1798
29
1801
32
1818
30
Jahr
Einwohner
1840
44
1864
78
1871
61
1885
63
1892
[00]60
1895
70
Jahr
Einwohner
1905
061
1910
[00]064
1925
061
1933
[00]060
1939
062
1946
106
Jahr
Einwohner
1988
[00]24
2015
[00]17
2018
[00]16
2020
[00]15
2021
[00]15
2022
[00]15
2023
[0]15
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946
Religion
Die evangelischen Christen aus Klein Gischau hatten früher eine eigene Kirchengemeinde, die zur Pfarrei Beetzendorf gehörte. Sie werden heute betreut vom Pfarrbereich Beetzendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Literatur
J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes:Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W.Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC1071081004, S.333, 60. Klein Gischau (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.128 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
↑Joachim Stephan:Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren (=Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band17). Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-54808-7, S.23 (peterlang.com Open Access).
↑Joachim Stephan:Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren (=Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band17). Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-54808-7, S.23, Fußnote 93 (peterlang.com Open Access).
↑
Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr.18, 5.August 1950, ZDB-ID511105-5, S.278 (Commons).
↑
Berichtigung zur Zweiten Verordnung vom 20. Juli 1950 (GuABl. S. 274) zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 27. April 1950 (GuABl. S. 161) vom 25. August 1950. In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. 25.August 1950, ZDB-ID511105-5, S.322 (Digitalisat).
12Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.128 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
↑
Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 3. Auflage. Band450. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, 1936, ZDB-ID223601-1, S.84, urn:nbn:de:bsz:180-digad-21790.
12Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf (Hrsg.):Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6.Juni 2019.
↑Anke Pelczarski:Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14.Januar 2023, DNB1047268213, S.17.
↑
Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID551010-7, S.23 (genealogy.net [Volltext und Scan]).