Klemens Tilmann

Klemens Tilmann CO (* 31. Dezember 1904 in Berlin; † 11. Dezember 1984 in München) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Religionspädagoge, Liturgiker und geistlicher Schriftsteller.

Leben

Klemens Tilmann, Sohn von Maria Tilmann, geborener Humann, und des Generalmajors Norbert Tilmann, fand als Gymnasiast zum Quickborn und blieb seitdem dieser Jugendbewegung und der Burg Rothenfels eng verbunden. Nachdem er 1924 in Darmstadt das Abitur erlangt hatte, studierte er Philosophie und Theologie in Innsbruck und Theologie in Tübingen. 1927 wurde er in Innsbruck in Philosophie zum Dr. phil. promoviert. 1930 wurde er zum Priester geweiht, im selben Jahr wurde er in Dresden Kaplan, danach Religionslehrer und Jugendseelsorger. 1934 wurde er Kaplan in Leipzig, schloss sich den Oratorianern an und lebte im Leipziger Oratorium. Über Dresden und Leipzig hinaus wurde er durch sein im selben Jahr erschienenes erstes Buch bekannt: Das Schönste, was es gibt. Ludwig Wolker holte ihn daraufhin als Mitarbeiter in das Jugendhaus Düsseldorf. Die Reichsschrifttumskammer verhängte 1942 ein Publikationsverbot gegen Tilmann, sodass einzelne seiner Veröffentlichungen unter dem Namen anderer Autoren erschienen.

Ab 1936 war Tilmann an den Vorbereitungen für einen neuen Katechismus beteiligt. 1938 beauftragte die Fuldaer Bischofskonferenz den Deutschen Katechetenverein (DKV) mit der Ausarbeitung eines Entwurfs, der seinerseits Tilmann damit betraute. So wurde er 1945 in München zu einem der Hauptautoren des schließlich 1955 eingeführten Katechismus der Bistümer Deutschlands („grüner Katechismus“).

Während des Zweiten Weltkriegs leistete Tilmann ab 1940 Wehrdienst und diente als Sanitäter bei der Luftwaffe. Nach dem Krieg lebte er im Münchener Oratorium bei St. Laurentius und lehrte als Lehrbeauftragter für Religionspädagogik der Pädagogischen Hochschule bzw. Universität München Religionspädagogik und Katechetik. Er schrieb, neben zahlreichen religionspädagogischen Fachbüchern, unter anderem Lehrwerke für den Religionsunterricht, Kindermessen und – seit 1970 – Hinführungen zur Meditation. Seine Bücher erschienen in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren in hohen Auflagen und wurden unter anderem ins Englische, Französische, Italienische, Kroatische, Niederländische, Portugiesische, Slowakische, Slowenische, Spanische, Tschechische und Ungarische übersetzt. Er war Mitglied des Liturgischen Instituts Trier, für das er die von 1946 bis 1953 im Kösel-Verlag erschienene Schriftenreihe Volksliturgische Texte herausgab, und ab 1947 war er Mitglied der Liturgischen Kommission der Deutschen Bischöfe.

Ab 1957 war Tilmann Vorstandsmitglied des Deutschen Katecheten-Vereins. Im Jahr 1960 berief ihn der römisch-katholische Papst Johannes XXIII. in die Vorbereitungskommission für das Zweite Vatikanische Konzil. Tilmann, ab 1962 Peritus des Konzils, nahm als Berater (insbesondere von Julius Döpfner) an den Sitzungen des Konzils teil. Er gehörte als Konsultor dem Consilium zur Ausführung der Liturgiekonstitution an, das die Neuausgaben der liturgischen Bücher erarbeitete. Klemens Tilmann wurde 1970 pensioniert. Er lebte und starb in München.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Literatur

Fußnoten

  1. ↑ Andreas Poschmann: Das Leipziger Oratorium. Liturgie als Mitte einer lebendigen Gemeinde. Benno-Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-7462-1395-9, S. 63.
  2. ↑ Klemens Tilmann (1904–1984). Bücherliste, abgerufen am 23. Mai 2025.
  3. ↑ Oratorium München, abgerufen am 23. Mai 2025.
  4. 1 2 3 Klemens Tilmann (1904–1984), abgerufen am 23. Mai 2025.
  5. ↑ Guido Treffler: Kardinal Leon-Joseph Suenens und Kardinal Julius Döpfner. In: Franz Xaver Bischof (Hrsg.): Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965). Stand und Perspektiven der kirchenhistorischen Forschung im deutschsprachigen Raum. Kohlhammer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-17-022220-5, S. 81–91, hier S. 90.
  6. ↑ Paul Turner: Words without alloy. A biography of the Lectionary for Mass. Liturgical Press, Collegeville 2022, ISBN 978-0-8146-6763-7, S. 3.
Personendaten
NAME Tilmann, Klemens
KURZBESCHREIBUNG deutscher römisch-katholischer Theologe
GEBURTSDATUM 31. Dezember 1904
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 11. Dezember 1984
STERBEORT München